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03.04.2010 16:15 #1Der Bio-Gartenteich
Im letzten Jahr legten wir unseren Gartenteich an.
Unser Garten, 1300 qm, gab dies platzmäßig allemal her.
Wir verzichten im Garten tunlichst auf jegliche "Chemie",
also sollte auch der Teich, obwohl Folienteich und leichter Fischbesatz,
keinerlei Filtertechnik, und schon gar keine "Chemie" erfahren.
Statt irgendwelcher Filter entschieden wir uns für viele, viele Pflanzen,
auf unterschiedlichen Pflanzzonen (10 - 20 cm, 40 cm, 60 cm) als auch im Tiefbereich (1,20 m).
Allein im letzten Jahr wurden gut und gern 50 verschiedene Pflanzen eingesetzt.
Neben nährstoffzehrenden Pflanzen, die uns helfen sollen die Algenbildung in Schach zu halten, haben wir uns entschieden verschiedene Schneckenarten (Posthorn, Sumpfdeckel- und Spitzschlammschnecken) als auch 8 Teichmuscheln einzusetzen.




Nach dem langen, harten Winter freuen wir uns jetzt besonders, daß alle Fische überlebt haben und schon mächtig "guter Dinge sind".


Die Pflanzen treiben aus, jeden Tag sind neue Triebe und erste Blühansätze zu sehen.
Speziell Sumpfdotterblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Sumpfiris, Wollgras erfreuen uns seit einigen Tagen. Aus wie tot ausschauenden Pflanzkörben spriessen verheißungsvoll junge Triebe und erste Blüten öfnnen sich zaghaft.




Wir gehen davon aus, daß wir in diesem Frühjahr schon reichlich Schneckennachwuchs haben werden.
Wie wird man einem regelrechten "Schneckennachwuchs-Ansturm" Herr und entgeht einer "Schnecken-Überbevölkerung"?
HIER mein Bio-Tipp dazu:
Man nehme eine rohe Kartofel, befestige ein Band daran, hänge diese in den Teich und binnen weniger Tage wird diese Kartoffel von Schnecken nur so bevölkert sein!
Dann nimmt man die Kartoffel raus und setzt die Schnecken in ein vorher gut befülltes Gefäß mit dem eigen Teichwasser... und kann sie so an andere Teichbesitzer weitergeben, die noch unbedingt Schnecken benötigen.
Herzliche Bio-Grüße
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06.04.2010 10:22 #2AW: Der Bio-Gartenteich
Ein weiterer Punkt, den ich an dieser Stelle benennen möchte:
die Gabe von "EM = effektive Mikroorganismen".
Statt "irgendwelcher Chemie"..... wird hier "EM" eingesetzt, also rein biologisch!
Bereits im letzten Jahr habe ich damit begonnen, EM in den Gartenteich zu geben.
Ich bin sehr skeptisch... was solche Dinge angeht.
Werbung verspricht meist mehr als sie dann wirklich hält.
Nachbarn, die seit 30 Jahren einen sehr schönen Teich haben, und uns auch vor Ort viele sachdienliche Tipps und Hinweise gaben, sprachen mich eines Tages auf "EM" an.
Sie nützen es seit vielen Jahren mit großem Erfolg im Haushalt und im Garten, da primär in und um den Teich.
Hätte ich es nicht selbst gesehen.... ich hätte es garantiert nicht geglaubt.
Also wurde "EM" besorgt.
Es ging darum, daß unser Teich nach Inbetriebnahme ordentlich veralgte - was auch völlig natürlich ist.
Sinn der EM-Gabe war es dann, diese Veralgung aufzuheben und dem Teich die Chance einzuräumen, sich möglichst rasch zu stabilisieren.
Es dauerte 4 Wochen, bis wir einen glasklaren Teich hatten.
Der Teich liegt vollsonnig.
Selbst über den Winter und auch jetzt im Frühjahr ist das Wasser (nach wie vor) sehr klar.
Heute werde ich damit beginnen, den Teich wieder mit EM zu unterstützen.
Für all' diejenigen, die schon immer was über EM wissen wollten, hier ein wiki-link mit entsprechenden Erläuterungen: Effektive Mikroorganismen ? Wikipedia
Sonnige Frühjahrsgrüße
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07.04.2010 10:53 #3AW: Der Bio-Gartenteich
Nun zum 3. Teil dieser Dokumentation
Selbstverständlich ist auch ein Teich, wie wir ihn angelegt habe, pflegebedürftig!
Vielleicht sogar pflegebedürftiger als andere Teiche!
Wenn man, wie wir, KEINE "Säuberungs-Filter", UVCs oder "chemische Keulen" benutzen möchte, muß man ganz besonders darauf achtgeben, daß einem der Teich nicht sprichwörtlich "umkippt"!
Wie haben wir dies (hoffentlich) erreicht?
- jede Menge Pflanzen, speziell stark nährstoffzehrende, eingesetzt, derzeit sind es ca. 50 Pflanzen insgesamt (s. post 1)
- die unterstützende Stabilisierung des Teichmilieus durch EM (s. post 2)
- zusätzliche "Sauerstoffzufuhr", der ich mich hier jetzt widmen möchte
Schon bei der Anlage der Teiche, insgesamt 3, haben wir dafür Sorge getragen, daß sie untereinander "verbunden" wurden.
Dies geschah über 2 Dinge:
1. 2 kleine Bachläufe: vom 250er-Fertigteich in den 12.000l-Folienteich und vom 12.000er-Folienteich in den 600er-Fertigteich

2. ein Schlauchsystem, welches alle 3 Teiche miteinander verbindet + 2 kleine Pumpen, die das Wasser durch dieses Schlauchsystem drücken.
In den 12.000er Folienteich wird das Wasser über einen "Injektor" (EM-Keramik) geleitet. Dieser Injektor hat innenliegende Züge, ähnlich denen eines Gewehrlaufs, durch die das Wasser verwirbelt wird, dadurch mit Sauerstoff angereichert wird und so dem Teich zusätzlich der wichtige Sauerstoff zugeführt wird.
Vorstellen muß man sich das wie einen Wasserfall.
Speziell die Sarasa lieben "ihren Wasserfall" - sie stehen darunter und lassen sich eine regelrechte Massage verpassen.


