Kräuterspirale - Anleitung zum Anlegen und Bepflanzen

Kräuterspirale - Anleitung zum Anlegen und Bepflanzen Mit kleinen Schrifttafeln bringen Sie Übersicht in die KräuterspiraleKüchenkräuter aus dem heimischen Garten - das ist nicht nur für Hobbyköche das Höchste. Kräuter können die Grundlage zu vielen anderen schönen Sachen darstellen, ja sogar als Heilkräuter können sie im Garten angepflanzt und später entsprechend verarbeitet werden. Kräuter haben grundsätzlich gerne einen sonnigen Standort, auch wenn sie ihre eigenen Vorstellungen an die Beschaffenheit des Bodens haben.

Wie man sich gut vorstellen kann, haben mediterrane

Kräuter die Vorliebe, auf einem mageren und trockenen Boden zu wachsen und zu gedeihen. Im Süden Europas gibt es solche Böden natürlich, die sandig, trocken, steinig und nährstoffarm sind. Hier wachsen trotzdem herrlich duftende Kräuterpflanzen wie Rosmarin, Salbei und auch der Lavendel liebt solche Voraussetzungen. Eine Kräuterspirale ist der ideale Lebensraum, wenn man verschiedene Kräuter mit ihren jeweiligen Standortvorstellungen auf einem kleinen Raum zusammenbringen möchte. Außerdem ist eine solche Kräuterspirale auch immer eine Augenweide für den Betrachter.

Welche Kräuter und Pflanzen könnten in einer Kräuterspirale wachsen?

Um diese Frage gleich richtig zu beantworten, sollte auch ein Blick auf die unterschiedlichen Zonen gewagt werden, die den Klimazonen der Lebensräume der Kräuter nachempfunden sind:
  • Die Wasserzone für Kräuter, die gerne sumpfig stehen: Brunnenkresse, Kalmus.
  • Die Feuchtzone, wo reichhaltige Nährstoffe im Boden sind: Frauenmantel, Kerbel, Petersilie, Schnittlauch, Sauer- und Schildampfer.
  • Die Normalzone, die humos und auch leicht trocken sein kann: Arnika, Buschoregano, Kümmel, Melisse, Pimpinelle, Oregano aus unterschiedlichen Zonen, Ysop.
  • Die Mittelmeerzone, trockene und magere Erde mit guter Dränage: Bergbohnenkraut, Lavendel, Currykraut, Quendel, Zitronenthymian, Schnittknoblauch, Salbei, Majoran.
Passend zu jedem dieser Pflanzbereiche gibt es genügend Auswahl bei den Kräutern und manchmal wird auch die eine oder andere Blume dazu gepflanzt, um das Bild der Kräuterspirale aufzulockern. Die Kräuterspirale ist jedoch keine Erfindung der modernen Gärtnerei, weil Gärten immer kleiner wurden. Sie geht auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde durch den Japaner Masanuba Fukuoka „erfunden“, der eigentlich das System der Permakultur entdeckte. Er hat die Natur beobachtet, um ihre Prinzipien herauszufinden und im Einklang mit diesen zu arbeiten. Auch der Australier Bill Mollison hat sich diesem Thema gewidmet, es wurde in der Landwirtschaft angewendet und fand bis in die Kräuterspirale seine Weiterentwicklung.

Anlegen einer Kräuterspirale

Eine Kräuterspirale kann auch als ein dreidimensionales Beet bezeichnet werden. Sie dehnt sich nicht nur in der Länge und Breite aus, sondern nutzt durch ihren Aufbau auch den Platz oberhalb der Grundfläche. Das macht es auch möglich, selbst auf kleinstem Raum viele Pflanzen und Kräuter zu kultivieren. Platz ist in den meisten modernen Gärten knapp, was natürlich auch an den hohen Grundstückspreisen liegt. Trotzdem möchten Hausbesitzer nicht auf einen Streifen Grün hinter ihrem Haus verzichten und versuchen, durch geschickte Lösungen einen möglichst persönlichen und individuellen Garten zu gestalten.

Skizze zum Anlegen einer KräuterspiraleEine Kräuterspirale kann mit verschiedenen Materialien hergestellt werden, meistens wird sie jedoch mit Steinen angelegt. Da sich am Anfang der Spirale meist eine kleine Wasserstelle befindet, haben manche Gartenbesitzer daraus einen kleinen Gartenteich gemacht oder den bestehenden Teich erweitert und so Raum für Kräuter geschaffen. Tipp: Natursteine sehen für eine Kräuterspirale sehr schön aus.

  1. An einem vollsonnigen Platz im Garten, der

    für
    die Anlage einer Kräuterspirale geeignet erscheint, wird eine Fläche von ca. 7 m² reserviert. Das ergibt im Endeffekt eine Kräuterspirale mit einem Durchmesser von 3 Metern.
  2. Auf dieser Fläche und einer Höhe von ca. 80 cm finden ein gutes Dutzend Pflanzen Platz. Wenn die Stelle im Garten ausfindig gemacht wurde, wird mithilfe von Pflöcken und einer Schnur der Grundriss festgelegt. Dabei kann man sich einfach an der Form eines Schneckenhauses orientieren, die Öffnung sollte aber Richtung Süden liegen.
  3. Der kleine Teichbereich, der am „Startpunkt“ der Kräuterspirale liegt, wird mit 40 cm Tiefe ausgehoben, die restliche Fläche in einer Spatentiefe. In den Bereich für die Pflanzen wird eine ca. 10 cm dicke Kiesschicht eingefüllt.
  4. In die Mitte der Spirale wird ein Erdhügel aufgefüllt, man kann auch nach jeder Lage Steine mit Erde bis zu deren Oberkante auffüllen.
  5. Nun wird mit den Randsteinen die erste Reihe für die Form der Spirale gelegt, zwei Windungen sollten es sein. Diese Steine werden jedoch ohne die Verbindung durch Mörtel aufeinandergeschichtet, das sieht schöner und natürlicher aus.
  6. Zwischen den Steinen finden Insekten und kleine Tiere eine Heimat, größere Lücken können auch mit Pflanzen gefüllt werden. Beim Auffüllen sollte abwechselnd eine Lage Schotter mit einer Lage Erde eingeschichtet werden, um eine gute Dränage zu erreichen.

