AW: Nachdenklich gestimmt...
Hallo,
ich oute mich gerne auch als 100% Öko. Das Erste, worüber ich hier im Forum fiel, war Round-up.
Bevor ich Gift spritzen würde, würde ich eher auf die eigene Ernte verzichten, bzw. sie mit dem Geziefer teilen.
Sternrußtaugeplagte Rosen sind allerdings hart an der Grenze des ästhetisch Erträglichen, kann man aber runtersäbeln statt einnebeln.
Ich habe zwar keine Teiche, doch seitdem ich neben einem handlichen Stadtgarten ein richtig großes Stück Garten zu beackern habe, für mich folgende (vorläufige) Erkenntnis gewonnen:
Der Boden wird entweder
a) okölogisch gelockert und fruchtbar gehalten, Unkraut gezupft, gemulcht oder
b) mechanisch und per mineralischer Düngung, wie auf dem Acker.
Ich habe jedenfalls seitdem ein wenig mehr Verständnis für landwirtschaftliche Erzeuger, die ihre Familien von relativ sicheren, regelmäßigen Ernten unterhalten müssen und bin froh, nicht von meinen netten, kleinen Luxusernten leben zu müssen. Denn Kompost in rauhen Mengen zu erzeugen, auszubringen und unterzugraben oder damit zu mulchen ist eine Heidenarbeit, zeitintensiv ohne Ende. Es ist wohl ähnlich wie bei Erdbeerjoghurt - soviel Kompost wie nötig, ist gar nicht zu erzeugen. Auch mit Brache oder Gründüngung zwischendurch langt es bei meinem schwerem Lehm nicht.
Ich finde es etwas zwiespältig. Zuviel Technikverliebtheit ist natürlich arg, aber im direkten Vergleich von 10 lfd. Meter x 3 m Höhe Hainbuchenhecke mit Heckenschere maniküren oder die Motorschere anschmeißen - na ja, da liegen 3 Stunden schweißtreibende Arbeit dazwischen.
Wir haben mittlerweile einen Elektrorasenmäher, nachdem wir uns jahrelang aus Überzeugung mit doofen Handmähern herumgeplagt hatten. Die kosteten genauso viel wie der elektrische, waren schwergängiger, lauter (!), schnitten nicht so gleichmäßig und nachdem der 2. Handmäher einfach so kaputtgegangen war, hatten wir endgültig die Faxen dicke. Bin trotzdem kein Rasenfetischist, sonst dürfte ich ihn ja nicht benutzen, den Rasen.
Meiner Ansicht nach gehört in Privatgärten (und nicht nur dort) kein Gift - aber man braucht starke Nerven und viel Geduld, und Geld für den Ersatz der Abgänge ...
Wenn z.B. niwashi einen Kundenauftrag für das Anlegen eines perfekten Rasens bekommt - hm, ich meine, der Kunde wird moppern, wenn sich allzu schnell wieder 'Unkraut' einfindet, auch wenn es sich um seine eigenen Pflegefehler handelt.
Ich nehme an, Du meinst die totale Technisierung, Spielereien, nicht die eine oder andere Erleichterung und ich wollte Dich nicht absichtlich falsch verstehen, ist nur so als persönliche Anmerkung gedacht.
Wegen Technik, kennst Du das Märchen von Andersen "Die chinesische Nachtigall"?
__________________ Grüne Grüße - Lazy
Geändert von Lazy Gardening (11.09.2006 um 20:17 Uhr).
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