Gründach anlegen - Ideen zur Bepflanzung

Gründach anlegenDie Natur hat die Angewohnheit, sich neue Lebensräume schnell zu erschließen bzw. sich wieder dort anzusiedeln, wo ein Lebensraum verloren gegangen schien. Selbst auf kahlen Dächern in der Großstadt siedeln sich mit den Jahren Sedum-Pflanzen und Moose an. Sogar kleine Weiden und Birken bewachsen, so manches Dach im Verborgenen.

Immer mehr Menschen haben mittlerweile erkannt, dass diese Tatsache eine Chance bietet, sich eine kleine, grüne Oase auf dem eigenen Haus zu schaffen. Mit einer gezielten Dachbegrünung werden die geeigneten Pflanzen auf

dem Dach kultiviert, um so eine komplette grüne Fläche zu erhalten. Insbesondere bei Flachdächern bietet sich allerdings auch die Möglichkeit, mit der Dachbegrünung einen kleinen Garten zu schaffen, der nicht nur die Natur in die Stadt zurück bringt, sondern auch einen Aufenthaltsort für den gestressten Stadtmenschen ergibt.

Kostengünstige Alternative - die Extensivbegrünung

In Fällen, in denen eine Garage, ein Carport, eine Industriehalle oder ein Schrägdach, bei denen es nur auf den optischen, grünen Effekt ankommen soll und keine weitere Nutzung geplant ist, stellt die Extensivbegrünung eine günstige Alternative dar. Ein extensives Gründach bietet niedrigwüchsigen, anspruchslosen Pflanzengesellschaften wie Moosen, Kräutern, Gräsern und Sedum Arten akzeptable Standortbedingungen, um schnell bunte, geschlossene Pflanzenverbände zu bilden, die im Laufe der Zeit eine optimale Selbsterhaltung entwickeln. So bildet sich schnell und kostengünstig ein kleines Stück Natur auf dem Dach, das für optische Genüsse prädestiniert ist.

Mehr Freiräume mit einer einfachen Intensivbegrünung

Gründächer, die mit einer einfachen Intensivbegrünung ausgestattet werden, sind etwas kostenintensiver, schwerer und pflegeintensiver, bieten dafür aber mehr Spielraum bei der Auswahl der kultivierbaren Pflanzen, da eine höhere Substratschicht, die mit Humus angereichert ist, aufgebracht wird. In dieses Gestaltungskonzept können neben einer Wiesenvegetation und Kräutern auch niedrige Stauden einbezogen werden. Im natürlichen Vegetationsbild fehlen allerdings noch Bäume oder hochwachsende Sträucher, die an den Untergrund noch höhere Anforderungen stellen.

Intensivbegrünung als echter Dachgarten

Grundsätzlich bringt jede Dachbegrünung ein deutliches Plus an Lebensqualität für die Hausbewohner. Wer allerdings einen eigenen Garten mitten im Großstadtdschungel sucht, der kann sein Dach zu einem Gartengrundstück umfunktionieren, sofern die Dachform dieser Art der Nutzung entgegenkommt. Wie in einem richtigen Garten kann ein solcher Dachgarten individuell gestaltet werden. Sträucher, Rasenflächen, Stauden, Blumenbeete und sogar Bäume sind als Bepflanzung möglich. Als Elemente können Sitzplätze, Spielecken, Wege und Teiche in die Dachgartengestaltung integriert werden. So kann sich der Hausbesitzer auf dem Dach seine eigene kleine Welt gestalten, die im Vergleich zu extensiven Begrünungen allerdings auch eine entsprechende Pflege einfordert. Fremdansiedler und Unkraut müssen regelmäßig entfernt werden, um das Erscheinungsbild des geplanten Dachgartens langfristig erhalten zu können. Zudem muss für eine kontinuierliche Bewässerung gesorgt werden, so dass der Hausbesitzer sich zum echten Kleingärtner entwickeln muss, um lange Freude an seinem Stück Natur auf dem Dach zu haben. 

Gezielte Dachbegrünung - die Grundlagen

Gründach eines HausesGrundsätzlich ist die Etablierung der Pflanzen bei einer Dachbegrünung abhängig von der Höhe des Dachsubstrates, in das geeignete Pflanzenarten über Saatgut oder Pflanzung eingesetzt werden können. Welche Vegetationsformen sich ansiedeln können, ist davon abhängig, welcher Aufbau gewählt wurde. Die Dachkonstruktion, die zu begrünen ist, spielt hier natürlich eine tragende Rolle bei der Entscheidung, welche Begrünung erfolgen kann.

Bei
sehr niedrigen Aufbauten überleben auf Dauer meist nur Moose und Sedum-Arten, bei höheren Aufbauten können verschiedene Kräuter, die auch in Steingärten ein zuhause finden, wie Schnittlauch, Karthäusernelke, Origanum, Wiesen-Margerite oder Färberkamille involviert werden. Bei sehr hohen Aufbauten können dann auch höhere Gräser, Blütenpflanzen, Sträucher, Stauden und gegebenenfalls Bäume in die Begrünung einbezogen werden. Allerdings muss bei jeder Art von Begrünung die Traglast des Daches berücksichtigt werden. Daher sollte sich jeder Hausbesitzer vor einer Dachbegrünung vom Fachmann beraten lassen, um die Tragfähigkeit des Daches richtig einschätzen zu lassen. Nicht jedes Dach ist nämlich für eine intensive Begrünung oder einen Dachgarten geeignet.

