Essbare Hibiskusblüten für Sekt und Deko selbst gemacht

Essbare Hibiskusblüten für Sekt und Deko selbst gemacht

Essbare Blüten sind in, und wirklich können sie aus einem sonst eher langweiligen Getränk oder Dessert im Handumdrehen etwas ganz Besonderes machen. Deshalb werden auch in den angesagten Feinschmecker-Handelsgeschäften überall essbare Blüten verkauft.

 

Hibiskusblüten besitzen Aromen, weshalb sie Sekt oder anderen Getränken beigegeben werden könnenRecht neu im Angebot sind essbare Hibiskusblüten, und zu entsprechenden stolzen Preisen werden diese Blüten auch angeboten. Jeder Gartenbesitzer fragt sich ganz schnell, ob er die Hibiskusblüten nicht aus dem eigenen Garten

beziehen kann und so bald über selbst gemachte Deko mit essbaren Hibiskusblüten verfügen kann.

Den Hibiskus aus dem Garten verwerten?


Die bei uns als Hibiskus oder auch Eibisch bekannten Gewächse gehören zur Familie der Malvengewächse, mit der Unterfamilie der Malvoideae, in der dann die Gattung Hibiskus abzweigt. Sie umfasst mehrere hundert Unterarten, die vor allem in den wärmeren Gebieten der Welt heimisch sind, von denen aber auch viele bei uns erworben und gepflanzt werden können.

Einige kennen Sie vielleicht auch schon, das sind der Hibiscus syriacus oder Straucheibisch und der Hibiscus rosa-sinensis, der chinesische Roseneibisch. Dies ist die Pflanze, die bei uns meist nur einfach Hibiskus genannt wird. Beiden Hibiskus-Arten begegnen Ihnen häufig im Handel oder auf Terrassen oder als Zimmerpflanzen. Der Straucheibisch wird als Nationalblume Südkoreas betrachtet, und dort werden seine Blüten und Blätter auch zu Verzehrzwecken genutzt, roh oder gegart. Auch der Hibiscus rosa-sinensis, unsere beliebte Zierpflanzen im Park, im Garten oder im Zimmer, ist eine Nationalblume, nämlich die von Malaysia. Sie ist aber auch in China mit Symbolkraft behaftet - der Hibiskus steht für Pracht, Ruhm und Reichtum und für den Liebreiz junger Mädchen. Auch die Wurzeln, Blüten und Blätter dieser Hibiskus-Sorte werden roh und gegart als Lebensmittel verwertet.

Im Prinzip spricht deshalb eigentlich nichts dagegen, wenn Sie Ihrem Hibiskus im Garten ein paar Blüten für Ihren Sekt rauben oder Ihren Hibiskus auf der Fensterbank vor der Party kahlschneiden (der dann aber schon lange genug bei Ihnen stehen sollte, um Pflanzenschutzmittel abzubauen, mit denen er möglicherweise einmal behandelt wurde).

Die essbaren Hibiskusblüten kommen nicht von unseren Zierpflanzen


Es gibt im Bereich der Malvengewächse allerdings mehrere Blütenpflanzen, deren Blüten wohlschmeckender sein sollen. Wobei die Blütenblätter, die wohl am meisten für die Herstellung von Lebensmitteln oder Tees eingesetzt werden, meist

nicht aus der Gattung Hibiskus stammen, sondern aus anderen Gattungen der Unterfamilie der Malvoideae. Die Malvoideae teilen sich noch einmal in vier Tribus, in denen quer über die Tribus verteilt insgesamt vier Gattungen mit kulinarisch interessanten Pflanzen auftreten:

  • Die Gattung Eibisch (Althaea) bringt den echten Eibisch (Althea officinalis) hervor, aus dem früher Hustensaft gemacht wurde, die Stockrose (Althea rosea), deren Blüten in Tees landen, und den hanfblättrigen Eibisch (Althaea cannabina), der vor Aufkommen der chemischen Farbstoffe den rosa Marshmallows ihre Farbe gab.

