-
04.04.2010 08:51 #1Warum ein Bio-Garten?
Warum ein Bio-Garten?
Anlass war vor über zwanzig Jahren ein Bericht aus München, wo die Stadtgärtner in einem Park bemerkt hatten, dass in vielen Vogelnestern tote Nestlinge lagen. Die Biologen der Universität nahmen sich der Angelegenheit an und stellten fest, dass die Jungen verhungert waren.
Da es sich wetter- und temperaturmäßig nicht um ein ungünstiges Frühjahr handelte, musste die Ursache woanders liegen: Die Biologen stellten fest, dass dieser Park fast nur noch mit exotischen Gehölzen und Stauden bepflanzt war, sodass die Insekten ihn mieden und die Elternvögel kaum Futter fanden für ihre Jungen.
Deswegen begann ich also mit meinem ersten Bio-Garten und vor vier Jahren umständehalber mit dem zweiten.
In den Gärten unserer kleinen Stadt siehst es nämlich ähnlich aus wie in dem erwähnten Park in München: Exotische Gehölze, teils mit wunderschönen Blüten, aber ohne Nutzen für die heimische Tierwelt.
Was heißt bei Moorschnucke Bio?
Da wir beide berufstätig sind, beschränkt sich unser Nutzgarten auf Kräuter, Tomaten in Kübeln sowie Erdbeeren und Beerensträucher.
Der überwiegende Teil besteht aus einheimischen Gehölzen und Stauden und Wildpflanzen , die Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und deren Raupen bieten, die automatisch Vögeln und Igeln als Nahrung dienen.
Die wenigen nicht-heimischen Pflanzen wie Sommerflieder und Tausendblütenbaum werden ausdrücklich von Imker-Verbänden empfohlen, damit Bienen und Hummeln auch außerhalb der Obstbaumblütezeit Nektar und Pollen finden.
Unsere Grünfläche, die immer kleiner wird, ist kein herkömmlicher Rasen, sondern eine Wiese mit mehreren Klee-Arten, Margeriten, Braunellen, wenig Gras und viel Moos. Gemäht wird alle zwei Wochen elektrisch, wobei sämtlich Nahrungspflanzen stehen bleiben dürfen.
Gedüngt wird ausschließlich mit eigenem Kompost, Pflanzenjauchen und Hornspänen.
Wenn irgendwelche Tierchen, z.B. Nacktschnecken, überhand nehmen, werden sie abends/nachts mit Hilfe einer Taschenlampe in ein Gurkenglas gesammelt und ein bis zwei Kilometer entfernt in einem Wäldchen wieder ausgesetzt.
Natürlich haben wir auch sofort einen kleinen Gartenteich angelegt, zwar mit Folie, aber gänzlich ohne Filter oder Pumpe. Weil er ausschließlich der umgebenden Fauna als Lebensraum dienen soll, leben nur Amphibien (hin und wieder) sowie Libellenlarven und sonstiges Kleingetier darin.
Das biologische Gleichgewicht hält sich seit vier Jahren durch Unterwasser-Sauerstoffpflanzen und - im Hochsommer - durch Wassernachschub mit dem Gartenschlauch.
Unsere Frühblüher – wichtig für die ersten Hummeln und Bienen als Nektar- und Pollenquellen
*Sträucher **Stauden ***mehrjähr. K=Kletterpfl. Z=Zwiebelpfl. e=einjähr.
*W=Wildkräuter
(etwa in der zeitlichen Reihenfolge)
Ca. ab Februar:
Seidelbast* , Schneeheide (Erika)**, Schneeglöckchen (Z), Märzenbecher(Z), Krokusse(Z), Helleborus **(Lenzrosen), Lungenkraut **(gefleckt und ungefleckt), Mahonie*, Salweide* , Schattenglöckchen**, Berberitze*, Gundermann**, Haselnuss*, Ilex*, Buxus*, Schlehe*, Schlüsselblume**, kleines Immergrün **, japanische Scheinquitte*, Blutjohannisbeere*, rote und weiße Taubnesseln**, kriechender Günsel**, Ranunkelstrauch*, Sumpfdotterblume**, Gänseblümchen, Blaukissen**, Johannisbeere*, Himbeere*, Kornelkirsche*, Löwenzahn, kriechender Hahnenfuß, Lichtnelken**, Polsterphlox**, Staudenmohn**, Wildtulpen (Z), Hyazinthen (Z), Chinodoxa (Z), Scilla Hispanica (Z), Lupinen **,
ca. ab April/Mai:auch für Schmetterlinge
Salomonsiegel**, Steinklee**, Wiesenflockenblume**, Schleifenblume**, Weißdorn*, Liguster*, Storchschnabel**, Weigelie*, Katzenminze**, roter Hartriegel*, Pfaffenhütchen*, Weißklee**, Rhododendron*, Pfingstrosen**, versch. Glockenblumen-Arten **, Klatschmohn (e), Hortensie*, Geißblatt (K), Salbei**, Hornklee**, Rotklee**, Beinwell**, Ginster*, Himbeere*, schwarze Johannisbeere*, Erdbeeren**, Johanneskraut*, Blutweiderich**, Goldfelberich**, Purpurglöckchen**, gefleckte Goldnessel **, verschied. Lauch-Arten (Z), versch. Lilienarten (Z), Margeriten**, blaue Himmelsleiter**, wilde Möhre
Sommerblüher bis Herbst
Wilde Malven**oder ***, Staudenwicken(K) **, Seidenmohn (e), Sommerflieder *, Goldwaldrebe (K), Färberkamille **, zottiges Weidenröschen **, indisches Springkraut (e)Achtung!, echtes Johanneskraut **, Dost**, Majoran**, Thymian**, Origanum**, blaue Edeldistel**, blaue Kugeldistel**, Eseldistel***, Indianernessel**, Ehrenpreis**, Königskerze***, Nachtkerze***, Fetthenne**, Sonnenhut**, Ringelblumen (e), Cranberrys , Brombeeren (*), Goldlack ***, Heckenrose*, wilde Möhre ***, Borretsch (e ), Ysop *, Natternkopf ***, Phacelia (e) , Phlox **, Wiesenflockenblumen** ...
