Grabbepflanzung im Sommer - Ideen zur Friedhofsbepflanzung

Die Grabbepflanzung im Sommer will gut durchdacht sein, da große Hitze und wenig Zeit zum Gießen schnell zu Schäden an den Gewächsen und damit zu einer unschönen Optik führen. Auf Blütenpracht und dekorative Kombinationen muss mit diesen Vorschlägen und Ideen zur Friedhofsbepflanzung dennoch nicht verzichtet werden.

Die florale Gestaltung der letzten Ruhestätte stellt gerade im Sommer vor einige Herausforderungen. Extreme Temperaturen und fehlender Niederschlag sind gerade in sonnigen Lagen problematisch für die Grabbepflanzung und vergrößern den Pflegeaufwand der Gewächse immens. Allerdings nur, wenn bei der Auswahl nicht auf die Trockenheitsverträglichkeit geachtet wird. Wer

im Vorfeld plant und die folgenden Ideen zur Friedhofsbepflanzung im Sommer berücksichtigt, muss für eine anhaltende und würdevolle Schönheit auch bei praller Sonne nicht täglich gießen.

Auswahlkriterien

Während Bodendecker und Rahmenbepflanzung das ganze Jahr über pflegeleicht und möglichst robust sein müssen, kommt es bei der Grabbepflanzung im Sommer hauptsächlich auf das problemlose Überstehen von großer Hitze und Trockenphasen an. Das ist gerade dann der Fall, wenn die letzte Ruhestätte nicht täglich besucht werden kann und sich ein häufiges Gießen daher schwierig gestaltet. Zudem sollte bei der Auswahl der Grabbepflanzung auf einige anderen Kriterien geachtet werden. Dazu gehören:
  • Höh
  • Ausbreitung durch Ausläufer und Selbstaussaat
  • Blütezeit und -dauer
  • Allgemeiner Pflegeaufwand und eventuell nötiger Verschnitt
  • Ansprüche an den Standort und das Substrat
Die schönste Blühpflanze bringt schlicht nichts, wenn sie bereits am zweiten heißen Sommertag alle Triebe hängen lässt oder allen anderen Gewächsen auf dem Grab viel zu stark über den Kopf wächst. Dazu kann eine starke Ausbreitung die Bodendecker stören oder in der Folgezeit immer wieder unnötigen Aufwand bereiten, da die unerwünschten Fremdpflanzen wiederholt entfernt werden müssen. Entscheidend sind daher die Eigenschaften der ausgewählten Pflanzen sowie einige Punkte der gesamten Gestaltung.
 
Gestaltungsideen und praktische Tipps

Da es sich bei der Grabbepflanzung im Sommer um den Anteil der Wechselbepflanzung handelt, sollte vor allem der Tausch einfach gestaltet werden. Damit es dennoch pflegeleicht bleibt, haben wir die folgenden praktischen Gestaltungsideen und Tipps für die Grabgestaltung zusammengestellt:
  1. Saisonale und damit auch die sommerliche Grabbepflanzung in eingegrabene, tiefe oder bodenlose Schalen setzen. Hierdurch können sich die Wurzeln nicht allzu weit ausbreiten aber dennoch auf Reserven im Erdreich zurückgreifen. Zudem ist der Wechsel einfacher, das Wässern kann gezielter erfolgen und die Wurzeln der Bodendecker werden nicht zur Konkurrenz.
  2. Je nach Größe der Ruhestätte ein oder drei Pflanzgefäße einsetzen. Eine ungerade Anzahl und dezente Asymmetrie vergrößern die Fläche optisch. Runde Gefäße fügen sich harmonischer ein als eckige.
  3. Für die sommerliche Grabbepflanzung mehrere Farbtöne und zwei bis drei verschieden hohe Gewächse kombinieren. Derartige Zusammenstellungen lockern optisch auf und sind dennoch stilvoll. Wird nur eine Pflanzenart eingesetzt kann schnell ein zu strenger Eindruck entstehen.
  4. Im Sommer möglichst auf Pflanzen setzen, die nur sehr wenig Wasser benötigen aber dennoch lange blühen. Gerade dickfleischige oder mediterrane Gewächse eignen sich hierfür und reduzieren den Aufwand, ohne mit Blütenpracht und Schönheit zu geizen.
  5. Vor allem bei den nötigen Lichtverhältnissen sollte auf die Standortbedingungen geachtet werden. Schatten oder pralle Sonne - einige Gewächse gedeihen in beiden Extremen problemlos, andere Pflanzen zeigen ihre Schönheit hingegen nur in sehr spezifischen Verhältnissen. Hier lohnt es sich also, gezielt Grabpflanzen für sonnige und schattige Standorte auszuwählen.
  6. Einen Verdunstungsschutz auftragen. Zur zusätzlichen Verringerung des Wasserbedarfs sollte rund um die Grabbepflanzung ein Verdunstungsschutz aufgetragen werden. Mulch ist für viele Gewächse ideal. Wer diesen aber optisch

