AW: Von den Freuden und Leiden eines Mcis
Moin ihr Lieben,
ich habe mal ein halbes Jahr in einer Bäckerei als Verkaufskraft gearbeitet. Die Brötchen wurden direkt vor Ort von mir fertiggbacken. Arbeitsbeginn war um 05h, geöffnet wurde um 05h30. Ablösung kam um 13h30. Ich habe die Filiale alleine betreut und ich kann Euch sagen, der Tag war um 13h30 gelaufen. Man macht sich keine Vorstellung, wie einem die Hände schmerzen können, vom scharfkantigen Brot, vom heißen Ofen. Trotzdem war es eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mich für diese Zeit durchaus ausgefüllt hat.
Vor allem war ich nachher stolz, dass ich diesen wirklich schlecht bezahlten (weil ungelernt, zwar mit 15 Jahren Verkaufserfahrung im Einzelhandel, aber halt keine gelernte Bäckereifachverkäuferin) Job gemacht habe. Mein Arbeitslosengeld wäre genauso hoch/niedrig gewesen, wie mein Lohn. Aber ich hatte keine Arbeitslosigkeit in meinen Papieren und mein Einsatz wurden von meinem späteren Arbeitgeber sehr hoch angerechnet.
Meine Hochachtung vor Menschen in Dienstleistungsberufen mit undankbaren Kunden hat sich seit dieser Erfahrung noch verstärkt. Und ich möchte hier an alle Leser daran erinnern "Ihrer Bäckerin", "Ihrem Müllmann", "Ihrem Zeitungsausträger" und allen die uns täglich arbeitend begegnen mit mehr Achtung und vor allem mit einem Lächeln und bewußt zu begegnen. Und ab und an mal ein Dank loszulassen.
Nachdenkliche, herzliche Grüße. Sabine
__________________ "Sapere Aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"
Immanuel Kant 1724-1804 |