Wespenstichallergie: Symptome & Erste Hilfe - Behandlung

Wespenstichallergie: Symptome & Erste Hilfe - Behandlung 

Wie gefährdet bin ich in Bezug auf eine Wespenstichallergie, fragen sich viele Menschen in Deutschland. Und was ist zu tun, falls sich herausstellen sollte, dass ich allergisch bin? Eine Wespenstichallergie ist weitaus seltener, als allgemein angenommen wird. Wer zu den vier Prozent der Bevölkerung gehört, die allergisch reagieren, kann und sollte allerdings etwas dagegen tun.

wespen3 flNormale Reaktion auf einen Wespenstich

Die Folgen eines Wespenstichs reduzieren sich bei normal empfindlichen Menschen auf die Einstichstelle, die

zuerst schmerzt, sich dann rötet und vielleicht ein wenig anschwillt.
Nicht-Allergiker entfernen einfach nach dem Stich den Stachel (der übrigens im Regelfall von einer Biene stammt, Wespen können ihren Stachel wieder einziehen und erneut einsetzen), kühlen den Stich mit Eis kühlen, machen einen Essigwickel und legen vielleicht noch für 10 Minuten eine frisch angeschnittene Zwiebel auf. Dann sollten alle Folgen, die sich aus dem Wespenstich ergeben haben, sehr schnell erträglich sein.

Eine heftige Reaktion muss noch keine Allergie sein

Wenn Sie mehr unter dem Wespenstich leiden, könnte das ein Anzeichen auf eine allergische Reaktion sein. Könnte, muss aber nicht. Denn es gibt auch Menschen, die einfach sehr empfindlich auf das Gift reagieren, bis hin zu Kreislaufproblemen. Andere Menschen leiden unter einer allergischen Reaktion, die sich auf die Einstichstelle beschränkt, in diesem Fall empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie noch keine Hyposensibilisierung. Auch ungünstige Stichstellen können gefährliche Beschwerden verursachen, zum Beispiel können Stiche im Mund oder Rachenraum die Atmung behindern. Bis zur ärztlichen Behandlung sollte die betroffene Stelle dann gekühlt werden, im Mund- und Rachenraum Gestochene bekommen Eiswürfel zum Lutschen.

Allergietest

In all diesen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden, der erst die aktuelle Reaktion therapiert und dann meist einen Allergietest anordnen wird. Der entscheidet dann darüber, ob eine Hyposensibilisierung angebracht ist, die Allergiker auf jeden Fall in Betracht ziehen sollten.

Wenn es sich um den ersten Wespenstich handelte, ist normalerweise keine Grundlage für eine Desensibilisierung gegeben, nach diesem Stich setzt der Körper erst die Sensibilisierung in Gang, die dann beim nächsten Stich zu einer allergischen Reaktion führen könnte. Bei künftigen Stichen treten dann bei etwa vier Prozent der Bevölkerung allergische Symptome auf, die sich mit jedem folgenden Stich verschlimmern können. Bis hin zu Übelkeit, Atemnot, Bewusstlosigkeit, Kreislaufkollaps und anaphylaktischen Reaktionen (Reaktionen des Immunsystems), die tödlich sein können.

Erste Hilfe

Wenn der Gestochene Reaktionen
zeigt, die über eine normale Veränderung der Einstichstelle hinausgehen, sollte im Zweifel immer sofort der Notarzt gerufen werden. Patienten, bei denen bereits eine Allergie gegen Wespengift nachgewiesen wurde, tragen in der Regel ein Notfallset bei sich, das nun zur Anwendung kommt. Es enthält Antihistamintabletten oder Antihistamintropfen, Cortison-Tabletten und einen Adrenalin-Autoinjektor mit einer Einmaldosis. Das Adrenalin darf jedoch nur im Falle eines drohenden Kreislaufversagens bzw. einer drohenden Anaphylaxie angewendet werden. Nach Anwendung des Notfallsets sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, da allergische Symptome sich in den nächsten Stunden erneut zeigen können. Bis der Arzt kommt, wird Erste Hilfe nach allgemein bekannten Regeln geleistet, von Kühlung der Einstichstelle bis zu Schocklagerung und Reanimation.

Hyposensibilisierung

Da die allergischen Reaktionen

meist mit jedem neuen Stich schlimmer werden, wird eine Hyposensibilisierung im Fall einer Wespenstichallergie meist dringend angeraten.
Diese Desensibilisierung, die auch als Allergieimpfung oder spezifische Immuntherapie bezeichnet wird, hat das Ziel, die übertriebene Immunreaktion des Körpers zu reduzieren.

wespeVor der Hyposensibilisierung wird ein Allergietest gemacht, je nach Patient und Begleitumständen wird dann ein bestimmtes Impfschema für die Hyposensibilisierung gewählt: Beim meist angewendeten langsamen Impfschema werden die Dosen des verabreichten Allergens vorsichtig gesteigert, deshalb dauert diese Form der Hyposensibilisierung ziemlich lange. Das verkürzte Impfschema sieht rasche Steigerungen der Dosis in nicht weit auseinanderliegenden Abständen vor, bei der Rush-Hyposensibilisierung wird die Höchstdosis in einigen Tagen erreicht, was ständige Beobachtung des Patienten (Krankenhausaufenthalt) erfordert. Dieser Einleitungsphase folgt die Erhaltungsphase, in der das Allergen in bestimmten Zeitabständen verabreicht wird.

Selbstverständlich sollten Allergiker während der gesamten Zeit der Hyposensibilisierung immer ein Notfallset bei sich tragen, auch nach der Hyposensibilisierung ist das Set immer noch Pflicht, ein Restrisiko von etwa 10 Prozent auf eine allergische Reaktion bleibt bestehen. Falls diese Reaktion allerdings wirklich noch einmal erfolgt, ist sie meist sehr viel schwächer, der Allergiker kann also im Sommer wesentlich beruhigter im Freien bewegen als vor der Hyposensibilisierung.

Risiken der Hyposensibilisierung

Bei einer Hyposensibilisierung wird der Patient bewusst der der allergieauslösenden Substanz ausgesetzt, was natürlich nicht ganz ohne Risiko ist. Beim langsamen Impfschema können Lokalreaktionen an der Einstichstelle auftreten, die durch Verabreichung entzündungshemmender Substanzen oder Antihistaminika gelindert werden. Sehr selten ist der allergische Schock, die gefährlichste Reaktion. Dieser Gefahr wird begegnet, indem der Patient auch bei ambulanter Therapie nach der Injektion immer mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleibt. Im Notfall kann der Arzt mit Spezialausbildung sofort die richtigen Rettungsmaßnahmen einleiten.

Genauso wichtig wie alle medizinischen Maßnahmen ist für allergisch reagierende Menschen die Gestaltung ihres Aufenthaltes im Freien: Der Allergiker sollte die Nähe von Wespennestern meiden, die unaufgeregte Wespenabwehr üben, das Wespennest ausräuchern, wenn es sich in unmittelbarer Nähe seiner ständigen Wege befindet und jegliche Anlockung von Wespen unterlassen.