    wenig ansprechend findet, kann auch auf Kies oder kleine Steine - beispielsweise in Weiß - zurückgreifen.
  7. Ungewöhnliche Bodendecker einsetzen.
Efeu ist zwar der Klassiker der Grabbepflanzung, wer stattdessen aber auffälligere Bodendecker einsetzt, kann die sommerliche Dekoration einfacher gestalten. Empfehlenswert sind:
  • Gänsekresse
  • Heckenkirsche
  • Immergrün
  • Kriechspindel
  • Rebhuhnbeere
  • Schneeheide
  • Zwerg-Gamander
  • Zwergmispel
Auch können diese miteinander kombiniert werden, beispielsweise in Mustern. Ist bereits die Basis so dekorativ gestaltet, reichen im Sommer wenige blühende Akzente.  

Empfehlenswerte und beliebte Grabbepflanzung

Wer sich nicht durch die schier unüberschaubare Anzahl an potenziell passenden Gewächsen für die Grabbepflanzung im Sommer schlagen möchte, erhält hier eine umfassende Auswahl empfehlenswerter Sorten:
  • Astilben
  • Bartnelke
  • Duftsteinrich
  • Fetthenne
  • Kalanchoe
  • Katzenminze
  • Mädchenauge
  • Mandevilla sanderi
  • Rittersporn
  • Sonnenbraut
  • Steppen-Salbei
  • Storchschnabel
  • Vergissmeinnicht
Astilben
Von Weiß bis Purpur, von zart fiedrig und leicht überhängend bis kerzengerade - die Astilben haben ein großes Spektrum zu bieten. Auch die Höhe reicht von 15 bis 100 Zentimeter, wobei vor allem die niedrigeren Sorten ideal für die Grabgestaltung sind.

Zudem können sie an
sonnigen und schattigen Standorten stehen. Eine Einschränkung gibt es hierbei allerdings, denn stehen Astilben oder Prachtspieren, wie diese auch genannt werden, in der prallen Sonne, brauchen sie durchaus eine gute Wasserversorgung.

Empfehlenswerte Pflanzpartner: Perlfarn, Glanz-Schildfarn, Viridiflora-Tulpen oder andere Prachtspieren

Bartnelke
Mit 25 bis 60 Zentimeter Höhe sind eigentlich alle Bartnelken Sorten für die Grabbepflanzung geeignet. Dazu bieten sie eine große Farbvielfalt und lassen sich problemlos mit anderen Gewächsen kombinieren. Bartnelken sind ideal für sonnige Lagen und sollten hier mit einer dicken Schicht Mulch oder Kies umrandet werden, dann halten sie auch die eine oder andere lange Durststrecke gut aus.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Rosen, Duftsteinrich, Katzenminze

Duftsteinrich
Duftsteinrich oder Steinkraut, wie diese polsterförmige Staude auch heißt, benötigt sehr wenig Pflege und muss selbst bei Trockenheit nicht allzu oft gegossen werden. Da Steinkraut aber lediglich 15 Zentimeter hoch wird, eignet er sich bei der sommerlichen Grabbepflanzung im Grunde nur als zierende Unterpflanzung in der Schale und sollte mit höheren Gewächsen kombiniert werden.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Bartnelken, Rosen, Steppen-Salbei

Fette Henne
Anspruchslos und ausdauernd ist die Fette Henne eine ideale, wenn auch ungewöhnliche Wahl für die Grabbepflanzung im Sommer. Wird sie mit eher frühblühenden Gewächsen kombiniert, übernimmt sie im Spätsommer und Herbst aber die verschönernde Wirkung und erfordert dabei keinerlei Pflege. Mit 30 bis 50 Zentimeter Höhe passt sie problemlos in Schalen oder Töpfe.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Bartnelken, Tulpen, Rosen, Steppen-Salbei, Katzenminze

Kalanchoe
Kalanchoe - besser bekannt unter dem Namen Flammendes Käthchen - benötigt nur wenig Wasser, trägt aber dennoch intensive Farben. Und das sowohl in den Blättern als auch in den leuchtenden Blüten. Kalanchoe wird je nach Sorte 30 bis 40 Zentimeter hoch, kann allein zur saisonalen Grabbepflanzung genutzt oder mit anderen blühenden Gewächsen kombiniert werden.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Duftsteinrich, Fette Henne

Katzenminze
Dass Katzenminze nicht nur Samtpfoten erfreut, sondern auch eine schmückende Staude ist, wissen nur wenige. Dabei gibt es bei dem Gewächs eine unglaubliche Vielfalt. Mehrere Hundert Sorten, die von 20 bis 120 Zentimeter Höhe erreichen und nahezu in allen Farben blühen können, stehen hier zur Auswahl. Die Katzenminze hält zudem einige Schädlinge fern und ist optimal zum kombinierten Pflanzen mit Rosen. Sie benötigt kaum Wasser und blüht von Mai bis Oktober.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Rosen, Steppen-Salbei

Tipp: Auf Sorten mit graugrünem Laub setzen, diese überstehen auch längere Trockenheit unbeschadet.
 
