Minigarten - anlegen und gestalten

Minigarten - anlegen und gestalten GartenIn städtischer Umgebung mit viel Beton und Stahl wünschen sich Hobbygärtner oft ein kleines Stück Natur zurück. Sie möchten auch diese kleine grüne Oase nach ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen gestalten: einen Minigarten.

Man findet ihn als Reihenhausgarten, als Vorgarten oder Gartenhof, manchmal auch als mobilen Topfgarten auf einer erweiterten Terrasse oder einem großen Balkon. Ein Minigarten stellt etwas andere Anforderungen an den Gärtner als eine große Gartenfläche. Nichts desto weniger darf man bei seiner Planung und

Gestaltung  getrost mit Gertrude Jekyll, der berühmten englischen Gartenarchitektin davon ausgehen, "dass es im Grunde für die Schönheit eines Gartens nicht auf seine Größe ankommt."

Bestandsaufnahme

Von seinen großen Brüdern unterscheidet sich der Minigarten nicht nur durch sein begrenztes Flächen- und Raumangebot. Häufig sind auch verschiedene andere Herausforderungen zu meistern wie etwa begrenzende Hauswände, ungünstige Lichtverhältnisse oder nicht ideale Bodengegebenheiten. Auf kleinster Fläche sind diese Problemfelder ungleich gravierender als auf großer, da die Ausweichmöglichkeiten im gesamten Areal naturgemäß sehr begrenzt sind. Am Anfang jeder Gartenplanung steht daher eine sorgfältige Bestandsaufnahme der vorhandenen, natürlichen Gegebenheiten:

Steingarten-PflanzenBodenverhältnisse
Steht ein gewisses Maß an Bodenfläche zur Verfügung und  wie verhält es sich mit deren Qualität? Ist der Boden beispielsweise sehr sandig, sehr moorig oder idealerweise bereits humos, locker mit kleinen Lehm- und Sandanteilen? Muss auf Kübel ausgewichen werden?

Lichtverhältnisse
Wie steht es mit der Sonneneinstrahlung?  Gibt es schattenwerfende Gebäude oder bereits vorhandene große Bäume, die Licht wegnehmen? Ist es im anderen Falle so, dass der Minigarten massiv von der Sonne bestrahlt wird?

Windverhältnisse und Lärmschutz
Von welcher Seite dringt Wind vorwiegend ein?
Ist Lärmschutz durch geeignete Heckenbepflanzung sinnvoll? 

Wünsche an den Minigarten

Der zukünftige Minigärtner sollte nach der Bestandsaufnahme für sich seine besonderen Wünsche formulieren. Beispielhaft seien hier genannt:

Weitere Fragen
  • Ist  ein gemütlicher Sitz-und Ruheplatz im Grünen am Wichtigsten?
  • Soll es bestimmte gestalterische Elemente unbedingt geben wie etwa einen Miniteich oder eine ganz bestimmte Pflanzensorte wie eine Rosenhecke oder ähnliches?
  • Soll bei der Bepflanzung ein Obst -, Kräuter- und Gemüseanteil vorhanden sein?
Mit der Bestandsaufnahme einher geht beim Minigarten häufig die Erkenntnis, dass nicht alles machbar ist. Viel besser ist es, sich auf zwei, drei gewünschte gestalterische Elemente zu konzentrieren und diese dann konsequent anzugehen. Manchmal kann man gerade auf der kleinen Fläche mit Töpfen und Kübeln - insbesondere wenn es um bestimmte Pflanzen geht -  später noch weitere Elemente in die Gestaltung einbringen.

Umsetzung und
besondere Gestaltungstipps für den Minigarten


Die Auswahl von Pflanzen folgt auch beim Minigarten nach den allgemeinen Regeln über Licht-, Boden- und Bewässerungsansprüche. Dabei bieten sich im Minigarten naturgemäß häufig kleinere Pflanzenformen an. Für die Höhe von Bäumen und  Hecken gibt es einen Anhaltspunkt. Nach der sog. 30 Grad Regel sollte der optische Winkel einer Gehölzkulisse weniger als 30 Grad betragen, um die Proportion zu wahren und sich im Garten wohlzufühlen. Andererseits ist gerade beim Minigarten auch immer an die Ausnutzung der vertikalen Ebene zusätzlich zur Fläche zu denken. Optische Tricks mit Farben und Kontrasten schaffen zusätzlich die Illusion von mehr

Weite im Minigarten.

