Zitat:
Zitat von feuchte wiese Was haltet Ihr davon das die jetzt ein Maut von 120€ einführen wollen dafür Benzin 15% und Diesel 10% günstiger werden soll .... |
Hallo allerseits,
zuerst mal fürchte ich, dass eine Pkw-Maut für Autobahnenn früher oder später kommen wird. M.E. dürfen wir uns dann glücklich schätzen, wenn unsere Regierung sich mit einer bescheidenen Pauschalregelung zufrieden gibt. Deutsche Gründlichkeit und Gerechtigkeit lässt allerdings ein weitaus komplizierteres Mauterhebungsverfahren erwarten - kilometerabhängig, streckenkostenbezogen und am liebsten auch noch (aus Umweltgründen) mit der individuellen Geschwindigkeit progressiv steigend.....
Den Managern von Toll Collect und den Herstellern sog. OBUs fließt schon der Speichel im Mund zusammen, wenn sie das Wort "Pkw-Maut" hören und auch unser Innenminister wird sich wohl vor Freude über neue Möglichkeitenen kaum noch einkriegen....
Leider spricht prinzipiell wenig gegen eine Maut - wichtigstes Contra-Argument ist, dass die Autobahnen durch Steuern finanziert wurden und werden. Maut wäre also eine zusätzliche Abgabe (von der man allerdings dann auch Zweckbindung der Einnahmen erwarten dürfte). Über die Höhe sollte man sehr genau nachdenken - sie dürfte eigentlich nur sehr, sehr gering ausfallen. Ein schwerer Lkw, der m.W. aktuell 13,5 Cent/km zahlt beansprucht die Straße [mechanisch] etwa in gleicher Weise wie 50.000 Pkw. Demzufolge würde wohl allein die Erhebung einer streckenabhängigen Maut mehr kosten, als der ganze Pkw-Verkehr auf mautpflichtigen Strecken an Straßenschäden verursacht.... Das spricht für eine (relativ kostengünstige) Pauschalregelung, wie vom OP angeführt.
Eine Entlastung der Autofahrer über den Benzinpreis halte ich allerdings bei einer Pauschalmaut für eher kritisch. Da böte sich dann doch eher die ebenfalls pauschale (nicht kilometerabhängige) Kfz-Steuer zur Verrechnung an. So würden Leute, die ihren Pkw nicht auf Autobahnen benutzen einen angemesseneren Bonus erhalten. Eine Minderung des Bezinpreises würde hingegen Vielfahrer entlasten - bei 10% oder mehr sogar das Fahren für diese deutlich preiswerter machen. Der "kleine" Alltagsfahrer mit seinen täglich < 20 km arbeitsbedingter Pkw-Nutzung (und nur alle "Jubeljahre" mal einer längeren Fahrstrecke) würde hingegen - selbst wenn er auf Autobahnnutzung verzichten könnte - eher deutlich höher belastet.
Grüße
TB