Dabei sollten die jeweiligen Pflanzzonen berücksichtigt werden, die sich in der Spirale hier wiederfinden:
  • höchster Punkt: Mittelmeerzone
  • darunter: Normalzone
  • darunter: Feuchtzone
  • am Anfang: Wasserzone
In der Mitte sollte die Kräuterspirale eine rund 80 cm dicke Schicht Erde aufweisen. In der Mittelmeerzone sollte der Erde zur Hälfte Sand beigemischt werden. Bei einer sehr lehmhaltigen Gartenerde sollte zusätzlich noch Kalksplitt hinzugefügt werden. Je mehr die Kräuterspirale abwärts geht, desto mehr sollte der Anteil Sand im Boden abnehmen. Anstelle des Sandes wird der Erde Kompost oder humusreiche Erde zugefügt. Direkt an der Wasserzone besteht die Erde dann nur noch aus normaler Erde und Kompost.

Der Miniteich am Fuß der Kräuterspirale kann natürlich in beliebiger Größe gestaltet werden. Im obigen Beispiel sollte bei einer Tiefe von 40cm ein entsprechender Durchmesser gewählt werden. Grundsätzlich reicht aber auch der Durchmesser eines Eimers oder einer Mörtelwanne. Auf den Boden der Grube kommt eine dicke Schicht Sand von 5 cm, auf die die Teichfolie ausgebreitet wird. Darauf kommt wiederum eine Schicht Sand sowie eine Schicht Kies mit 10cm. Rund um die Wasserstelle werden Steine unterschiedlicher Größen ausgelegt, die die Begrenzung zur Spirale und zum äußeren Rand darstellen.

Kräuter aus dem eigenen Garten können vielseitig verwendet werdenTipp: Die fertige Kräuterspirale nicht sofort mit Pflanzen bestücken, erst die Erde sacken lassen.

Einige Kräuter haben tief gehende Wurzeln und die Pflanzen werden sehr groß. Das ist beispielsweise der Meerrettich, aber auch Liebstöckl, Beinwell oder Alant, diese Pflanzen sollten außerhalb der Kräuterspirale wachsen. Wermutwurzeln scheiden außerdem einen Stoff aus, der die anderen Pflanzen in der Nachbarschaft in ihrem Wachstum hemmt. Auf einer solchen schönen Kräuterspirale wachsen am besten Kräuter, die nicht wild wuchern, wie Estragon oder Minze. Diese ist besonders stark wuchernd, ihre Wurzeln würden sich durch die ganze Spirale ziehen. Grundsätzlich sind die kleinwüchsigen Sorten zu bevorzugen.

Wissenswertes beim Anlegen einer Kräuterspirale
  • Kräuterspirale nennt man ein Beet, welches auf kleinstem Raum, Pflanzen unterschiedlichster Standortansprüche gerecht wird.
  • Interessant ist hierbei vor allem, dass durch das Zusammenspiel unterschiedlichster Heilkräuter die Anzahl der Schädlinge wesentlich geringer ist als in normalen Beeten.
  • Grundsätzlich besteht es aus einer Wasserzone, einer Feuchtzone, einer Normalzone und einer Trockenzone, welche so bedacht aneinander angrenzen, dass für alle Pflanzen optimale Bedingungen geschaffen werden.
  • Den unteren Teil der Spirale kann man mit einer Schicht Komposterde bedecken, welche nach und nach in ein Gemisch von Erde und Sand übergehen sollte.
  • Der entstehende Hang kann mit großen Natursteinen bebaut und der Boden der entstehenden Wasserzone mit Steinen, Sand und Wasser bedeckt werden.
  • Nachdem das Grundgerüst der Kräuterspirale steht, kommt es nun nur noch auf die richtige Bepflanzung an. Wichtig ist schließlich nun, dass jede Pflanze auch dort platziert wird, wo die Umweltbedingungen für sie am günstigsten sind.
  • Die eigentliche Aufgabe des Teiches ist neben der Erhöhung der Luftfeuchtigeit die Reflektion des Sonnenlichtes in Richtung der restlichen Kräuterspirale. Doch auch hier fühlen sich Gewürze wie beispielsweise Brunnenkresse, Kalmus und Wasserminze sehr wohl.
  • Die Feuchtzone der Kräuterspirale liegt sehr nah am Wasserbereich und bietet somit hervorragende Voraussetzungen für Schnittlauch, Zitronenmelisse und Pfefferminze, Petersilie, Schnittlauch und Schnittknoblauch.
  • In der halbschattigen und trockenen Normalzone dagegen ist der beste Platz für Melisse, Pimpinelle und Oregano.
  • Und in der Trockenzone finden kalkliebende Kräuter wie Thymian, Salbei oder Bergbohnenkraut die für sie optimalen Bedingungen.