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19.09.2006, 12:52
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#1 (permalink)
| | | Tulpen - jedes Jahr?
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit der Frühlingsbepflanzung und bin der Meinung dass alle herkömmlichen Korkuse und Tulpen nach dem Einsetzen jedes Jahr wieder kommen. Ist das richtig oder falsch?
Vielen Dank.
Gruss Enrico | |
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19.09.2006, 13:02
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#2 (permalink)
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Registriert seit: 16.04.2006
Beiträge: 1.325
| AW: Tulpen - jedes Jahr? Hallo,
kurz und knapp? Falsch!
Botanische Krokusse und Weinbergtulpen (nicht nur die, saxatilis gehören - glaube ich - auch dazu, also botanische) vermehren sich, die großblütigen Prachtexemplare degenerieren ziemlich schnell. Es ist natürlich immer abhängig von der Sorte, dem Standort und der Düngung.
Es soll das einige alte Tulpenzüchtungen und die bunt-gemischten Darwinhybriden geben, die recht ausdauernd bis vermehrungswillig sein sollen. Bei mir sind selbst die Darwinhybriden nicht wirklich überzeugend - aber wie gesagt, da gehen die Erfahrungen auseinander.
In meinem Garten gehört der üppige Frühlingsflor aus Tulpenzwiebeln jedenfalls zu den Posten, die richtig ins Geld gehen ...
__________________ Grüne Grüße - Lazy |
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19.09.2006, 14:31
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#5 (permalink)
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Registriert seit: 16.04.2006
Beiträge: 1.325
| AW: Tulpen - jedes Jahr? - Verwildern ist gut, will heißen, die bot. Krokusse vermehren sich stetig. Man muß ihnen aber nach der Blüte ihr Laub lassen, mit dessen Hilfe sie die vom Blühen abgemagerte Speicherzwiebel wieder mit Nährstoffen füllen.
Im Rasen gibt es dadurch recht unansehnliche Kahlstellen.
Der Elfenkrokus (C. tommasinianus - och, den hätte ich jetzt aber ganz anders geschrieben, danke, google)) darf das bei mir. Ich setze ihn gerne in großen Mengen an den Rasenrand, an die Stellen, die die Katzenminze den Sommer über schon unter sich begraben und verkahlt hat.
Hm, frag Wiki doch mal, wie sie die Tulpen zum dauerhaften Wiederkommen bewegen, z. B. Apricot Beauty. Würde mich brennend interessieren. Tulipa
__________________ Grüne Grüße - Lazy |
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19.09.2006, 15:31
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#6 (permalink)
| | | AW: Tulpen - jedes Jahr? Danke Lazy, ich verstehe. Den Elfenkrokus habe ich mir auch schon rausgesucht. Um die Kahlstellen im Rasen mache ich mir keine Sorgen, irgendwas ist ja immer
Zu den Tulpen:
Dann werde ich hier auch nur auf bot. Tulpen zurückgreifen, da gibt es auch sehr schöne Sorten. | |
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19.09.2006, 16:22
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#7 (permalink)
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Registriert seit: 16.04.2006
Beiträge: 1.325
| AW: Tulpen - jedes Jahr? Hallo Enrico,
ich wollte Dir die prunkenden, langstieligen Frühlingsboten eigentlich nicht ausreden, nur ein bißchen etwaiger Enttäuschung vorbeugen. Offen gesagt, hält es mich nicht vom Geldausgeben ab.
Die wilden Tulpen mögen es gern etwas kahl-weitläufig-luftig, so wie im Steingartenbeet, sommertrocken. Ungünstig zwischen hohe Stauden gesetzt und bedrängt verschwinden sie auch.
__________________ Grüne Grüße - Lazy |
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19.09.2006, 19:40
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#8 (permalink)
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Registriert seit: 30.03.2006
Beiträge: 3.999
| AW: Tulpen - jedes Jahr? Hallo enrico,
die ersten Blumen, die ich vor vier Jahren setzte, waren Tulpenzwiebel. Allerdings nur die preiswerten aus dem Aldi oder Lidl.
