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Pilze züchten - Pilzzucht im Garten, auf Terrasse und Balkon
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1.Pilzzucht auf Stroh


Der Strohballen soll so frisch wie möglich sein, d.h. bei Beginn im Frühjahr von der letzten Herbsternte und im Herbst von der laufenden Ernte. Damit wird vermieden, dass der Ballen von Fremdpilzen befallen ist, welche die angeimpfte Pilzkultur stören oder abtöten können.
Der Strohballen wird mindestens 48 Stunden komplett in Wasser untergetaucht. Ideal in einer alten Badewanne, einem Regenfass, Mörtelkübel oder ähnlichem. Alternativ ist Bewässern mit der Gieskanne möglich, eine Durchfeuchtung des Strohballen-Kernes ist aber sehr schwer und muss kontrolliert werden.
Die Lagerung des Strohballens erfolgt im Schatten oder Halbschatten, z.B. unter Bäumen und Sträuchern. Zugluft ist zu vermeiden; Erdkontakt ist zwingend notwendig. Also nicht auf Steinplatten oder Folien lagern.

Pilzzucht Der Strohballen darf nicht austrocknen. Wenn 2 cm der Oberschicht trocken sind, muss gegossen werden (ca. 2-3 l je Ballen). Bei Dauerregen allerdings, empfiehlt sich das Abdecken mit Folie, da zuviel Feuchtigkeit schadet.
Das zur Beimpfung notwendige Pilzsubstrat bekommt man als Mycelbrocken oder in Holzstäbchen (sog. Stöckchenbrut).

In den gut durchfeuchteten Strohballen werden die Stäbchen ca. 15 cm in das Stroh gedrückt. Es empfiehlt sich mit einer dünnen Holzstange die Löcher gleichmäßig über den Ballen verteilt, entsprechend tief zu stechen und dann das Stäbchen darin zu versenken. Die Öffnungen müssen anschließend gut verschlossen werden (Herumtrampeln auf dem Strohballen)! Wichtig ist ein guter Kontakt zwischen Mycel und Stroh.
Das Mycel wächst ab plus 5 Grad Celsius bis max. 30 Grad.
Je nach Temperatur ist der Strohballen nach 2-4 Monaten vom Mycel durchwachsen (weißes Geflecht im Stroh). Von da an kann 3-5 Monate geerntet werden. Es kann mit einem Ertrag von bis zu 5 kg / Ballen gerechnet werden.

Hinweis: Die Schnecken lieben die Pilze auch!!
Nach der Ernte fällt der Strohballen stark zusammen, ist verbraucht und kann zum Mulchen, z.B. bei Beerensträuchern, verwendet werden.
Da das Mycel auch aus dem  Erdreich Nährstoffe entzogen hat, muss bei einer Neuanlage ein Abstand von mindestens 50 cm von der Vorjahreszucht eingehalten werden.

Werner Deutsch



 


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