Biogarten - natürliches gärtnern

Biogarten
Die Größe eines jeden Garten ist individuell unterschiedlich und natürlich auch die Bepflanzung. Dem einen genügt es, ein ruhiges Plätzchen zu haben mit einer Terrasse und vielen schönen Blumen drum herum, ein anderer züchtet mit Vorliebe ausgefallene Blüten und legt seine ganze Zeit und Kraft darein. Es gibt aber auch Menschen, die ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen, zum einen, weil man ungeheuer viel Spaß daran haben kann und zum anderen lässt man sich dann gern die eigene Ernte schmecken. Denn wenn man nach monatelanger Arbeit, Unkraut zupfen und gießen

endlich die eigenen Erdbeeren kosten kann, dann ist das schon ein sehr schönes Gefühl und die Früchte schmecken gleich doppelt lecker.
Und außerdem hat man sich dazu auch noch das Geld gespart, das man sonst für Erdbeeren ausgegeben hätte. Damit ist man auch dem Biogarten schon ganz nah.

Ein Biogarten zeichnet sich nämlich durch individuelle Bepflanzung aus, die für den Eigenverbrauch bestimmt ist. Aber das wichtigste Merkmal eines Biogartens ist, dass man auf sämtliche synthetische Düngemittel und Chemikalien verzichtet. Das heißt, man vertraut auf biologische
Mittel
und deren Wirkung.
Dabei gibt es Gärten, in denen nicht einmal das Unkraut entfernt wird, weil es eben Natur pur ist. Die Pflanzenarten werden so im Garten verteilt, dass sich das Optimum herausholen lässt. Es kann mitunter auch vorkommen, dass sich bestimmte Arten nicht vertragen, also nicht optimal wachsen oder dass man bestimmte Gemüsesorten nicht als Nachfolgekultur auf wieder andere folgen lässt, weil der Boden zu ausgemergelt ist. Sicherlich bedarf es für diese Kenntnisse einige Erfahrung und so kann es schon passieren, dass der Wunschgarten erst nach einigen Jahren die Form annimmt, die man sich vorgestellt hat.

Natürlich wird auch auf Düngung nicht verzichtet, es kommen aber nur biologische Mittel zum Einsatz, die man sich wiederum selbst herstellt. Auch diese Mittel ergeben sich aus Erfahrungen oder aus Erfahrungsaustauschen. Die Natur hält genügend geeignete Mittel bereit. Es werden Jauchen, Brühen oder Tees für die Kräftigung des Pflanzenwachstums, zur Schädlingsabwehr oder zur Kompostierung eingesetzt. Natürlich muss man dazu wissen, welche Mittel welche Wirkung haben. Ätherische Öle von Tomaten zum Beispiel haben eine vertreibende Wirkung auf Schadinsekten. Oder die Inhaltsstoffe von Zwiebeln und Knoblauch hemmen das Wachstum von Pilzen. Die Liste dieser Biomittel ist lang und wird durch die eigene Erfahrung immer länger.

Wenn man sich die Entwicklungen der letzten Zeit ansieht, dann kann der Biogarten durchaus eine lohnenswerte Alternative sein. Es gab Fleischskandale, in der Lebensmittelindustrie wird zunehmend Chemie eingesetzt, die Anbaufelder werden ausnahmslos gedüngt oder gespritzt, und das nicht biologisch und schlussendlich findet auch die Gentechnik immer größere Einsatzgebiete.

Der eigene Biogarten zeichnet sich dagegen durch viel bessere Merkmale aus, so wie Selbstversorgung mit gesunden Nahrungsmitteln, Arbeiten mit und in der Natur, die Ergebnisse der eigenen Arbeit genießen. Man produziert biologische Nahrungsmittel, erntet Qualität und Frische, man weiß, was hinter der Nahrungsmittelproduktion steht und alle zusätzlichen Dinge wie Verpackungsmüll und Transportkosten oder üzeiten fallen weg. Der Biogarten ist eine sehr natürliche und gesunde Art, seine Familie zu ernähren, allerdings braucht

man viel Zeit und noch mehr Wissen und Erfahrungen.
 
von Annett Biermann