Hochbeet anlegen und bepflanzen + Bauanleitung

Hochbeet richtig anlegen

Hochbeet zum GemüseanbauNeben der klassischen Art der ebenerdigen Beetanlage gibt es verschiedene Varianten Beetkultur zu betreiben. Insbesondere im naturnahen Gartenbau sind Hochbeete und Hügelbeete weit verbreitet. Unter Hochbeet oder Hügelbeet versteht man Gartenbeete die nicht, wie allgemein üblich, ebenerdig angelegt sind, sondern sich über das übliche Beetniveau hinaus erheben. Gründe für die Anlage dieser Beetvarianten sind u.a.

  • eine frühere Erwärmung des Beetes
  • ungeeigneter, also nicht tiefgründiger Gartenboden,
  • optimale Verwertung der Gartenabfälle,
  • behindertengerechtes Gärtnern.

Hinter der Idee des Hoch- bzw. Hügelbeetes steht

auch die Philosophie der Naturfreunde alles verrottbare Material (alle wertvollen und gesunden Gartenabfälle) im eigenen Garten zu verwerten. Es wird nicht umgegraben und damit verhindert, dass die Schichtung im Erdreich (Biotop) und die darin gebildete Fauna (Biozönose) durcheinander gewirbelt wird, ein Vorgang, der beim naturgemäßen Gartenbau als nachteilig angesehen wird.


Hochbeet allgemeines

Ein Hochbeet wird kastenförmig in Nord-/Südrichtung angelegt; sinnvollerweise rechteckig. Die Einfassung kann aus naturbelassenem oder druckimprägniertem Holz (dicke Bohlen, Kantholz, Rundholz), Platten aus Beton oder Blech bestehen. Wird Holz verwendet, so hat sich Lärchenholz als sehr widerstandsfähig erwiesen. Bei naturbelassenem Holz ist die Lebensdauer aber auf wenige Jahre begrenzt, bei druckimprägniertem ist ein Auslaugen der Chemikalien in das Erdreich zu befürchten, sodass Beton- bzw. Blechplatten langfristig die bessere Alternative sind.

Nicht mehr bücken müssen, dank hohem BeetVorteil des Hochbeetes ist eine Bearbeitung ohne das lästige Bücken. Macht aber auch in einem behindertengerechten Garten Sinn, z.B. für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen. Weiterhin kann durch die künstliche Aufschüttung von Humus sichergestellt werden, dass der Boden tiefgründig ist, sich also besonders gut für

tiefwurzelnde Pflanzen (Rettiche, Karotten usw.) eignet. Aber selbstverständlich wachsen alle anderen Gemüsepflanzen in solch einem Beet auch besser.

Die Anlage eines Hochbeetes ist auch dann sinnvoll, ja zwingend notwendig, wenn die Humusschicht im Garten sehr dünn ist und darunter kiesiger oder gar felsiger Untergrund vorliegt. Ein Hochbeet kann sogar auf gefliestem oder gepflastertem Untergrund angelegt werden. Betonboden ist nicht so ideal, da Sickerwasser nicht gut abfließen kann.

Ein weiterer Vorteil ist insbesondere beim Hügelbeet, jedoch auch beim Hochbeet, die Möglichkeit, Baumschnitt, Altholz (naturbelassen), Herbstlaub, Häckselgut und Grasschnitt zu verwerten. Die beste Zeit zur Beetanlage ist deshalb der Spätherbst, da hier viel Material für den Aufbau (Heckenschnitt, sperrige Blüten- und Fruchtstände von Stauden und Falllaub) zur Verfügung steht. Dies ist eine begrüßenswerte Methode im Sinne des Umweltschutzes und ein direkter Weg die im Garten anfallenden Nährstoffe diesem direkt zurückzugeben.

Hochbeet - eine Bauanleitung

Für die Anlage eines Hochbeetes benötigt man beim Einsatz von Holz am besten Kantholz (Lärche) zugeschnitten in der geplanten Beetlänge und -breite. Das Holz kann durch Aussparungen zimmermännisch verankert oder auf Stoß genagelt oder geschraubt werden. Das zu bildende Rechteck aus Holz, Beton oder Blech kann auch durch 4 Eckwinkel gehalten werden. Die Winkel entweder direkt, unter Berücksichtigung der späteren Beethöhe, in den Boden geschlagen oder in Spindeln befestigt, die vorher in den Boden gedreht wurden. Es gibt auch Halterungen zum Einschlagen.

Gemüse im HochbeetBei Einsatz von Holzbohlen oder brettern kann je nach

Länge des zu bauenden Beetes auf der langen Seite des Beetes das Anbringen von Stützen sinnvoll sein, um ein Ausbauchen zu verhindern. Die Beetlänge kann zwar individuell gestaltet werden, sollte aber nicht zu lang gewählt werden, da man nur außen herum laufen und nicht wie beim ebenerdigen Beetlaufen quer durch steigen kann. 

Die Schmalseite des Beetes sollt 120 cm, besser 100 cm, nicht überschreiten, da sonst eine Beetbearbeitung (ausgestreckter Arm soll über die Mitte reichen können) wie Pflanzen, Hacken und Unkraut jäten schwierig wird. Der Beetinhalt kann reine Erde sein oder wie beim Hügelbeet beschrieben aus speziell geschichteten Materialien bestehen. Wichtig ist bei beiden Beetvarianten das Einlegen eines engmaschigen rostfreien Maschendrahtgeflechts, sog. Hasengitter, als erste Lage um das Eindringen von Kleintieren insb. Mäusen zu verhindern. Beim Hochbeet kann die Lebensdauer von Holz durch eine Innenverkleidung mit Folie verlängert werden, außerdem wird die Austrocknung des Beetes reduziert.

Tipps zur Bepflanzung

  • Vor der Aussaat oder Bepflanzung empfiehlt es sich umlaufende Rillen in das Erdreich zu drücken
  • Da sowohl Hoch- als auch Hügelbeet von beiden Seiten bearbeitbar sind, sollten z.B. bei Mischkultur die sich für beide Beettypen besonders empfiehlt, hoch wachsende Pflanzen in die Mitte und niedrig wachsende eher an den Rand gepflanzt werden, was die Bearbeitung erleichtert.
  • Sollen im ersten Jahr bereits Karotten, Rettiche und Blattgemüse angebaut werden, muss die letzte Schicht mindestens 15 cm stark sein.
  • Die Nährstoffversorgung ist durch regelmäßige Kompostgaben sicher zu stellen.alt