Pflanzen / Zimmerpflanzen im Winter - Pflege

Zimmerpflanzen im Winter pflegen

Grünpflanzen sind sehr dekorativ und verschönern jeden Raum! Aber sie sind mehr als nur eine Augenweide, denn sie verbessern noch dazu das Raumklima und filtern Schadstoffe aus der Luft. Jedoch so wie der Herbst und Winter sich so manchem von uns aufs Gemüt schlagen - so leiden auch unsere grünen Gäste unter diesen kurzen Tagen. Aber nun, wenn die Gartenarbeit ja allmählich ruht, und die Zimmerpflanzen unsere Liebe nicht mehr mit Oleander & Co teilen müssen,

können wir unseren „Sommerstiefkindern“ etwas Gutes tun, indem wir ihnen ein ausgiebiges Service angedeihen lassen um sie gesund durch den Winter zu bringen.

Schädlinge und Krankheiten

Die Krankheiten: Wichtig ist es jetzt, die Pflanzen - im wahrsten Sinne des Wortes - unter die Lupe zu nehmen, denn Pflanzenschädlinge sind wahre Tarnungskünstler, siedeln sich manchmal in den Blattachseln oder auf den Blattunterseiten an, und sind oft anfangs mit freiem Auge nicht zu erkennen. Bei Befall heisst es sofort handeln, damit die grünen Geschöpfe nicht auch noch geschwächt durch diese für sie ohnehin heikle Jahreszeit gehen müssen.


Der Standort: Die meisten Zimmerpflanzen fühlen sich bei einer Durchschnittstemperatur von 18 bis 24 Grad wohl und nehmen auch leichte Schwankungen darüber hinaus nicht übel. Die ganz coolen Typen allerdings wie z.B. Azaleen, Orchideen, Kamelien, Alpenveilchen, Yucca usw. sind dankbar für einen Aufenthalt im kühleren Schlaf- oder Gästezimmer.

Trockene Heizungsluft

Die Heizungsluft: Trockene Heizungsluft ist für die meisten Gewächse äusserst belastend. Hier heisst es für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen, denn zu trockene Luft lässt die Pflanzenkinder leiden, die Blätter rollen sich ein oder sterben ab, braune Blattspitzen entstehen. Noch dazu ist trockenes Klima förderlich für die Entwicklung von Spinnmilben, die man oft erst bemerkt, wenn die kleinen Tiere schon richtige Gespinste gebildet haben. Lauwarmes Abduschen bringt den Pflanzen die ersehnte Feuchtigkeit, befreit sie von Staub und lässt sie wieder besser atmen. Regelmässiges Besprühen ist ebenfalls hilfreich! Jedoch beides immer nur morgens durchführen, damit die Blätter untertags gut trocknen können.


Blattläuse an den Zimmerpflanzen

Auch wassergefüllte Verdunster am Heizkörper sowie elektrische Luftbefeuchter schaffen Abhilfe. Ebenso kann man die Töpfe auf mit Blähton gefüllte Schalen stellen. (Mit Wasser nur so weit anfüllen, dass die obersten Kügelchen noch trocken sind. Den Blumentopf darauf stellen, aber nicht darin versenken) Die Schalen müssen natürlich ständig feucht gehalten werden.


Licht, Wasser und Dünger

Der Lichtmangel: Reckt sich eine Blume stark zum Licht hin und hat lange, hellgrüne Triebe so leidet sie unter Lichtmangel. An trüben Tagen ist das Licht selbst schon nach einem Meter Entfernung vom Fenster nicht mehr ausreichend – im schlimmsten Fall werden sogar die Blätter abgeworfen um Reserven zu sparen. Manchmal hilft es schon, die Vorhänge beiseite zu ziehen, um die Lichtverhältnisse zu verbessern. Reicht das auch nicht, muss man den Lichthungrigen mit Pflanzenleuchten mehr Tageslicht vorgaukeln.


Amaryllis im Winter

Das Gießen: Grundsätzlich sollte man immer erst dann giessen, wenn sich das Substrat in den obersten Zentimetern trocken anfühlt. Dann aber kräftig und durchdringend wässern und nach zehn Minuten

das überschüssige Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf entfernen. „Nasse Füsse“ (= Staunässe) vertragen die wenigsten Pflanzen!!! Das Giesswasser sollte immer Zimmertemperatur haben und abgestanden sein.

Ist eine Pflanze schlapp, die Blätter eingerollt und der Wurzelballen durch und durch trocken so ist das eine Reaktion auf eine lange Durststrecke. Hier hilft ein Tauchbad: Den Wurzelballen solange in lauwarmes Wasser stellen bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Muffig riechendes Erdreich und vergilbte Blätter sind die Folgen von Staunässe. Der immerfeuchten Erde fehlt die Sauerstoffversorgung - die Wurzeln können nicht mehr atmen und beginnen zu faulen. Hier hilft nur sofortiges Umtopfen!


Das Düngen: Im Allgemeinen kann das Düngen von Oktober bis Februar ganz eingestellt werden. Ausnahme: Bei „Bleichsucht“ (trotzt optimaler Lichtbedingungen) kann man mit ein wenig Eisendünger nachhelfen.


Die Kosmetik: Verstaubte Blätter mit einem weichen Tuch abwischen, bei behaarten Blättern einen Pinsel zu Hilfe nehmen. Blattglanzspray auf die gereinigten Blätter gesprüht hinterlässt seidigen Schimmer und wirkt ausserdem vorbeugend gegen Spinnmilben, Schildläuse und weisse Fliege.


Das Verwöhnen: Als Stärkungsmittel können wir Zinnkrauttee verabreichen. Die kieselsäurehaltige Lösung stärkt das Gewebe und macht ein wenig robuster und weniger anfällig für Pilzbefall wie Mehltau usw. Auch ein Schlückchen abgestandenes Mineralwasser ist pures Lebenselixier und erquickt unsere Schützlinge. So gerüstet kann die dunkle Jahreshälfte unseren grünen Mitbewohnern nichts mehr anhaben!


von Vilma-Sonja Zugmaier

alt