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Alt 28.04.2008, 13:58   #28 (permalink)
Mutts
 
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Standard AW: Wo stelle ich mein Thema ein?

Ich weiß nicht, ob es wirklich hier richtig platziert ist, aber irgendwie kam mir folgende Geschichte (die ich desöfteren abends vorlesen muß...) beim Durchlesen dieses Threads und in Erinnerung vergangener "Streitigkeiten" und "Empfindlichkeiten" in den Sinn. Ich mag die Geschichte (von Gina-Ruck-Pauquet) sehr und vielleicht geht es dem einen oder anderen ebenso ....


Der keine Zoowärter schlichtet Streit

Bisher ist es im Zoo immer friedlich zugegangen. Alle Tiere haben einander gern. Sie freuen sich, wenn die Menschen zu Besuch kommen. Abends, wenn es still wird, hört man die Blätter der Bäume rauschen, und manchmal singt der kleine Zoowärter ein Schlaflied.
Eines Tages aber war es aus mit dem Frieden.
Vielleicht mag es am Wetter gelegen haben, jedenfalls fühlte sich der Pinguin plötzlich furchtbar verärgert.
„Nilpferd“, rief er, „man reißt sein Maul nicht so weit auf! Du bist ein ungebildetes Tier!“
„Was fällt dir ein!“ entgegnete das Nilpferd. „Du mit deinem Frack! Wer weiß, was du darunter trägst. Bestimmt ein schmutziges Hemd!“
„Brüllt nicht so“, sagte der Affe. „Es ist schon schlimm genug, dass ich das Schnarchen dieses faulen Tigers mit anhören muss, der den ganzen Tag nichts tut.“
„Du würdest selber gerne schnarchen!“ fauchte der Tiger, „wenn du dich nicht immerzu flohen müsstest!“
Da warf der Affe mit Nüssen, und der Elefant spritzte ihm mit dem Rüssel ein paar Liter Wasser über den Kopf, weil er dachte, das würde ihn beruhigen.
„Du dickfelliges, graues Tier!“ schimpfte die Giraffe. „Du hast mich nass gemacht!“
„Das kann dir nur gut tun!“ kreischte der Papagei. „Wo du deine Nase so hoch trägst und uns alle von oben herab ansiehst!“
„Die Giraffe ist ein feines Tier!“ brüllte das Nashorn. „Und du bist ein Schreihals!“
Da war der Papagei so beleidigt, dass er in Ohnmacht fiel. „Und du bist hässlich!“ wieherte das Nilpferd dem Nashorn zu.
Und weil das Nashorn eine sehr zarte Seele hat, fing es gleich an zu weinen.
„Ruhe!“ schrie der kleine Zoowärter. „Beruhigt euch doch!“
Aber die Tier hörten nicht auf ihn. Das Lama spuckte den Wolf an, der Löwe rüttelte an den Gitterstäben, das Kamel rollte mit den Augen, und der Bär scharrte vor Wut in der Erde, dass es eine riesige Staubwolke gab. Die Flamingos schlugen sich gegenseitig die Flügel um die Ohren, der Seehund behauptete, der Wolf sei falsch, und der Wolf bellte, der Schakal sei durch und durch unmusikalisch.
Da holte der kleine Zoowärter zwei Topfdeckel und schlug sie gegeneinander, bis endlich alle Tiere verstummten.
„Hört zu“, sagte er, „jedes Tier hat gute und schlechte Eigenschaften. Und jedes Tier ist richtig so, wie es ist. Ihr solltet euch schämen, einander zu beschimpfen!“
Da schämten sich die Tiere wirklich. Und weil sie außerdem müde waren, schliefen sie bald darauf ein. Nur der Pinguin konnte nicht schlafen. Und als der kleine Zoowärter auf seiner nächtlichen Runde bei ihm vorüber kam, sprach er ihn an. „Kleiner Zoowärter“, fragte er, „glaubst du, dass ich ein schmutziges Hemd unter dem Frack trage?“ Da musste der kleine Zoowärter lachen.
„Nein“, antwortete er. „Die Pinguine tragen unter ihrem Frack blütenweiße Spitzen.“
Und er ging weiter durch den Zoo, der so still war, als sei nichts gewesen.

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Das Geheimnis liegt in der Sauce ...
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