Gehölze/Stauden

GinsterPassende Gehölze sind gestalterisch als Raumteiler, Eingrenzungen und Sichtschutz gut geeignet. So kann man beispielsweise Spalierobst als Begrenzung, Sichtschutz und auch zur Freude des eigenen Erntens einsetzen. Beim Obst sollte man auch an Töpfe und Kübel denken, denn es werden viele Züchtungen angeboten, die auch in Kübeln reiche Ernte bringen. Hochstämmchen und Kletterer eignen sich allgemein gut, weil auch sie die Höhe und nicht die Fläche extensiv nutzen.
Staudenbeete lassen sich auch auf kleiner Fläche so gestalten, dass zu jeder Jahreszeit etwas anderes blüht. Hier sollte man im kleinen Garten besonders auf ein harmonisches Zusammenspiel mit den Gehölzen achten.

Wasser/Spiegel

Kleine Wasserflächen bieten eine besondere Atmosphäre. Sie schaffen   mit Spiegeleffekten einen Eindruck von mehr Weite. Ähnliches erreichen Spiegel zum Beispiel an einer Hauswand.

Laubengang/Rankgerüste

Ähnlich wie Spalierobst nutzen Laubengang und Rankgerüste die Höhe aus.

Farben, Kontraste und Fixpunkte

Weiß und Gelb lassen etwas optisch heranrücken, blau schafft räumliche Tiefe. Eine helle Pflanze am Gartenende mit dunkelgrüner Bepflanzung davor wirkt Wunder, wenn es um Weitenwirkung geht. Optische Fixpunkte wie etwa hohe Sträucher regulieren die Weitenwirkung.
 
Alles in allem bietet der Minigarten dem Gärtner eine ähnlich große Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten wie große Gärten.  Jedoch liegt der Reiz seiner Gestaltung gerade auch in einer gewissen Selbstbeschränkung und Konzentration der eingesetzten Gestaltungsmittel  und Pflanzen. Planung ist hier besonders wichtig. Auf kleinster Fläche hat jede Pflanze, jede Dekoration ihren Sinn und Platz.

Weitere Tipps zur Pflanzung im Minigarten

Für eine ausgewogene Harmonie sorgen Pflanzen die farblich aufeinander abgestimmt bzw. ton in ton angelegt werden.

Blumenkübel, Pflanztöpfe und sonstige Accessiores sollten ebenso in den Farbentönen der Blumen und Pflanzen gewählt werden. Das Spiel mit Farben und Formen wird ein Erlebnis in jedem Minigarten, wenn man verschiedene Gewächse miteinander kombiniert und in Einklang bringt. Farben spielen im Garten eine wichtige Rolle. Neben dominanten Grüntönen setzen Leuchtende, kräftige Varianten oder zarte Schattierungen von Weiß, Gelb, Rot und Blau besondere Akzente. Rosa, Blau, Lila und Weiß wirken romantisch bis vornehm. Dazu lassen sich sehr schön matte und glänzende Übertöpfe, Laternen, Windlichter und Dekokugeln kombinieren. Warme Gelb - und Rottöne machen einen fröhlichen, munteren Eindruck.

Pflanztöpfe aus Terracotta
oder verschiedenen Farben und Formen wählen. Dekorationsartikel, Tischdecken, Auflagen für Sitzmöbel usw. passen gut in den Mischfarben Orange, Kürbis, Sonnengelb oder Grün dazu. Die Farbgestaltung muss den gesamten Garten mit einbeziehen, also alle Pflanzen, Gehölze, Beete, Rabatten und ergänzende Kübelbepflanzung. Nach persönlichem Geschmack sollte die Farbkombination der verschiedenen Jahreszeiten für den Minigarten gewählt werden. Besonders Eine besonders harmonische Wirkung wird erzielt, wenn alle Gartenbereiche zu einer Jahreszeit dieselbe Kombination von Farben aufweisen. Helle und dunkle Schattierungen dürfen variieren.

Empfehlenswert ist auch ein Gemüsegarten (siehe links), Kräutergarten oder Steingarten.

Die Bepflanzung im Minigarten sollte nach Wuchshöhe erfolgen. Die Stockmalve sorgt über einen langen Zeitraum für kräftigen Blumenschmuck. Sie ist sehr schmal und hoch gewachsen, so dass man sie gut mit und zwischen andere, Pflanzen kombinieren kann.