  • Verwandt mit dem Hibiskus sind die Malven, welche ebenfalls aromatisch schmecken und duftenDie Gattung Malven (Malva) bringt einige vom Menschen nicht nur dekorativ genutzte Malven-Arten hervor. Sie geben Aroma ab, das in der Kosmetikindustrie diverse Produkte bereichert, oder

    werden als Malvenblütentee verarbeitet. Andere Malvengewächse färben asiatische Currys rot und tragen auch gleich ein wenig zur säuerlichen, erfrischenden Geschmacksnote bei.

  • Die Gattung Bisameibisch (Abelmoschus) bringt den Gemüse-Eibisch (Abelmoschus esculentus) hervor, der den neugierigen Feinschmeckern unter uns als Okra bekannt ist, und die Gattung Hibiskus nicht nur die oben erwähnten Zierpflanzen, sondern auch Sorten, die besser (bzw. überhaupt nach etwas) schmecken sollen.

  • Eine Sorte, die unter den Bezeichnung Hibiscus aculeatus, Hibiscus scaber oder Hibiscus diversifolius zu finden ist, wird bereits in Handelsformen für den menschlichen Genuss verarbeitet. Sie heißt nämlich in Englisch "Pineland Hibiscus" oder "Comfortroot" - und das ist eine der Sorten, die in Hibiskustee zu finden sind.

Aromatischer Hibiskus: Roselle


In die Gattung Hibiskus gehört auch die Roselle (Hibiscus sabdariffa), deren Namen Sie auf einem Etikett mit eingelegten Hibiskusblättern in Sirup wiederfinden könnten. Diese Hibiskussorte soll ein wenig mehr Geschmack entwickeln als andere. Sie wird in ihren Heimatländern schon lange zur Herstellung heißer Tees oder kalter, gesüßter Erfrischungsgetränke genutzt. Wenn Sie sich diese Hibiskussorte beschaffen, können Sie schon bei einer einzigen Party eine ganze Menge Geld sparen, fertig in Sirup eingelegt bekommen Sie eine Blüte nicht unter einem Euro.

Die Roselle können Sie nur im Sommer im Garten halten, mehr als 5 Grad (plus) hält sie an Kälte nicht aus, aber niemand hindert Sie daran, eigene Konservierungs- und Trocknungsexperimente mit den gerade aufgeführten Sorten zu starten, ungiftig sind sie alle, wie eigentlich alle Malvenarten. Auch Ihr Garten kann eigentlich von der Anpflanzung jedes Malvengewächses profitieren, alle Pflanzenverwandten entwickeln zwar sehr unterschiedliche, aber immer dekorative Blüten.

 

Und wenn Sie die eingelegten Rosellen erst einmal probiert haben, werden Sie vielleicht feststellen, dass sie wie alle Blüten keinen sehr ausdrucksstarken Geschmack hervorbringen. Es wäre also durchaus denkbar, dass eine bei uns winterhärtere Hibiskussorte Ihnen geschmacklich ähnlich zusagt. Vielleicht der Hibiskus moscheatus, der Riesenhibiskus, der bei uns mit Winterschutz bis zu minus 10 Grad übersteht und der ebenfalls als Teepflanze genutzt wird. Schön aussehen werden die Hibiskusblüten im Sekt auf jeden Fall, und die Gäste müssen die Blüten ja nicht aufessen.

 

Fazit der Redaktion

 

Wenn Sie vorhaben, in Zukunft von Ihrem neuen Hibiskus Ihren Haustee zu gewinnen, von dem Sie mehrere Liter täglich trinken, sollten Sie sich bei jeder einzelnen Art noch einmal genau über die Inhaltsstoffe informieren. Hibiskus wird ja auch als Heilpflanze genutzt, und auch wenn seinen einzelnen Wirkstoffen (Fruchtsäuren, Hibiskussäuren, Phytosterole, Flavonoide, Pektine, Anthocyane, Schleimarten) eher wohltuende Wirkungen zugeschrieben werden, können einzelne Personen empfindlich reagieren!