Frostschäden an Kirschlorbeer und Kübelpflanzen

frost3_flDie letzten Winter waren deutschlandweit hart und lang. Selbst in sonst milden Lagen gab es eine Menge Frostschäden. Gerade auch der beliebte Kirschlorbeer hat vielerorts etwas abbekommen.

Man erkennt die Schäden an den braunen Blättern. Zu diesen kommt es meist bei einem Zusammenspiel von Frost und Sonne und dazu Wind. Das macht vielen Pflanzen zu schaffen.

Wie kommt es zu den Schäden?

Wenn nach besonders frostigen Nächten, in denen die Wurzelballen der Pflanzen richtig durchfrieren, morgens die Sonne hervorkommt, können immergrüne Blätter austrocknen.

Das kommt daher, dass diese beginnen, Wasser zu transpirieren. Das Wasser im Boden ist aber gefroren, die Pflanze kann keine Feuchtigkeit nachziehen. So entstehen so genannte Trockenschäden. Besonders häufig sind Kübelpflanzen davon betroffen, da ihre Erde schneller durchfriert, als der Gartenboden. Eisige Winde fördern den Vorgang noch zusätzlich.

Kirschlorbeer nach Frostschaden schneiden?

Die Meinungen hierzu gehen ziemlich auseinander. Am besten ist abwarten und schauen, wie sich die Pflanze entwickelt. Man sollte die braunen Blätter erst einmal am Gehölz lassen. Als Alternative ist ein Rückschnitt des Vorjahrtriebes empfehlenswert. Geschnitten wird Ende März, wenn die größten Fröste vorüber sind. Hecken schneidet man früher, bis Ende Februar, um die Singvögel zu schützen. Der Busch treibt meist kompakt wieder aus. Eventuell entstandene Lücken schließen sich schnell. Ein starker Rückschnitt ist nur dann sinnvoll, wenn große Teile der Pflanze erfroren sind und der Schaden bis weit in das alte Holz hinein reicht.

Gleiches trifft auch auf den Rhododendron und die meisten immergrünen Gehölze und Sträucher zu. Sie treiben in der Regel problemlos wieder aus. Wenn diese aber frisch gepflanzt sind, kann es sein, dass die Wurzeln noch nicht genügend Wasser aufnehmen können. Dann wiederum bilden die schlafenden Augen am alten Holz häufig keine neuen, austriebsfähigen Knospen mehr aus.

Vorbeugen gegen Frostschäden

Eigentlich verkraftet der Kirschlorbeer Frostschäden recht gut, trotzdem ist Vorbeugen besser als Heilen. Die
Standortbedingungen sollten bestmöglich sein, das heißt, das Pflanzsubstrat sollte neutral oder alkalisch sein. Saurer Boden ist mit Kalkgaben zu verbessern. Der Standort muss nach Möglichkeit vor Morgen- und Mittagsonne sowie scharfen Ostwinden geschützt sein. Ein guter Frostschutz ist, im Herbst den Boden um den Wurzelbereich zu mulchen. Im Spätsommer wird die Pflanze außerdem mit Kalidünger versorgt, dass sie bis zum Winter richtig verholzen kann. Das ist ein wichtiger Frostschutz. Ungünstig ist zu viel Stickstoff im Dünger, da können die Triebe nicht richtig aushärten. Außerdem sollten die Pflanzen an frostfreien Tagen gegossen werden. Sie benötigen auch bei Kälte Wasser, um ihre Vorräte in Trieben und Blättern aufzufüllen. Bei Kübelpflanzen ist es sinnvoll, die Pflanzen im Winter zu beschatten. Das kann man auch mit Tüchern oder Gazen tun.

Wenn man sich frostharte Sorten aussucht, besteht weniger Gefahr von Frostschäden. Gerade bei Kirschlorbeer gibt es einige sehr winterfeste Sorten wie 'Greentorch' und 'Herbergii'.blumenkuebel_fl

Frostschäden bei Kübelpflanzen

Frische Schäden an Kübelpflanzen erkennt man an hängenden Blättern. Das ist meist nicht schlimm. Blätter wachsen nach. Die Wurzeln dürfen nicht erfrieren. Diese sind aber meist robuster. Trotzdem sollte man eine solche geschädigte Pflanze ins Warme holen. Man stellt sie ein bis

zwei Wochen an einen hellen, aber kühlen Platz, bei etwa 5 bis 7 ˚ C. Gegossen wird wenig, aber vertrocknen darf die Pflanze auch nicht. Alle Triebspitzen, die sich nicht wieder aufrichten, sollten entfernt werden. Sie sind zu stark geschädigt. Die erfrorenen Blätter hingegen lässt man an der Pflanze. Erst wenn sie richtig eingetrocknet sind, werden diese entfernt. In den meisten Fällen ist es sicherer, die Kübelpflanze in ein Winterquartier zu bringen, als sie wiederholt starken Frösten auszusetzen.

Vorbeugung bei Kübelpflanzen

Damit Kübelpflanzen mit Kirschlorbeergehölzen, die den Winter im Freien verbringen gut geschützt sind, verwendet man so genannten Herbstdünger. Dieser steigert die Frosthärte der Pflanzen. Der Hauptbestandteil ist Kalium. Dieser Nährstoff reichert sich im zentralen Wasserspeicher an und erhöht den Salzgehalt des Zellsaftes. Diese erhöhte Salzkonzentration setzt den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit herab. So sind die Pflanzenzellen widerstandsfähiger gegen Frosteinwirkungen. Kalium verbessert außerdem den Wassertransport und Gasaustausch in der Pflanze.

Bodenkälte kann man gut abschirmen, indem man eine dicke Styroporplatte unter den Pflanzkübel legt. Dieser sollte zusätzlich noch mit einem Luftpolster vor Frost geschützt werden. Man verwendet Vlies, Bast- oder Kokosmatten. Den Hohlraum zwischen Hülle und Topf füllt man mit Stroh, Holzwolle oder Herbstlaub.alt