Fruchtweinherstellung - Wein aus Garten-Früchten

Fruchtweinherstellung - Wein aus Garten-Früchten

Wein aus den eigenen Gartenfrüchten herzustellen macht Spaß und ist weder besonders schwer, noch sehr aufwändig.

Die Vorteile bei den eigenen Früchten sind, man weiß, dass sie nicht chemisch behandelt sind, man kann sie ernten, wenn sie richtig reif sind und man kann sie ganz schnell, ohne Lagerung, welche immer einen Qualitätsverlust mit sich bringt, verarbeiten.

Es lohnt sich also, seinen eigenen Fruchtwein herzustallen.

Zubehör

Zur Weinherstellung benötigt man eine Grundausstattung, die aus einem Gärballon, einer passenden

Abdeckung für das Gärgefäß, einem Gäraufsatz, einem Kunststoffschlauch, Flaschen und Korken und nach Möglichkeit einer Öchsle-Waage bestehen sollte. Des weiteren werden allerhand Zusätze verwendet, wie Antigel zur Fermentierung der Früchte, Reinzuchthefe und Hefenährsalz, um den Gärvorgang zu beschleunigen, Milchsäure, um den Säuregehalt zu erhöhen, Kaliumpyrosulfit, um die Entwicklung unerwünschter Mikroorganismen zu verhindern, kohlesauren Kalk zur Neutralisation unerwünschter Säure und Kieselsol, Gelatine oder Tannin, um den Wein notfalls zu klären. Wer noch keinerlei Equipment für die Weinherstellung besitzt, ist mit einem kompletten Starterset am besten beraten. Es beinhaltet in der Regel alle genannten Dinge, außer Flaschen und Korken. Solch ein Set kostet ca. 40 bis 50 Euro, je nach Größe des Gärbehälters.

Herstellung eines Fruchtweines

Die Früchte sollten geerntet und gleich im Anschluss daran verarbeitet werden. Man erntet nur richtig reifes und unbeschädigtes Obst. Die Früchte müssen sauber und möglichst trocken sein. Wenn man sie wäscht, muss das Wasser im Anschluss gut abtropfen können. Bei empfindlichen Früchten, wie bei Erdbeeren, sollte man gar nicht viel Waschen, sie verlieren dabei jede Menge Aroma.

Die Früchte werden anschließend zerkleinert.
href="http://www.hausgarten.net/obst-obstgarten/beerenobst.html">Beeren zerquetscht man einfach. Steinobst muss man nicht entsteinen, sollte aber die Kerne nicht beschädigen. Kernobst muss gründlich zerkleinert werden, darf aber keinen Brei ergeben.

Auf keinem Fall darf das Obst, die Säfte oder die Maische wegen der vorhandenen Fruchtsäfte mit Metall in Berührung kommen! Bedenken sollte man auch, das unreifes Obst weniger Zucker und Fruchtaroma hat, dafür aber ein Übermaß an Säure.

Bei der Zerkleinerung der Früchte für die Weingewinnung entsteht eine so genannte Fruchtmaische. Diese wird in der Regel kalt gepresst. Man kann aber auch eine Maischgärung durchführen, wo also nicht nur der Saft, sondern die gesamte Maische gärt. Der Vorteil der Kaltpressung ist, dass keine Geschmacksveränderung eintritt. Außerdem bleiben die Vitamine erhalten.

Nur wenige Früchte, wie Weintrauben, Äpfel und manche Birnen liefern einen Saft, der auch ohne Zusätze einen harmonischen Wein ergibt. Oft muss Säure zugesetzt oder der Säuregehalt verringert werden. Man verdünnt dann mit Wasser oder setzt kohlesauren Kalk zu. Bei Zuckermangel wird Zucker zugeführt.
Wenn der Saft in dem Gärbehälter eingefüllt ist und alle notwendigen Zusatzstoffe zugegeben sind, kann die Gärung beginnen. Die Gärung ist der wichtigste Vorgang bei der Herstellung alkoholischer Getränke. Hervorgerufen wird sie durch Hefen. Reinzuchthefen sorgen für die besten Ergebnisse. Während des Gärvorganges muss der Wein beobachtet werden.  Der Gärverschluss darf nicht austrocknen, damit keine Luft an den Wein kommt.

Dass die Gärung abgeschlossen ist, erkennt man daran, dass sich keine Gasbläschen mehr bilden, wenn man an dem Gärgefäß rüttelt. Dann ist es Zeit, den Behälter an

einen kühleren Ort zu bringen, damit sich die Hefe und die so genannten Trubteilchen absetzen können. Der Satz kann durch ein feines Tuch gefiltert werden. Zur weiteren Klärung, aber auch zur Verbesserung der Haltbarkeit und zum Schutz vor Bakterienbefall wird eine leichte Schwefelung vorgenommen. Je 10 Liter Jungwein verwendet man bis 1 Gramm Kaliumpyrosulfit. Nun kann der Wein bei kühler Lagerung und unter Luftabschluss seiner endgültigen Reife entgegen sehen.

Als letzten Schritt bei der Weinherstellung aus den eigenen Gartenfrüchten muss der Wein abgefüllt werden. Man verwendet Glasflaschen, die mit einem Korken fest verschlossen werden. Am besten nutzt man eine Verkorkungsmaschine, aber es gibt auch Korken, die können mit der Hand verschlossen werden.

Der Fruchtwein sollte nicht zu lange gelagert werden. Es sind frische Weine, die spätestens bei der neuen Ernte im Garten verbraucht sein sollten.