Wichtigster Spätsommer-/Herbstblüher:
Euodia hupehensis(Tausendblütenbaum/Bienenbaum)
Liebe Grüße
von
Moorschnucke
(wird noch ergänzt durch Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen)Geändert von Moorschnucke (30.07.2011 um 23:08 Uhr)
-
-
06.04.2010 15:23 #2AW: Warum ein Bio-Garten?
Eben habe ich unsere meisten Nektar- und Pollenspender für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge ergänzt. Einige vergessene werden noch folgen!
Weitere findet ihr auf der Seite: die Honigmacher - Imkerei-Portal - Willkommen Startseite
unter: Bienenweide --> Blühkalender
P.S. Wir haben beruflich weder etwas mit Gartenbau noch Imkerei zu tun - der Garten ist "nur" unser liebstes Hobby.
-
09.04.2010 13:42 #3AW: Warum ein Bio-Garten?
Wusstet ihr schon, dass ca. 80% unserer Blütenpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen und Hummeln angewiesen sind? Ohne sie hätten wir kaum noch Obst und Gemüse.
Vor der Obstbaumblüte im Frühling, dann den Sommer über und bis in den Herbst hinein können Blütenpflanzen in unseren Gärten Bienen und Hummeln helfen zu überleben. Dass wir damit gleichzeitig auch den Schmetterlingen Nahrung bieten, ist ein positiver Nebeneffekt, den sie uns mit ihrem wunderschönen Anblick „lohnen“.
Unsere Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen
Brennnesseln (unterschiedl. Standorte): Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter, C-Falter, Landkärtchen
Rotklee: Rotkleebläuling
Hornklee: Hauhechelbläuling
ungemähtes Gras: Schachbrettfalter
Kreuzdorn: Zitronenfalter
Wilde Möhre : Schwalbenschwanz
Disteln, Malven : Distelfalter
Geißblatt: Kleiner Eisvogel, Brauner Bär
Johannisbeeren:
C-Falter
Himbeere, Brombeere, Heide, Ginster:
Brauner Bär
-
09.04.2010 18:04 #4AW: Warum ein Bio-Garten?
Ein paar Impressionen.....
(Wenn ihr mit dem Mauszeiger auf die Bilder geht, kann man den Text lesen, wenn ihr drauf klickt, werden die Fotos größer.)
-
09.04.2010 18:29 #5AW: Warum ein Bio-Garten?
Sooo sah es letzten Sommer in unserem Garten aus.....
http://www.hausgarten.net/gartenforu...er-garten.html (Moorschnuckes teils wilder Garten...........)
-
15.04.2010 22:11 #6AW: Warum ein Bio-Garten?
Ein paar Fotos von vorgestern...
-
09.06.2010 23:02 #7AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo,
hier noch eine interessante Seite der "Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau":
Es werden für unsere Gärten mehr einfach blühende "Bienenweiden" empfohlen, die ebenfalls DIE Insekten anziehen, die Blattläusen und anderen störenden "Fressern" den Garaus machen.
Wir beobachten jedes Jahr, dass bei uns die unerwünschten Tierchen sich dort aufhalten, wo sie niemanden stören.
