Dachgarten - sinnvolle Nutzung der Dachbegrünung

Dachgarten ü Freizeitoase in luftiger Höhe
Ein Dachgarten ist besonders in Ballungszentren ein guter Platz, um zu allen Tageszeiten wohnungsnah die freie Natur zu erleben. Allerdings sind umfangreiche Planungs- und Vorbereitungsarbeiten nötig, bevor man dort den Sommer genießen kann.

Gerade bei Altbauten ist die Dachkonstruktion meist nicht auf Begrünung und Begehbarkeit ausgelegt. Immerhin muß gegenüber einem herkömmlichem Dach mit 100 kg und mehr zusätzlichem Gewicht pro qm gerechnet werden. Auch Fragen des Unfallschutzes und der Wasserableitung sollte man mit einem Architekten

klären und schließlich noch die Genehmigung vom Bauamt einholen.

Dachgarten - Aufbau

Der Dachaufbau setzt sich aus mehreren Schichten zusammen. Besonders wichtig ist die Abdichtung, die einen absolut wasserfesten Schutz bieten muss. Die einzelnen Lagen dienen auch dem Höhenausgleich und der Druckfestigkeit, der Wärmedämmung, als Dampfsperre und Druckausgleich und sind dementsprechend kompliziert aufeinander abgestimmt ü sicher keine Arbeit für Laien. Das so isolierte Dach wird vor mechanischen Beschädigungen durch wurzelfeste Bitumenbahnen oder Kunststoffabdichtungen geschützt, darauf folgt die Drainageschicht, um überschüssige Wassermengen durch Fallrohre oder Rinnen nach unten, am besten direkt in den Kanal, abzuleiten. Die Dachabläufe müssen durch geeignete Maßnahmen jederzeit frei von Vegetation und Verstopfung bleiben.
    
Nach diesen grundlegenden Arbeiten kann man an die Gestaltung des Gartens gehen. 
Bei der Auswahl der Pflanzen sollte auf die
extremen Wind- und Wetterverhältnisse geachtet werden. Temperaturen zwischen +50 Grad an heißen Sommermittagen und -30 Grad in lausigkalten Winternächten verlangen den Pflanzen einiges an Robustheit und Anpassungsfähigkeit ab. Sie müssen gleißende Sonneneinstrahlung ebenso wie starken Wind vertragen. Auch in Bodennähe winterfeste Pflanzen brauchen auf dem Dach eventuell einen Frostschutz. Geeignet sind mehrjährige, langsam wachsende Pflanzen, die auch in ihrer Endgröße nicht zu groß werden und Trockenheit vertragen. Für Gehwege und nicht bepflanzte Flächen eignen sich  Platten und Kies als Bodenbelag. Säulenobst und Beerenstämmchen können auch in Kübeln angepflanzt und im Winter an einen geschützten Standort gebracht werden. Grundsätzlich sollte man beachten, das Kübel und Kästen immer um einiges größer als im Erdgeschoss sein sollten, zum einen, um der Austrocknung vorzubeugen, zum anderen um die Standfestigkeit zu erhöhen.

Bewässerung

In heißen Sommern braucht auch der pflegeleichte Garten künstliche Bewässerung. Wenn keine Wasserleitung verlegt werden kann,  sollte eine Zisterne aufgestellt werden. Gießkanne und andere Gärtnerutensilien müssen sicher verwahrt werden, damit sie bei starkem Wind nicht vom Dach geweht werden.
Für Sitz- und Spielecken sollte nicht nur Sonnen-, sondern auch Windschutz eingeplant werden. Dafür kommen Hecken aus besonders robusten Pflanzen in frage wie Buchs, Berberitze und Kirschlorbeer, oder eine Pergola, die z. b.  Wildem Wein, Clematis oder Glyzinien  als Kletterhilfe dienen kann. Auch an der Nordseite wächst Efeu besonders dicht.
Und sollte der Blick in die Ferne nicht auf das Meer oder auf die Berge, sondern auf ein Geröllfeld oder die Wand des Nachbarwohnblocks fallen, können Spaliere mit Kletterrosen, Hopfen und Zierkürbissen eine hübschere Aussicht bieten.

Und wenn dann schließlich der Garten

Anziehungspunkt nicht nur für willkommene Besucher, sondern auch für zu viele Tauben wird, können glitzernde und sich bewegende Objekte helfen, sie abzuschrecken.

von Jutta Möller