Pilze züchten - Pilzzucht im Garten, auf Terrasse und Balkon

Pilze züchten - Pilzzucht im Garten, auf Terrasse und Balkon

Neben dem Spaß eigene Pilze zu züchten, gibt es einige vernünftige Gründe Pilze nicht mehr im Wald zu sammeln:

ü Man ist sicher essbare zu haben,
ü Pilze sind mancherorts sehr selten geworden,
ü Waldpilze können immer noch radioaktiv belastet sein (Tschernobyl!!),
ü die Erkrankungen durch FSME und Borreliose, hervorgerufen durch Zeckenbisse, nehmen in erschreckendem Maße zu.

Pilze lassen sich auf Fertigsubstraten, Strohballen, Laubholzstämmen und im Gartenboden züchten. Die Pilzsubstrate sind im Gartenfachhandel, Gartencentern und bei Pilzfarmen erhältlich.

Pilze züchten

In Fertigpackungen werden Champignons, braune Egerlinge, Schopftintlinge und violetter Ritterling angeboten. Auf Strohballen lassen sich Kulturträuschling (Braunkappe) und Austernpilze kultivieren. Beide Verfahren sind einjährige Kultur. Mehrjährig ist die Kultur von Shii-Take, Toskana-Pilz und Austernpilzen auf Laubhölzern.

Anbau von Kulturträuschling im Erdreich ist möglich, gelingt jedoch nicht so gut wie auf Strohballen.
Die in Fertigpackungen angebotenen Pilze können problemlos auf der Terrasse, am Balkon oder im hellen Keller gezogen werden. Die Gebrauchanleitungen sind einfach anzuwenden, weshalb hier nicht im Detail darauf eingegangen werden soll.

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1.Pilzzucht auf Stroh


Der Strohballen soll so frisch wie möglich sein, d.h. bei Beginn im Frühjahr von der letzten Herbsternte und im Herbst von der laufenden Ernte. Damit wird vermieden, dass der Ballen von Fremdpilzen befallen ist, welche die angeimpfte Pilzkultur stören oder abtöten können.
Der Strohballen wird mindestens 48 Stunden komplett in Wasser untergetaucht. Ideal in einer alten Badewanne, einem Regenfass, Mörtelkübel oder ähnlichem. Alternativ ist Bewässern mit der Gieskanne möglich, eine Durchfeuchtung des Strohballen-Kernes ist aber sehr schwer und muss kontrolliert werden.
Die Lagerung des Strohballens erfolgt im Schatten oder Halbschatten, z.B. unter Bäumen und Sträuchern. Zugluft ist zu vermeiden; Erdkontakt ist zwingend notwendig. Also nicht auf Steinplatten oder Folien lagern.

Pilzzucht Der Strohballen darf nicht austrocknen. Wenn 2 cm der Oberschicht trocken sind, muss gegossen werden (ca. 2-3 l je Ballen). Bei Dauerregen allerdings, empfiehlt sich das Abdecken mit Folie, da zuviel Feuchtigkeit schadet.
Das zur Beimpfung notwendige Pilzsubstrat bekommt man als Mycelbrocken oder in Holzstäbchen (sog. Stöckchenbrut).

In den gut durchfeuchteten Strohballen werden die Stäbchen ca. 15 cm in das Stroh gedrückt. Es empfiehlt sich mit einer dünnen Holzstange die Löcher gleichmäßig über den Ballen verteilt, entsprechend tief zu stechen und dann das Stäbchen darin zu versenken. Die Öffnungen müssen anschließend gut verschlossen werden (Herumtrampeln auf dem Strohballen)! Wichtig ist ein guter Kontakt zwischen Mycel und Stroh.
Das Mycel wächst ab plus 5 Grad Celsius bis max. 30 Grad.
Je nach Temperatur ist der Strohballen nach 2-4 Monaten vom Mycel durchwachsen (weißes Geflecht im Stroh). Von da an kann 3-5 Monate geerntet werden. Es kann mit einem Ertrag von bis zu 5 kg / Ballen gerechnet werden.

Hinweis: Die Schnecken lieben die Pilze auch!!
Nach der Ernte fällt der Strohballen stark zusammen, ist verbraucht und kann zum Mulchen, z.B. bei Beerensträuchern, verwendet werden.
Da das Mycel auch aus dem  Erdreich Nährstoffe entzogen hat, muss bei einer Neuanlage ein Abstand von mindestens 50 cm von der Vorjahreszucht eingehalten werden.


size="2">Werner Deutsch