Verwilderter Garten - erste Schritte der Neuanlage

Verwilderter Garten - erste Schritte der Neuanlage Um das verwilderte Grundstück neu anzulegen, ist es sinnvoll, im Vorfeld viel Gedankengut, im Hinblick auf das gewünschte Endergebnis einzubringen. Hierzu gehört es, sich grundlegend für eine bestimmte Stilrichtung der Neuanlage zu entscheiden. Zu diesen verschiedenen Stilarten gehört in vorderer Linie die klassische Stilrichtung, die romantische,
die Landhaus orientierte und die asiatische Stilvariante.

Jede einzelne Variante beinhaltet festgelegte Stilelemente, mit denen man sich harmonisch identifizieren sollte, die aber ebenso auch zum Stil der aufstehenden Gebäude passen

sollte. Hat man sich nach eingehendem Studium dieser unterschiedlichen Richtungen für eine Variante entschieden, befasst man sich in zeichnerischer Form mit den vorgegeben Abmessungen und fixierten Formen des Grundstückes, indem man einen Gartenplan erstellt.

Dieser Gartenplan beinhaltet die Einteilung des Grundstückes und die Festlegung der Flächen mit den gewünschten Formen für Beete, Grünbepflanzung, Wegverläufe und Sitzplatzanlagen sowie Terrassen am Haus und Teichanlagen und/oder anderen Wasserflächen. Vorhanden und weiterhin zu nutzende Pflanzen und Bäume werden in die planerischen Überlegungen mit einbezogen. In dieser Phase befindet man sich in der Gartenarchitektur.

Nach Fertigstellung dieser notwendigen Planunterlagen beginnt die körperliche Arbeit auf dem zu verändernden Grundstück. Hiezu gehört das Entfernen aller nicht weiter erwünschten Gewächse und Bäume. Verbleibende Bäume bedürfen in den häufigsten Fällen eines Auslichtungsschnittes sowie Korrekturen in der Formgebung des Wuchses. Des Weiteren werden Sträucher und gegebenenfalls vorhandene Hecken beschnitten und ebenfalls in Form gebracht. Einen großen Anteil an den ersten Arbeiten hat das Entfernen sämtlicher Gewächse und Wildkräuter, die das Grundstück verunstalten. In der Folge beginnt das Anlegen von befestigten Flächen, wie Terrasse, Wegläufe, Stufengänge
und Sitzplatzflächen sowie sonstigen Befestigungen wie Ziermauern und Naturmauern. Ist in der Planung eine Teichanlage vorgesehen, gehört es auch zu den ersten Schritten, den Aushub für den späteren Teich vorzunehmen und je nach Wunsch den Kunststoff-Fertigteich einzusetzen oder mit Teichfolie einen individuell gestalteten Teich anzulegen. Die als Beete vorgesehenen Flächen, sind nunmehr in der Weise zu bearbeiten, dass der Boden gelockert beziehungsweise umgegraben wird. An dieser Stelle ist eine Bodenanalyse ratsam, um gegebenenfalls, bei Notwendigkeit eine Bodenverbesserung durch entsprechende Maßnahmen in Bezug auf den, für die vorgesehenen Bepflanzungen, erforderlichen Bodentyp, vorzunehmen.

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Bepflanzungsplan

Nunmehr erfolgt der Bepflanzungsplan, entsprechend der gewählten Stilrichtung. Dieser Stilrichtung folgend, sollten Pflanzen entsprechend der Boden- und Lichtverhältnisse ausgesucht werden. Zu berücksichtigen ist im Vorfeld, die gewünschte Nutzung, im Hinblick darauf, ob gegebenenfalls auch eine Nutzgartenfläche und/oder Spielgeräte für Kinder sowie Kompostierstellen und Unterbringungsmöglichkeiten für Gerätschaften einzubringen. Auch in der Höhe angelegte Elemente, wie Pergolen, Rosenbögen und Ähnliches sind rechtzeitig in die Planung aufzunehmen, um die ausgewählten Standorte, entsprechend den Erfordernissen präparieren zu können. Zu diesen Arbeiten ist das gegebenenfalls zu erstellende Fundament für die o.a. Elemente zu zählen.

Im Anschluss an diese gröberen Arbeiten, folgt nun die Auswahl der Pflanzen, die ein besonderes Augenmaß erfordert, um, in Bezug auf die Höhenstaffelung und Farbkombination, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Auch die Blühzeit der einzelnen Pflanzen, ist, im Hinblick auf eine möglichst lang ausgedehnte und

über das Jahr gut verteilte Blüte, unbedingt zu berücksichtigen. An dieser Stelle sollen auch die Zwiebelblumen und deren Positionierung im Sinne eines harmonischen Gartenbildes nicht unerwähnt bleiben. Einem guten alten Brauch entsprechend sollte der Garten eines jeden Hauses über einen so genannten Hausbaum, der der Größe des Hauses angemessen ist, verfügen. Sind Bäume im Bestand vorhanden, ist dies selbstverständlich zu vernachlässigen. Zu guter Letzt sind nun die verbleibenden Freiflächen zu bearbeiten, was zumeist mit dem Verlegen von Rollrasen oder dem Einsäen von Rasen erfolgt.

von Annett Biermann