Oleander überwintern - Anleitung & Tipps

OleanderOleander, der auch unter dem Namen Rosenlorbeer bekannt ist, ist ein verholzter immergrüner Zierstrauch. Von den ca. 160 Sorten des Oleander müssen in unseren Regionen die meisten drinnen überwintern. Einige wenige Sorten können jedoch auch in Deutschland den Winter problemlos im Freien überstehen, vorausgesetzt sie erhalten einen entsprechenden Winterschutz.

Oleander überwintern
  • Man lässt den Kübel so lange wie möglich im Freien stehen. Die Pflanzen sind winterhart bis – 5 ˚C. So schnell nimmt der Oleander keinen Schaden. Maximal ein paar Blätter fallen ab. 
  • Da

    Oleander immergrün ist, benötigt er einen hellen Überwinterungsplatz.
  • Er sollte kühl stehen, zwischen 5 und maximal 15 ˚C. 
  • Wichtig ist, den Raum regelmäßig zu lüften! Auch die Luftfeuchtigkeit darf nicht zu niedrig sein!
  • Gegossen wird nur wenig, der Pflanzballen darf aber nicht vollständig austrocknen!
  • Immer erst eine Fingerprobe machen. Die Erde muss oberflächlich gut abgetrocknet sein!
  • Nicht düngen!
  • Regelmäßig auf Schädlinge untersuchen! Klebrige Stellen und Punkte auf den Blättern deuten auf Schildläuse hin, eingesponnene Triebspitzen auf Spinnmilben. Beide Schädlinge lieben den Oleander und sind die häufigste Ursache, dass die Pflanzen im Winter großen Schaden nehmen.
  • Gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einleiten und immer wieder prüfen, dass die Schädlinge nicht wieder kommen!
  • So früh wie möglich wieder ins Freie stellen, wenn auch etwas geschützt! Oleander kann gleich in die Sonne, muss nicht langsam an sie gewöhnt werden.
Pflegefehler und Tipps der Redaktion

Wird die Pflanze zu spät ins Winterquartier gebracht, kann das zu Lasten einer frühen Blüte gehen. Bei Temperaturen unter – 5 ˚C frieren die Blütenstände ein. Etwas Frost ist dagegen gut für Oleander. Man stellt den Kübel also bei den ersten Frösten geschützt auf, an eine warme Hauswand und kann ihn auch etwas abdecken. Erst bei Dauerfrost und starken Frösten einstellen. Das verkürzt die schwierige Überwinterungszeit drinnen.
  • Werden Oleander nahe dem Gefrierpunkt überwintert, können sie auch dunkler stehen.
  • Je kälter der Standort, desto dunkler kann er sein!
  • Je wärmer der Raum ist, desto heller muss er sein!
  • Bei warmer Überwinterung ist eine Pflanzenlampe günstig, sonst kommt es zu langen, viel zu dünnen Austrieben. Diese Triebe vollständig entfernen!
  • Nicht zu viel Gießen!
Pflegeansprüche des Rosenlorbeer

In den meisten Regionen Deutschlands wird der Rosenlorbeer vorrangig im Kübel kultiviert. Dabei sollte die Erde der eigentlichen Heimat des Oleander, dem Mittelmeerraum angepasst sein. Auf reinen Torf oder den Zusatz von Torf sollte man verzichten. Normale Gartenerde mit Lehm und Kompost gemischt, ist dagegen sehr gut geeignet.
Bei Kübelpflanzen sollte immer darauf geachtet werden, dass der Topf entsprechend groß genug ist, dass sich die Wurzeln gut entwickeln können.

Da die jungen Pflanzen relativ schnell wachsen, müssen sie jedes Jahr in ein entsprechend größeres Gefäß umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Ältere Exemplare werden dann nur noch bei Bedarf umgetopft, spätestens dann, wenn die Wurzelmasse den kompletten Topf ausfüllt. Das kann nach 5 aber gegebenenfalls auch erst nach 10 Jahren der Falls sein.

Ist irgendwann die größte Größe des Pflanzgefäßes erreicht, kann man beim Umtopfen die Wurzeln zurück schneiden und den Oleander dann wieder in den gleichen Topf einsetzen. Gleichzeit zum Wurzelrückschnitt sollte man auch einige Triebe im oberen Bereich der Pflanze zurück schneiden, um ein entsprechendes Gleichgewicht herzustellen.
/>Zum Gießen

eignet sich Leitungswasser am besten. Da der Oleander kein Problem mit nassen Füßen hat, macht es ihm auch nichts aus, wenn im Untersetzer ständig etwas Wasser steht, es wäre sogar vorteilhaft. Düngen sollte man Kübelpflanzen auf die gleiche Art und Weise wie den Oleander im Garten. Nur die Dosierung des Düngers müsste dementsprechend angepasst werden.

Oleander im TopfDer Rosenlorbeer sollte regelmäßig verschnitten werden, um eine Verkahlung im Innern zu vermeiden. Demzufolge sollten die ältesten Triebe immer entfernt werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr. Kahle Triebe können aber auch im Herbst entfernt werden. Ein Auslichtungsschnitt kann das ganze Jahr über erfolgen. Ist die Pflanze bereits verkahlt, ist ein radikaler Rückschnitt ratsam.

