Hi Ulrich!
Mehr als "lose Gedankenenden" kann ich auch nicht beisteuern ...
Materiell gesehen lohnt sich die Veranstaltung sicher in den seltensten Fällen und Ausagen wie, "kein gekaufter Kopfsalat vereint das virtuose Zusammenspiel von zarter Bitterkeit der äußeren Blätter und zungenschmeichelnder Süße des gelben Herzes wie mein Eigengewächs" würden in Blindtests als autosuggestives Wunschdenken entlarvt. (Gut, den Nitratgehalt kann der Hobbygärtner niedriger halten, aber wie reimte schon Gärtner Poetschke, "Ohne Nitrate? Ist doch fade!").
Ohnehin denke ich, dass man gärtnerische Bemühungen in verschiedene Kategorien einteilen kann. Wahrscheinlich gibt es bereits eine Vielzahl soziologischer Untersuchungen zum Thema, aber ich dilettiere mal und lasse den Blick durch unser Dorf schweifen. Da gibt es:
1. Die Traditionalisten
Kennzeichen: Prächtige Bauerngärten
2. Das Neubaugebiet
Kennzeichen: Langeweile
3. Die Kleingärtner
Kennzeichen: Laube mit Satellitenschüssel
4. Die Desinteressierten
Kennzeichen: Gras-/Giersch-Plantagen
5. Die Schwereinzuordnenden (dazu zähle ich mich)
Kennzeichen: Stetes Bemühen trotz gelegentlichen Scheiterns
Warum die Gruppen 1. bis 4. gärtnern kann ich schwer beurteilen.
Die Freizeit zu füllen ist sicher ein wesentlicher Faktor. Eine meiner Nachbarinnen meint häufig zu mir - ohne dass ich sie jemals nach ihrer Meinung gefragt hätte - statt "alleweil im Gartne naasestande" solle ich "bessa de alde Leit im Heim vorläse", was
sie tut. (Ich habe inzwischen in meine Patientenverfügung den Passus aufgenommen, "Sollten mich vorlesende alte Weiber mit dem Vorlesen sektiererischer Traktate behelligen, bitte ich um die Injektion einer hinreichenden Menge Kaliumchlorids. Vielen Dank!".)
Persönlich denke ich, dass sich Gartenarbeit und andere Freizeitaktivitäten nicht ausschließen müssen. Treiben, statt übertreiben. Daher bin ich letztendlich ganz froh, dass mein Garten sehr übersichtlich ist (meine Mutter verwendet in Bezug auf die Fläche gerne den Begriff "Handtuch").
Ich bin übrigens ein Mensch, der seinen Garten im Blick haben möchte. "Rausfahren zum Garten", das wäre nichts für mich. Ich genieße die täglichen Entwicklungen, das stete Entdecken von Veränderungen.
Zitat:
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Und wenn wir schon dabei sind, hat denn die Tatsache, das der Gärtner ein kleines winziges Saatkorn in die Erde steckt -und heraus kommt eine wunderschöne Blume- nicht irgendwie auch ein bisschen etwas mit einem Schöpfungsakt zu tun?
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Das ist sicher ein wesentlicher Aspekt.
Bye
-John