Der guten Ordnung halber sei hier natürlich auch erwähnt, daß sog. "Teilwasserwechsel" zwingend notwendig sind - speziell im Frühjahr, nach einem solchen Winter wie dem gerade vergangenen, als auch im Sommer, wenn es richtig heiß ist.
Der Erfahrung langjähriger Teichbesitzer vertrauend, sollten Teilwasserwechsel so gemacht werden, daß ca. 1/3 des Teichwassers ersetzt werden sollte. Bis dato haben wir erst einen Teilwasserwechsel vorgenommen.
LG
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10.04.2010 18:54 #4AW: Der Bio-Gartenteich
Heute fand der "Frühjahrs-Teilwasserwechsel" statt.
Die Brunnen-Pumpen hatte Harald GsD schon am Osterwochenende ins Pumpenhaus eingesetzt.
Aus dem 250er und dem 600er Fertigteich per Gießkanne ungefähr 1/3 abgeschöpft und aufs Hangbeet gegossen.
Sodann 1 ordentlich dicken & langen Schlauch vom Pumpenhaus hoch an die Teiche gezogen, erst mal ordentlich Wasser in den Garten laufen lassen... und dann frisches Brunnenwasser in den Folienteich geleitet.
Gleichzeitig die beiden kleinen Pumpen (Schlauchsystem Teiche) angeschmissen, die Sperren an den beiden Bachläufen aufgemacht.... und los ging's!
Ca. 4000 l "Altwasser" über den Überlauf in den Garten geleitet und durch frisches Brunnenwasser ersetzt. Somit wurde gut 1/3 des gesamten Teichwassers ausgetauscht. Nebenher mit dem Fein-Kescher die Oberfläche des Folienteichs noch ein wenig abgekeschert... und nach 2 Stunden war die ganze Geschichte erledigt.
Den Injektor mitlaufen lassen, es gab ordentlich "Sprudel"
Der Bachlauf Folienteich / 600er-Fertigteich



Der Injektor

Der Folienteich nach dem Wechsel

Krebsscheren VOR dem Teilwasserwechsel

Krebsscheren NACH dem Teilwasserwechsel

LG
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14.04.2010 20:15 #5AW: Der Bio-Gartenteich
Heute möchte ich ein sehr hilfreiches Gerät vorstellen....
den "Bio-Algenkescher"
(Unikat)
Man nehme einen Besenstiel, bohre diesen ein wenig auf, nehme eine neue Toilettenbürste, setze diese in die Bohrung ein, noch 1 - 2 Schrauben zwecks festem Halt... und fertig ist der "Algenkescher", Marke Eigenbau!

Damit lassen sich wunderbar "Algennester", speziell in Ecken, aufnehmen.
Auch Algenbildung um Unterwasser-Pflanzen, die gerade neu austreiben, kann man so sehr effektiv entgegenwirken.

LG
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24.04.2012 08:22 #6
- Registriert seit
- 24.04.2012
- Beiträge
- 1
AW: Der Bio-GartenteichKönnten Sie ein paar Beispiele nennen für nährstoffzehrende Teichpflanzen?
Wir haben gerade ein Haus gekauft mit einem kleinen Teich,kurzem Bachlauf und Pumpe, es gibt schon einige Schnecken, und Pflanzen und 3 Goldfische. der Boden scheint etwas schlammig.....ich werde mir definitiv EM besorgen und würde ger all die Flaschen mit algen-free und water-clear,die wir von den Vorbesitzern übernommen haben im Schrank lassen....
Ich danke für jeden Tip!
deameer
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24.04.2012 08:38 #7AW: Der Bio-Gartenteich
Hallo!
Schöne Teiche!!
Wir benutzen auch keine Art von Filter bzw. auch keine Organismen oder sonst was
Es gibt eine Uferzone und einen kleinen Wasserlauf, wodurch das Wasser immer leicht in Bewegung bleibt und umgewälzt wird.
Teilwasserwechsel habe ich bewusst noch nie gemacht, weil ich (für mich gedacht) das System nicht mit so einem großen Eingriff belasten möchte...
Wir füllen nur Wasser nach, welches der Wind "wegsäuft", sollte es ein paar Fadenalgen in der Sumpfzone geben, werden sie rausgeholt.
Die Vegetation gibt mir anscheinend recht. Frösche tummeln sich im Teich, Kaulquappen, riesen Libellen und sonstiges Getier was kreucht und fleucht... und der Wasserlauf ist das Flyin für die Vogelwelt. Letztens stellte ich fest, dass sich in den Ablagerungen am Beckenrand(Steilstück) die Frösche eine Art Höhle gemacht haben, wo sie Unterschlupf suchen.
Alle 2-3 Jahre keschern wir nur etwas den Boden vom SChlamm/Blättern(welche es trotz Netz im Herbst bis zum Boden schaffen) ab
LG
Karin
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