Nachtjasmin überwintern - Tipps

Nicht zu verwechseln: der Echte JasminNachtjasmin ist auch unter dem Namen Cesttrum nocturnum bekannt und besticht vor allem durch seinen starken Duft, den die Pflanze vorrangig zur Nacht- und Abendzeit verströmt. Die kleinen weißen Blüten bieten zudem einen bezaubernden Anblick. Die Pflanzen eignen sich im Übrigen ideal für die Bepflanzung des Balkons oder der Terrasse.

Über die Sommerzeit sollten Sie für die Pflanze einen halbschattigen Standort auswählen. Zudem benötigt Nachtjasmin viel Wasser. Setzen Sie die Pflanze in normaler Blumenerde ein. Diese sollte reich an Nährstoffen

sein, damit sich die Pflanze prächtig entwickeln kann. Wird Ihnen der Nachtjasmin zu groß, können Sie diesen jederzeit etwas einkürzen.

Nachtjasmin - bitte nicht mit echtem Jasmin verwechseln

Der Echte Jasmin oder Jasminum officinale (s. Bild) wird von unerfahrenen Gärtnern durchaus gelegentlich mit dem Nachtjasmin verwechselt, denn beide haben weiße Blüten und beide duften wirklich ziemlich kräftig. Allerdings duftet Jasmin tagsüber, und eben nach Jasmin (z. B. wie das Parfum Bulgari Jasmin Noir), während Nachtjasmin, wie der Name schon sagt, Nachts duftet. Und nicht nach Jasmin, eher nach - nun ja, die Beschreibungen gehen von Kaugummi (welcher?) bis zu Pfirsichduft, vielleicht kennen Sie Paco Rabanne Black XS für Damen, da soll Nachtjasmin drin sein.

Vor allem hat der Jasmin aber sehr viel größere Blüten mit ein paar Zentimetern Durchmesser, die Blüten des Nachtjasmins sind nur etwa ein Zehntel so groß. Es wäre schon gut, wenn Sie diese Duftwunder nicht verwechseln, auch und gerade im Hinblick auf die Überwinterung:
  • Der Echte Jasmin kommt aus dem Himalaya-Gebiet, wo er in Höhen bis zu 4000 Metern schon ziemlich viel Kälte aushält, bei uns ist er lediglich ein wenig frostempfindlich, wenn es so richtig schlimm kalt wird.
  • Der Nachtjasmin dagegen kommt von den Antillen - der typische Cestrum nocturnum benannte Strauch wächst auf Jamaika, und alle anderen Cestrum (Hammersträucher) wachsen in der Natur auch nur an Orten, wo sie tropisches oder subtropisches Klima und schöne feuchte bis nasse und versteckte Standorte finden.
    Wenn Sie diese auch bei uns geboten bekommen, z. B. an einer Südwand im Halbschatten reichlich bewässert werden, wachsen sie zwar im Sommer ziemlich kräftig, aber im Winter wollen sie von unserem Klima eigentlich wirklich nichts wissen.
Welche Überwinterung bietet sich an?

Wir "schummeln" den tropisches Klima und ganzjähriges Wachstum gewohnten Nachtjasmin also bei uns eher über den ihm unbekannten Winter, und mit diesem Hintergrundwissen im Kopf sollten Sie auch die oben erwähnten Überwinterungs-Möglichkeiten abwägen und auswählen:

Wenn es möglich ist, wird der Nachtjasmin zuallererst in einem beheizten Wintergarten "überwintert", oder eben nicht überwintert, er darf nämlich einfach weiter genau so wachsen, als wenn er in Kingston auf Jamaika stände. Da Sie bei einer solchen "naturidentischen" Überwinterung neben enormen Energiekosten auch noch das richtige Licht zur Verfügung stellen müssten, ist das wohl eher die einer Gärtnerei mit Überwinterungsservice überantwortete Ausnahme für außergewöhnliche Exemplare.

Die "nächstliebste" Überwinterungsmöglichkeit für den Nachtjasmin gönnt ihm im Winter so viel natürliches Licht wie möglich. Das ist dem Tropenkind natürlich viel zu wenig, deshalb wird er auch temperaturmäßig und von der Ernährung her etwas kürzer gehalten und wird so in

eine künstliche winterliche Ruhepause geschickt. Halbe Temperatur (um 15 Grad), halbe Wassermenge, und die letzte herbstliche Düngergabe muss über den Winter  reichen - die Ruhepause, die der Nachtjasmin in seiner Heimat nach eigenem Rhythmus einlegt, wird ihm einfach zwangsverordnet, damit kann er gut leben.

Die nächste bei uns bekannte und für viele Pflanzen empfohlene Überwinterungsmöglichkeit, die dunkle Überwinterung im kalten Keller, ist die Variante, mit der der Nachtjasmin am schlechtesten klarkommt. Wenn es nicht anders geht, könnten Sie es probieren, das ist dann aber schon richtig Stress für die Pflanze, die dann meist alle Blätter abwirft.

Je mehr Licht- und Wärme der Nachtjasmin im Winter bekommt, desto grüner wird er bleiben (in seiner Heimat ist er immergrün), und desto normaler wird er weiterhin ernährt und gegossen. Desto leichter startet er auch in den Neuaustrieb, der nach einer künstlich verordneten Winterpause ab April oder Mai einsetzt, je nach Temperatur.

So überwintern Sie Nachtjasmin

Nachfolgend einige Tipps, damit Sie sich lange an der herrlich duftenden Pflanze erfreuen können:
  • Nachtjasmin wird in der Regel bei 10 bis 15 Grad überwintert.
  • Als Alternative können Sie den Nachtjasmin auch bei Zimmertemperatur überwintern. Hierzu sollte die Pflanze jedoch schön hell stehen.
  • Steht der Nachtjasmin zu dunkel und zu trocken, wird dieser recht schnell von Spinnmilben heimgesucht. Hier sollten Sie mit entsprechenden Mitteln, die Sie in jedem gängigen Baummarkt erwerben können, entgegen wirken.
  • Die Erde sollte etwas trockener gehalten werden.
  • Verzichten Sie während der Pause auf ein zusätzliches Düngen.