Einige wenige Tulpenzwiebel sind in den vier Jahren nicht mehr wiedergekommen, einige haben die Mäuse gefressen, einige habe ich mir beim umgraben selbst kaputt gestochen. Die meisten haben im Jahr darauf aber wieder geblüht. Und ich kaufe jedes Jahr wieder welche dazu, weil ich den Frühlingsfarbtupfer einfach schön finde.
Das war ein Gartenausschnitt vor 3 Jahren.
Krokusse haben wir schon immer im Garten, bez. auf der hinteren Wiese. Auch hier kommen die meisten wieder oder haben sich sogar vermehrt. Vor 2 Jahren habe ich einige Krokusse in der Wiese hinter dem Haus gepflanzt. Dieses Jahr im Herbst kommen nochmal welche dazu. Wenn sie widerkommen freue ich mich, wenn nicht, werden nächsten Herbst die nächsten gesetzt.... http://www.hausgarten.net/gartenforu...asen#post12086
Alles Liebe und Gute
UTE,  die es gerne blühen sieht
__________________ Ich bin so wie ich bin. Die einen kennen mich und die anderen können mich..... |
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20.09.2006, 20:25
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#9 (permalink)
| | Moderator
Registriert seit: 06.05.2006 Ort: zuhause
Beiträge: 12.021
| AW: Tulpen - jedes Jahr? alle Tulpen (so gut wie alle Sorten) kommen immer wieder, allerdings ist auf folgendes zu achten:
im ersten Jahr nach der "Hauptblüte" hat sich die Zwiebel geteilt und bringt nur ein Blatt hervor, im zweiten Jahr sieht´s dann schon wie eine Minitulpe aus; diese gilt es zu köpfen, damit nicht die ganze Energie in die kleine Blüte verloren geht; im dritten Jahr hat man dann wieder eine "richtige" Blüte, vorausgesetzt die Mäuse haben die Zwiebel übersehen oder der Zwiebelschimmel war noch nicht da
auch bei einige Wildtulpen kann dies der Fall sein; T. turkestanica hingegen ist äußerst zuverlässig
niwashi, der bei den großblumigen Sortn "Black Parrot" empfehlen kann ...
__________________ Man soll Denken lehren, nicht Gedachtes. ( Cornelius Gustav Gurlitt 1850-1938 ) |
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23.09.2006, 23:22
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#11 (permalink)
| | Moderator
Registriert seit: 20.12.2005 Ort: Nur ein Berg
Beiträge: 4.391
| AW: Tulpen - jedes Jahr? Weil Tulpen nicht an ein und der selben Stelle ewig wachsen! Wenn Du dann noch
Blumensträuße pflückst, ist das Zwiebelchen bald im Eimer, da sich nix zurück in
die Zwiebel zieht. |
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23.09.2006, 23:23
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#12 (permalink)
| | Moderator
Registriert seit: 20.12.2005 Ort: Nur ein Berg
Beiträge: 4.391
| AW: Tulpen - jedes Jahr? Apropos "Tulipan", der Tulipan von Spinnes-Board ??  |
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24.09.2006, 12:25
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#13 (permalink)
| | | AW: Tulpen - jedes Jahr? Nein, ich schneide keine Tulpen im Garten. Nicht in den letzten 20 Jahren. Die gibt's als Schnittblumen billiger.
@niwaschi: "alle Tulpen (so gut wie alle Sorten) kommen immer wieder"
Dies ist rein theorisch zwar so, aber vergröbert und stimmt daher so nicht, da man ohne Herausnehmen der Brutzwiebeln, Einsetzen in ein separates, offenes Anzuchtbeet und Düngen kein blühfähiges Ergebnis erzielen könnte. Ohne optimale Bedingungen zu schaffen, wird das nichts.