Die Pflanzen für ein Gründach

Bei extensiven Gründächern werden Pflanzen vorgesehen, die frostunempfindlich und trockenheitsverträglich sein müssen. Diese kommen entsprechend mit wenig Wasser aus, können sich in Hitzeperioden zurückziehen und danach wieder frisch austreiben, ebenso wie sie Forst im Winter gut vertragen, sollte der komplette Gründachaufbau einfrieren. In den letzten Jahrzehnten haben sich zirka 40 Pflanzenarten herauskristallisiert, die bei Extensivbegrünungen mit niedrigem Aufbau eingesetzt werden können. Mit diesen Arten lassen sich Begrünungen zusammenstellen, die von April bis Oktober in unterschiedlicher Intensität und Blütenfarbe blühen und dem Auge des Betrachters immer ein buntes Naturbild liefern. Wird mit viel höheren Substratschichten bei Intensivbegrünungen gearbeitet, so sieht die Auswahl der Pflanzen nicht viel anders aus als für den normalen Garten. Allerdings muss auch hier darauf geachtet werden, dass die Pflanzen wenig empfindlich auf Wind, Frost und Trockenheit reagieren. Dann lassen sich allerdings in luftiger Höhe wahre Paradiese schaffen, die dem Menschen eine natürliche Oase der Ruhe bieten.

Geeignete Pflanzen für das Gründach
  • wilder Thymian
  • nickendes Leimkraut
  • Trippmadame
  • weißer Mauerpfeffer
  • gewöhnliches Seifenkraut
  • kleiner Wiesenknopf
  • gewöhnliche Prunelle
  • Silber-Fingerkraub
  • Felsennelke
  • Wildmajoran
  • Leinkraut
  • Habichtskraut
  • Storchschnabel
  • Wald-Erdbeere
  • Labkraut
  • Heide-Nelke
  • Karthäuser-Nelke
  • Wiesenmargerite
  • Scabiosen-Flockenblume
  • Glockenblume
  • Berg-Aster
  • Färberkamille
  • Schnittlauch
  • Schafgarbe
Ein Raum für die Natur im Rahmen der Möglichkeiten

Einen eigenen grünen Bereich im Leben zu haben, ist ein Wunsch, den die meisten Menschen haben. Als Hausbesitzer kann man sich diesen mit einer Dachbegrünung in jedem Fall erfüllen. Sei es zur Verschönerung eines Garagendaches, zur Verbesserung der häuslichen Optik, aus Liebe zur Natur oder für die Schaffung eines Ruhepols - ein Gründach ist eine natürlich Alternative, deren Ausmaß einzig von der Stabilität des Daches abhängig ist. Den Gestaltungsmöglichkeiten wird nur von der Dachkonstruktion eine Grenze gesetzt. Der Hausbesitzer sollte daher einen Fachmann zu Rate ziehen, der abklärt wie belastbar die Dachkonstruktion ist, bevor er eine Begrünung vornimmt. Bei der Gestaltung ist dann erlaubt, was gefällt und konstruktiv möglich ist.
 
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In der Regel ideal zum Begrünen sind Dächer, die über eine schwache Neigung von 2 bis 5 Prozent verfügen. Von ihnen fließt das Regenwasser nämlich automatisch ab, wobei auch Dächer mit einer stärkeren Neigung noch geeignet wären, hier sich bei diesen dann jedoch der Aufwand für das Befestigen der Auflage erhöht. Aber auch flache Dächer kann man begrünen. Hiefür wird jedoch eine so genannte Drainageschicht zum Ableiten von überschüssigem Niederschlagswasser empfohlen. Deren Stärke und ihr Aufbau richten sich dabei nach den Bedürfnissen der vorgesehenen Bepflanzung.

Vor der eigentlichen Bepflanzung jedoch muss zunächst einmal die Pflanzerde ausgebracht werden. Diese wird mit einem Rechen eingeebnet. Überschüssige Pflanzerde kann zum Beispiel für Anhügelungen verwendet werden. Wichtig ist dabei vorher die Statik prüfen zu lassen. 10 cm Pflanzerde entsprechen dabei ca. 120kg/Quadratmeter.

Nach dem Einebnen der Pflanzerde kann man mit dem Setzen oder der Aussaat der Begrünung beginnen. In der Regel verwendet man für die Bepflanzung so genannte Sedumsprossen oder Flachballenpflanzen. Man unterscheidet bei der Begrünung eines Daches zwischen der so genannten extensiven Dachbegrünung und der intensiven Dachbegrünung. Der Unterschied besteht darin, dass bei der extensiven Dachbegrünung eine dünne Substratschicht vorhanden ist, die mit extrem hitze- und trockenheitsverträglichen Sedum- und Sempervivum-Arten (Fetthenne oder Dachwurz) bepflanzt ist. Die intensive Dachbegrünung hingegen weist sich aus durch höherwüchsige Arten auf einer stärkeren Substratschicht bis hin zu einem kompletten Dachgarten. Und dann gibt es noch das so genannte Sumpfdach.