Überwinterung im Freien

In milderen Regionen Deutschlands kann der Oleander auch im Freien überwintern. Allerdings sollte der jeweilige Standort windgeschützt, beispielsweise an einer Hauswand und überdacht sein. Steht die Pflanze im Kübel, sollte dieser auf einen beispielsweise mit mindestens 5 cm dickem Styropor isolierten Untergrund gestellt werden, das schützt die Wurzeln vor Bodenfrost.

Der Pflanzkübel sollte mit einer Kokosmatte, Jute, Luftpolster- oder Noppenfolie umwickelt und so vor Frost geschützt werden. Die Äste können mit einer Schnur aus Sisal zusammengebunden und die Triebe und Blätter mit einem licht- und luftdurchlässigen Vlies abgedeckt werden. Der Wurzelbereich kann zudem mit einer dicken Schicht Mulch abgedeckt werden. So geschützt kann der Oleander Temperaturen von maximal -5 Grad Celsius trotzen.

Überwinterung im Haus

Bevor man den Oleander ins Winterquartier holt, sollte man ihn auf einen möglichen Schädlingsbefall kontrollieren und diesen gegebenenfalls beseitigen.
Für die Unterbringung eigenen sich unbeheizte Gewächshäuser oder Wintergärten besonders gut. Garage und Keller sind in der Regel zu dunkel.

Das Winterquartier sollte möglichst hell, luftig und kühl sein bei Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Eine zu warme Überwinterung kann einen Schildlausbefall begünstigen.
Sind die Zweige zu ausladend für den jeweiligen Raum, können diese mit einer Sisalschnur etwas zusammengebunden werden.

Der Wasserbedarf ist im Winter wesentlich geringer. Je kühler der Raum ist, desto weniger muss gegossen werden. Austrocknen sollte die Erde jedoch nicht. Zu viel Wasser würde auch einen Schädlingsbefall begünstigen.
Auf Dünger sollte im Winter komplett verzichtet werden.

Das Winterquartier sollte an frostfreien Tagen gut gelüftet werden, mindestens einmal wöchentlich. Zudem sollte auf ausreichende Luftfeuchtigkeit geachtet werden.

Schädlinge und Krankheiten dieser Pflanze

Gelbe Blätter an älteren Pflanzen sind in der Regel normal. Verliert der Rosenlorbeer  aber in kurzer Zeit relativ viele Blätter, kann ein Nährstoffmangel die Ursache sein. Ein Verlust der Blätter im Pflanzeninnern deutet meist auf einen Wassermangel hin.

Zu den Schädlingen, von denen der Rosenlorbeer befallen werden kann, gehören Schildläuse und Spinnmilben. Hilfreich können hier Pflanzenschutzmittel auf Rapsölbasis sein.

Den sogenannten Oleanderkrebes findet man häufig an Pflanzen, die aus dem Süden importiert wurden. Anzeichen dieser bakteriellen Erkrankung sind höckerartige Veränderungen auf den Blättern und dunkle Risse an den Trieben. Bekämpft werden kann diese Erkrankung nur durch einen radikalen Rückschnitt bis ins gesunde Holz.
Oleander - schön aber giftig

Der Oleander ist eine besonders dekorative Zierpflanze, die eine sachgemäße Haltung bzw. Pflege mit handtellergroßen, prachtvollen Blüten belohnt. Beim Kauf sollte man auf Qualität achten und derartige Pflanzen möglichst bei einem Züchter kaufen. Trotz aller Pracht sollte man nicht vergessen, dass Oleander in allen Pflanzenteilen giftig ist.

 oleander2_flEinziger Nachteil der schönen Pflanze ist, dass Oleander nicht winterhart ist. Er übersteht mitteleuropäische Winter nicht im Freien und wird deshalb im Pflanzkübel kultiviert. Oleander muss entsprechend seiner Ansprüche überwintert werden, was nicht immer ganz einfach ist. Zum einen verfügen nicht alle Pflanzenliebhaber über das entsprechend helle und temperierte Quartier und zum anderen ist der Oleander bei unsachgemäßer Überwinterung sehr von Schädlingsbefall bedroht. Vor allem Spinnmilben fallen gern über die Pflanzen her und können großen Schaden anrichten. Damit das nicht passiert, hier eine Anleitung für die sachgemäße Überwinterung:

Fazit

Der Oleander ist eine sehr beliebte Kübelpflanze. Wer ihr kein geeignetes Winterquartier zur Verfügung stellen kann, sollte nach Sorten suchen, die sehr kälteverträglich sind. Es gibt inzwischen einige Sorten. Diese kann man oft im Freien überwintern. Voraussetzungen sind, dass man in einer recht günstigen Region wohnt (möglichst Weinbauklima) und die Pflanze und den Kübel schützen. Eine sehr informative Seite für Oleanderliebhaber: www.oleanderhof-nunsdorf.de/oleander/sorten.html.
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