Die Züchter lassen die Tulpen auch nicht einfach so rumstehen, sich selbst überlassen und warten. Dazu gibt es eben die profitablen Zuchtbetriebe.
Weil ein Hobbygärtner nicht scharf darauf ist, die kleinen Brutzwiebeln ein paar Jahre zu pampern und solange auf unbeschattete, öde Ackerfurchen von grünen Blättern zu sehen.
Die Tochterzwiebel blüht auch nicht automatisch im nächsten Jahr.
Praxis im Hausgarten ist was anderes.
Ich gehe nicht davon aus, dass Hausgärtnern eine offene, asiatische Steppe für die Vermehrungszucht der ursprünglichen Wildformen zur Verfügung steht, die sich obendrein relativ schnell aus Samen entwickeln können, wie botanische Krokusse auch.
Die Preise für Tulpenzwiebeln richten sich, neben Modefarben und dem entsprechenden höheren Angebot daran oder auch der Eignung als Beigeschäft-Schnittblume, u.a. danach, ob eine Sorte sich leicht vermehren läßt, d.h., wie leicht sie möglichst viele Brutzwiebeln ansetzt.
Die alte Darwinhybride 'Oxford', 1945, liefert eine besonders hohe Zahl von großen Zwiebeln, die im Folgejahr blühen, sowie Brutzwiebeln in annehmbarer Menge. 'Apeldoorn', ebenfalls rot, mehr Brutzwiebeln, dafür aber eine geringere Menge an größeren Zwiebeln für das Folgejahr. Die Züchter bevorzugen aus ökonomischen Gründen daher 'Apeldoorn', der Hausgärtner wohl eher Oxford, soweit erhältlich.
Die Fosteriana-Gruppe enthält auch noch einige Mitglieder, die recht gut wiederkommen. Meine Favoriten sind hier die hohen White Emperor / Purissima und besonders die karottenorange Orange Emperor, 1962, die besonders lange blüht und einen starken Stiel hat. Red Emperor hat einen weniger stabilen Stiel.
Die kurzstieligeren Fosteriana haben sicherlich die weitere Verbreitung.
Die Kaufmannia und Greigeii gehören übrigens ebenfalls zu den Wildtulpen / Züchtungen aus Wildtulpen, haben jedoch eine wesentlich größere Blüte als die o.g. 'Wildtulpen' und wenig Ähnlichkeit mit den hier im Thema 'botanische' genannten, die in sich wiederum in verschiedene, sehr unterschiedliche Gruppen unterteilen. Ganz zu schwiegen von den Hybriden zwischen nur diesen Gruppen.
Saxatilis gehört übrigens nicht gerade zu den Blühwundern, besser ist hier bakeri 'Lilac Wonder'.
Papageientulpen gehören zweifelsohne zu den überzüchteten Sorten und sind darunter die am wenigsten zum Wiederkommen geneigten, meiner Erfahrung nach und die ist erst ein paar Dutzend Jahre alt. | |
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25.09.2006, 12:20
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#15 (permalink)
| | Moderator
Registriert seit: 06.05.2006 Ort: zuhause
Beiträge: 12.021
| AW: Tulpen - jedes Jahr? @Tulipan
Danke für Deine ausführlichen Erklärungen
Deine kurze Einführung in die Botanik und Sortensichtung ist mir geläufig, habe leider nur nicht immer die Zeit so ausführlich zu antworten
Beispiel: Spring Green (Viridiflora-Typ): man sagt sie sei die verlässlichste der Viridflora-Tulpen ... kann ich widerum nicht behaupten - es ist eben alles auch eine Frage des Standortes
niwashi, der trotzdem Black Parrot weiterhin pflanzen wird ...
__________________ Man soll Denken lehren, nicht Gedachtes. ( Cornelius Gustav Gurlitt 1850-1938 ) |
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