Ginster richtig überwintern - winterharter Ginster

Der Trend in unseren Gärten und auf unseren Balkonen geht hin zu Zierpflanzen, die mehr können als nur schön sein. Sie tragen Früchte oder besonderen Duft, ernähren Vögel oder locken Schmetterlinge an.

Ginster

Warum sollten wir einen solchen Mehrwert nicht mitnehmen, besonders da der Balkon meist nur ein paar Quadratmeter hat und der übliche Garten am Einfamilienhaus kein Park ist? Zu diesen Pflanzen mit Mehrwert gehört der Ginster, der einige Schmetterlingsraupen ernährt. Je nachdem, ob Sie den Ginster auf dem Balkon

stellen oder in den Garten pflanzen möchten, brauchen Sie dann einen echten winterharten Ginster oder erwerben eine Kübelpflanze, dann muss der Ginster richtig überwintert werden. Denn es gibt einige Ginster:

Ginster ist nicht gleich Ginster

Die Gattung Ginster, die echten Ginster also, trägt den botanischen Namen Genista und gehört zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae). Zu diesen Schmetterlingsblütlern gehören jedoch noch einige andere Gattungen, die ebenfalls den Begriff Ginster im Namen tragen:
  • Zur Gattung Geißklee (Cytisus) gehören Besenginster, Vielblütiger Ginster und Elfenbeinginster.
  • Die Gattung Ulex bringt den Stechginster hervor.
  • Und dann gibt es noch die Gattungen Spartium mit dem Pfriemenginster (Binsenginster oder Spanischer Ginster)
  • sowie die Gattung der Dornginster (Calicotome).
Welche Ginster sind winterhart?

Der Ginster aus der Gattung Genista wachsen als Sträucher oder Halbsträucher, die zwischen 0,5 und 2 Metern hoch werden und im Alter eine Pfahlwurzel ausbilden. Die meist gelben Blüten werden von Bienen und Hummeln bestäubt und locken mit ihren Pollen Schmetterlinge an. Da die Gattung bis nach Südskandinavien und Polen verbreitet ist, sind diese Ginster auf jeden Fall winterhart. Sie sind auch sonst recht anspruchslos, da sie in der Natur meist an nährstoffarmen Standorten wachsen.

GinsterstrauchDie Gattung Geißklee (Cytisus) unterscheidet sich von den sehr ähnlichen Genista vor allem durch den eingerollten Griffel, während Genista nur aufwärts gekrümmte Griffel ausbildet. Zu ihnen gehören die in
Norddeutschland bekannten Brambusch, wohl am meisten verkauft werden die Cytisus scoparius, Edelginster oder Besenginster. Der Besenginster wächst bei uns, sogar sehr schnell, Jungpflanzen können im ersten Jahr fast einen halben Meter wachsen. Auch wenn der Besenginster in Norddeutschland mehrere eigene Namen hat und dort bei den Pfingstbräuchen und im sonstigen Brauchtum eine alte Rolle spielt, fühlt er sich am wohlsten im Mittelmeergebiet.

Selbst wenn der Besenginster bei uns meist als winterhart verkauft wird, friert der frostempfindliche Strauch deshalb in strengen Wintern häufig bis auf den Stamm zurück, nicht immer überlebt er das im Freiland. Ähnlich ist es mit seinen Gattungsverwandten, der wunderschöne weiße Vielblütige Ginster (Cytisus multiflorus) soll nicht mehr als die USDA-Klimazone 8a vertragen, mit einer maximalen Minustemperatur von 12,2 Grad. Auch der Elfenbeinginster (Cytisus praecox, oft in der Sorte “Allgold”) und der Duftende Zwergginster (Cytisus beanii) erweisen sich häufig nur an geschützten Standorten wirklich als winterhart.

Der Stechginster kommt ursprünglich aus den atlantischen Regionen Europas, ist aber inzwischen weit auf der Erde verbreitet. Dass er unter die 100 weltweit schlimmsten Neophyten gewählt wurde, zeigt recht anschaulich, wie gut er mit ungewohnten Standorten zurechtkommt. Der laubabwerfende, dornige Strauch wird bis zu 2 Meter hoch und entwickelt April bis

Juli zahlreiche gelbe Blüten. Er kann gut als niedrige Begrenzung gepflanzt werden und er fördert die Bodenfruchtbarkeit, indem er in der Luft Stickstoff bindet und zum Boden leitet. Der Stechginster hat sich eigentlich überall in Deutschland als winterhart erwiesen.

Der Pfriemenginster oder Binsenginster ist sommergrün und kann 2 bis 3 Meter hoch werden. Er entwickelt schöne leuchtend gelbe und stark duftende Blüten, die in großen Mengen ab April bis Juni erscheinen. Wenn er das Klima bei uns verträgt, ursprünglich ist der Pfriemenginster eher im Mittelmeerraum und ähnlich freundlichen Gebieten zu finden. Deshalb reagiert der Pfriemenginster empfindlich auf Nässe und Frost und gedeiht am besten an sonnig heißen Standorten.

Ebenfalls im Mittelmeerraum beheimatet ist der Dornginster (Calicotome), der sich deshalb in einigen Gärten Deutschlands auch eher schwer tun wird.

Winterharter Ginster? - Herkunft beachten!

Die vielen Ginster-Arten werden dann auch noch untereinander gekreuzt. Wenn Sie nicht sicher ergründen können, zu welcher der Arten ein Ginster gehört, sollten Sie sich nach der Herkunft richten. So werden bei uns jedes Frühjahr gelbe Frühlings-Ginster im Topf angeboten, die auf den Kanarischen Inseln gezogen werden. Auch wenn sie als Genista ausgewiesen sind, sind sie mit dieser Herkunft in unseren Breiten nicht winterhart. Dieser Ginster sollte im Kübel kultiviert werden, er ist nur mehrjährig, wenn er frostfrei überwintert wird.

Dazu sollte er wie eine mediterrane Pflanze im Winter in eine helle, aber recht kalte Umgegung von 5 bis 10 Grad gestellt werden. Er wird dann nur mäßig gegossen, immer erst, wenn die oberste Erdschicht trocken ist, und darf niemals nasse Füße bekommen. Ähnlich sollten andere Ginster in Kübeln überwintert werden, besonders möglicherweise empfindliche Sorten von Geißklee oder Binsenginster.

Wenn Sie Geißklee, Stechginster, Binsenginster oder Dornenginster bei uns auspflanzen wollen, könnten Sie sich erkundigen, wo die Pflanzen gezogen wurden. Oder Sie schneiden sich von einem Strauch, der bei uns bereits sicher durch den Winter gekommen ist, Stecklinge bzw. Steckhölzer. Dazu können Sie einjährige Triebe verwenden und in Töpfe stecken, nach etwa einem Jahr sind sie so gut bewurzelt, dass sie ausgepflanzt werden können.