Mädchenauge
Eine große Farbvielfalt und verschiedene Höhen hat das Mädchenauge zu bieten, das am besten an sonnigen Standorten gedeiht, Schatten aber dennoch toleriert. Wer diese Grabbepflanzung hin und wieder ausputzt, also vertrocknete Blüten entfernt oder einige noch blühende Exemplare abschneidet, kann die Pracht verlängern und noch intensivieren.

Empfehlenswerte Pflanzpartner: Bartnelken, Duftsteinrich, Sonnenbraut

Mandevilla sanderi 
Mandevilla sanderi oder Chilenischer Jasmin blüht von Mai bis Oktober und ist dennoch anspruchslos. Die festen und glänzenden Blätter können das Wasser gut speichern und ergeben zudem einen wunderbaren Kontrast zu den intensiv gefärbten Blüten. Bei der Auswahl sollte auf die Höhe geachtet werden, da einige Mandevilla sanderi durchaus zwei Meter erreichen können, wenn ihnen eine Kletterhilfe zur Verfügung gestellt wird. Durch das üppige Wachstum und den Blütenreichtum ist es nicht nötig, Mandevilla sanderi mit anderen Pflanzen zu kombinieren.

Rittersporn
Die sortenreiche Staude trägt kerzenförmige Blütenstände und ist recht anspruchslos. Zwar benötigt sie einen nährstoffreichen Boden, kann dann aber selbst an sehr sonnigen Standorten lange Zeit ohne zusätzliche Wässerung auskommen. Wer eine der kleineren Zuchtformen wählt muss sich auch dann nicht um ein Auseinanderfallen sorgen, wenn die Pflanze starkem Regen oder Wind ausgesetzt war.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Katzenminze, Steppen-Salbei, Storchschnabel

Tipp: Ein Verschnitt nach der ersten Blüte regt eine zweite an, die dann auf den Spätsommer fällt.

Sonnenbraut
Ungewöhnlich aber stilvoll sind Sonnenbraut Sorten, die in Rot oder Orangerot blühen. Die meisten Zuchtformen werden zwischen 30 und 40 Zentimeter hoch und weisen daher eine optimale Größe für die Grabbepflanzung im Sommer auf. An einem sonnigen Standort schafft es die Sonnenbraut auf eine Blüte von Juni bis September. Viel Pflege benötigen sie dafür nicht.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Rittersporn, Storchschnabel

Steppen-Salbei
Robust, langanhaltende Blüte, immergrün - der Steppen-Salbei ist nicht nur im Sommer eine gute Wahl für die Grabbepflanzung. Besonders schön sind die geraden und langen Blütenstände in Verbindung zu Rosen oder die Kombination mit weiß blühenden Gewächsen.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Duftsteinrich, Mädchenauge, Katzenminze

Tipp: Bei der Auswahl auf die Höhe der Sorte achten, denn Steppen-Salbei kann 70 Zentimeter und mehr erreichen.
 
Storchschnabel
Storchschnabel hat über 400 Sorten zu bieten, darunter weiß, rosa oder blau blühende, Formen für die pralle Sonne und den schattigen Standort. Insgesamt zeigt sich das Gewächs unempfindlich gegen Krankheiten und Schädlinge, kommt mit wenig Wasser und Nährstoffen aus und kann sogar winterhart und immergrün sein. Je nach Sorte ist der Storchschnabel also eine gute Wahl für die Grabbepflanzung, auch über den Sommer hinaus.
 
Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Katzenminze, Rittersporn, Fette Henne

Vergissmeinnicht
Vergissmeinnicht ist schon allein aufgrund des Namens eine symbolisch passende Bepflanzung für die letzte Ruhestätte. Ihre niedrige Höhe, die kleinen Blüten - die blau, weiß oder rosa sein können - und der geringe Pflegeanspruch machen es aber auch auf dekorativer und praktischer Seite zur guten Wahl. Geeignet ist das Vergissmeinnicht allerdings in erster Linie als Unterpflanzung. Zudem darf der Standort nicht allzu sonnig sein.

Empfehlenswerte Pflanznachbarn: Tulpen, Rittersporn, Katzenminze, Farne, Astilben

Fazit

Wird die Grabbepflanzung im Sommer zugleich nach praktischen und stilvoll-dekorativen Gesichtspunkten geplant, ist für den Erhalt der Schönheit nur wenig Pflege und Aufwand von Nöten. Die Würde der letzten Ruhestätte kann so auch ohne anspruchsvolle Kulturen erhalten bleiben.