Löwenmäulchen überwintern und zurückschneiden

Prächtiges Löwenmäulchen mit roter BlüteLöwenmäulchen können bei milden Wintern mühelos überwintert werden. Sie sind relativ unempfindlich, was Kälte angeht, und blühen unter Umständen sogar bis tief in den Dezember. Die Pflanze an sich ist, was die Pflege angeht, wenig anspruchsvoll. Sie gedeiht prächtig an einem sonnigen Plätzchen. Löwenmäulchen genügen die Feuchte und die Nährstoffe, die sie aus dem Boden gewinnen.

Ein zusätzliches Düngen oder Gießen wird bei diesen Pflanzen überflüssig. Steht die Pflanze etwas zu trocken, so macht ihr das eher wenig aus.

Ganz im Gegensatz zu Staunässe, denn diese vertragen Löwenmäulchen überhaupt nicht.

Das Zurückschneiden der Löwenmäulchen

Der Rückschnitt der Löwenmäulchen erfolgt vorrangig aus dem Grund, dass die Pflanzen zu neuer Blüte ansetzen. Hierzu werden lediglich die verblühten Blütenstände ausgeschnitten. Kürzen Sie zudem nur die Haupttriebe und beginnen Sie direkt nach dem Rückschnitt mit einer Düngekur.

Löwenmäulchen eignen sich hervorragend als Dekoelemente in einer Vase. Hierzu ist es am besten, wenn Sie das Löwenmäulchen am frühen Morgen schneiden, dann ist diese länger in der Vase haltbar. Wählen Sie für diesen Schnitt jedoch nur Stängel, an denen die unteren drei Blütenstände abgeblüht sind.

Löwenmäulchen im Garten überwintern

Löwenmäulchen können bei schwachem Frost durchaus überwintert werden. Sie können diese vorsichtshalber ausgraben und über den Winter im Keller einlagern. Allerdings werden diese dann so geschwächt sein, dass Sie im kommenden Jahr nicht oder nur ein wenig zur Blüte ansetzen. Es gibt jedoch nicht nur eine Überwinterungs-Möglichkeit für Löwenmäulchen, und wenn die Löwenmäulchen im Garten stehen, kommt es für die Überwinterung zunächst darauf an, welche Art von Löwenmäulchen Sie eigentlich in Ihrem Garten beherbergen:

Löwenmäulchen-Hybride

"Irgendwelche" Löwenmäulchen, einfach aus einer nicht näher betrachteten Samentüte ausgesät, die Sie irgendwo günstig gekauft oder bestellt haben? Falls Sie die Samentüte aufgehoben haben sollten, sollten Sie einmal einen Blick darauf riskieren, mit ziemlicher Sicherheit werden Sie eine Benennung wie F1-Hybride oder ähnliches finden. Diese Hybride sind speziell gezüchtete Pflanzen, bei denen erst einmal bestimmte "marktgerechte" Gewächse in Inzucht herangezogen werden, um sie dann einmalig zu kreuzen. Die Samen dieser F1-Generation werden dann verkauft, sie haben von ihren durch Inzucht geschwächten Eltern die gewünschten Eigenschaften übernommen, zeigen durch die Kreuzung aber wieder etwas mehr
"Lebenswillen", der sich meist (und so vorhergeplant) durch üppiges Wachstum ausdrückt. Das war dann aber alles:
  • Mehr als ein Jahr zufriedenstellend wachsen können auch die F1-Hybriden nicht, deshalb überleben sie meist nur ein Jahr im Garten.
  • Häufig sind sie auch steril, und wenn sie doch Samen produzieren sollten, haben diese nicht mehr die Kraft der Kreuzung, sondern ähneln ihren verzüchteten Großeltern.
  • Bei solchen Löwenmäulchen brauchen Sie sich also keine Gedanken um eine Überwinterung zu machen, sondern können einfach nächstes Jahr neue Samen kaufen und das Spiel von vorne beginnen.
Richtige Löwenmäulchen
Bei den Löwenmäulchen handelt es sich jedoch eigentlich um mehrjährige Stauden, bei denen Sie sich ebenfalls keine Gedanken um eine Überwinterung machen müssen: Wenn Sie Löwenmäulchen im Garten haben, die aus gentechnisch nicht veränderten Samen hervorgegangen sind, werden Sie diese Löwenmäulchen an jedem einigermaßen geschützten und sonnigen Standort ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen mehrere Jahre bewundern können.
  • Wenn Ihr Garten in einer der

    kälteren Regionen liegt, können Sie solchen Löwenmäulchen mit ein wenig Winterschutz aus luft- und lichtdurchlässiger Tanne oder Fichte über den Winter helfen.
  • Wenn Sie die gerade startenden Pflanzen im April bis auf zwei Handbreiten über den Boden zurückschneiden, können Sie zu Sommerbeginn schon wieder viele Blüten bewundern.
  • Sie können aber für die nächsten Jahre auch neue Standorte einplanen, denn solche Löwenmäulchen produzieren selbst Samen.
Diese Samen finden Sie in den grünen Knubbeln, die übrig bleiben, wenn die Blüten (die "Mäulchen") abgefallen sind. Diese Samenkapseln lassen Sie am Stängel vertrocknen, dabei werden sie braun. Wenn es soweit ist, können Sie die Samenkapseln abnehmen, öffnen und die Samen herausschütteln, sie werden dunkel und gut verschlossen aufbewahrt und können im Frühjahr ausgesät werden.

Löwenmäulchen auf dem Balkon überwintern

Auch hier sollten Sie sich mit Einmal-Hybrid-Pflanzen wahrscheinlich nicht viel Mühe machen, sondern die Löwenmäulchen lieber schlichtweg neu aussäen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, die Balkonkästen an eine warme Hauswand oder sonst ohne großen Aufwand frostsicher überwintern zu lassen, könnten Sie aber auch einfach ausprobieren, ob sie im nächsten Jahr wieder austreiben. Diese Freiland-Methode bringt - wenn sie funktioniert - in der Regel bessere Ergebnisse hervor als die Keller-Einlagerung.

Es sei denn, Sie haben auch auf dem Balkon Bio-Saatgut eingesetzt und Löwenmäulchen von derart schöner Farbe kultiviert, dass Sie diese nun weiter züchten möchten. Wenn die Überwinterung an zu kalten Temperaturen scheitern könnte, empfiehlt es sich dann, ein paar Löwenmäulchen im Keller sicher zu überwintern, auch wenn sie in der nächsten Saison etwas schwächeln.

Wo bekommen Sie Bio-Saatgut?

Ökologisch erzeugtes Saatgut, das nicht künstlich beeinflusst wurde und so samenfeste Pflanzen hervorbringt, bekommen Sie z. B. bei der Firma Bio-Saatgut Gaby Krautkrämer aus 97252 Frickenhausen am Main unter www.bio-saatgut.de, oder bei www.vegan-total.de von Sascha Alexander aus 36145 Hofbieber. Dieses Saatgut hat auch den Vorteil, dass die Produktion genau dort erfolgt, wo die Pflanzen später auch wachsen werden, sie sind deshalb bereits gut an die Verhältnisse in Ihrem Garten angepasst. Außerdem wird hier Aufzucht, Düngung und Bekämpfung eventueller Schädlinge nach den Regeln des biologischen Gartenbaus vorgenommen, die Saaten sind also weder durch chemischen Dünger noch durch Pflanzenschutzmittel aus dem Chemie-Labor belastet.