Energiebedarf und Ökobilanz
In modernen Großbrennereien kann mit einem Energiebedarf von ca. 780 - 870 kWh je 100 l Spiritus mit ca. 85 Gew-% gerechnet werden. Das entspricht ca. 70 - 80 l Heizöl EL. Weiterhin müssen in der Großproduktion die Maischen in der Gärphase gekühlt werden, was durch Berieselung der Gärbottiche erfolgt, aber ebenfalls energeaufwendig ist. Kartoffeln und Getreide müssen vor dem Vergären noch aufgeschlossen werden, was in der Regel durch Kochen geschieht.
Getreide schneidet aufgrund der Verwertung der Nachprodukte als Futter in der Ökobilanz noch am besten ab.
Anmerkung des Verfassers: Aufgrund dieser Energiebilanz und der anderen Fragen ist Bio-Ethanol und andere Substitute als Treibstoff (Benzinersatz) einfach indiskutabel, weil die Prozessenergie durch Verfeuerung von Primärenergie aufgebracht werden muss und da die aufgebrachte Energiemenge dem Energieinhalt des Alkohols entspricht und z.T. sogar übersteigt.
Wirtschaftlicher könnte es nur in dem Fall werden, wenn Abwärme genutzt werden kann, die sonst ungenutzt verpuffen würde. Dennoch halte ich die Nutzung von Biomasse in dieser Form als Treibstoff für bedenklich und nicht gerade ressourcenschonend. Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob angesichts des Hungers in der Welt die Nutzung von Nahrungsmittelpflanzen zum Betrieb von Autos ethisch zu rechtfertigen ist. Der hohe und zunehmende Bedarfsdruck im Falle einer verstärkten Nutzung von Biomasse wird sich auch nicht positiv auf die Ertragsfähigkeit der Böden auswirken.
Quelle:
Tabellen und Diagramme zur Weinbereitung und Destillation