"Blattläuse in Massen nerven zur Zeit die Gärtner
Ob Grün, grau oder schwarz – die winzigen Blattläuse bringen dieses Jahr viele Gärtner zur Weißglut. „Was zuviel ist, ist zuviel,“ stöhnt auch Gottfried Röll von der Bayerischen Gartenakademie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und selbst Betroffener. „An Blüten und Obstbäumen, an Salat und Gemüse sitzen sie oft in mehreren Schichten übereinander.“ Der Fachmann, der mit seinen Kolleginnen zur Zeit täglich am Bayerischen Gartentelefon die Nöte blattlausgeplagter Freizeitgärtner zu lindern sucht, - und der auch am Tag der offenen Tür am 4. Juli Fragenden Rede und Antwort steht - rät dennoch zur Gelassenheit. „Die Natur ist an Blattläuse gewöhnt. Normalerweise wird kein Rosenstrauch und kein Apfelbaum wegen zu vieler Blattläuse eingehen,“ betont er und sieht schon das Ende der Epidemie nahen: „Die Feinde der Blattläuse kommen ganz sicher.“
Blattläuse auf der Blattunterseite
Die Feinde der lästigen Sauger sind Marienkäfer, Gallmücken, Flor- und Schwebfliegen. Sie legen ihre Eier in die Läuse. Während sich der eigene Nachwuchs entwickelt gehen die Schädlinge ein. Bis dahin allerdings öffnen die Rosen ihre Knospen nicht, die Reste kümmerlicher Salatköpfe verrotten auf dem Kompost, die Obstbäume lassen Knospen und Früchte fallen und die überlebenden Pflanzen wachsen geschwächt in den Sommer. Schwarze Rußtaupilze schließlich besiedeln die dicken Schichten klebrigen Zuckersaftes, den die Blättläuse ausscheiden und geben damit mancher Pflanze den Rest.
Dennoch rät Röll, nicht gleich zur Giftspritze zu greifen: „Stark befallene Triebspitzen abschneiden und den Rest mit einem harten Wasserstrahl abspritzen,“ rät er als erste Maßnahme. Wer sich nicht ekelt, sollte die Läuse zerdrücken. Dabei gehen viele Muttertiere sofort zu Grunde und können keinen Nachwuchs mehr gebären. Die Pflanzenschutzindustrie bietet mit Rapsöl, Rosenpflaster, Kaliseife und Neem-Präparaten für Menschen ungiftige und umweltfreundliche Produkte an, die sich über die Pflanzen sprühen – oder in Form von Rosenpflastern um die Triebe kleben lassen.
Schon heute kann der Freizeitgärtner einiges tun, damit sich in Zukunft solch eine Blattlausplage nicht wiederholt. Wer einen Garten besitzt, sollte bei der Auswahl der Stauden auf einfachblühende Sorten achten, die als Bienenweide gelten. Von ihnen naschen gerne auch andere Insekten, darunter viele Nützlinge, die den Blattläusen schneller den Garaus machen. Verzichten sollte man auf das Pflanzen von Ziersträuchern, die besonders häufig von Läusen befallen werden, wie Heckenkirsche, Jelängerjelieber und Bauernjasmin. Generell gilt: Eine gesunde, ausreichend mit Nährstoffen, Wasser und Licht versorgte Pflanze ist weniger anfällig für Schädlinge. Eine mit Stickstoff überdüngte, zu dunkel stehende oder kränkelte Pflanze dagegen besiedeln nicht nur die Blattläuse gerne.“
Weitgehend lausfrei lässt sich Salat im sommer nur mit speziellen widerstandsfähigen Sorten anbauen. „Hier ist Kontrolle wichtig,“ betont Röll und empfiehlt zum Beispiel den Anbau rotlaubiger Pflücksalate: „Sie haben sich in der Vergangenheit oft als die Robusteren erwiesen.“ Sinnvoll ist es auch, häufiger – etwa alle ein bis zwei Wochen – kleine Mengen Salat nachzupflanzen.
Die Blattlausfamilie ist groß. Insgesamt 300 Arten kennen die Biologen alleine in Mitteleuropa. Dass sie oft schon massenhaft auftreten, bevor der Gärtner es bemerkt, liegt daran, dass sie sich sehr schnell vermehren können. Besonders im Frühjahr: Aus den Wintereiern schlüpfen nur weibliche Blattläuse. Diese gebären ohne Befruchtung eine Fülle von ebenfalls nur weiblichen, lebenden Nachkommen. Jungfernzeugung heißt das in der Fachsprache. Je besser die Lebensbedingungen, umso mehr Kinder bekommen solche Stammmütter. Der trockene und heiße Sommer des vergangenen Jahres bot den Saugern offensichtlich optimale Wachstumschancen.
Verschlechtern sich die Lebensumstände auf einer Pflanze, schaltet die Blattlaus um: Ihr Nachwuchs kommt mit Flügeln ausgestattet zur Welt – um aus der Luft schneller und besser nach reicher gedeckten Tischen Ausschau halten zu können. Hat er eine entsprechende Pflanze gefunden, lässt er sich dort nieder und produziert wieder flügellose Nachkommen. Erst im Herbst stellen die meisten Blattlausarten auf geschlechtliche Vermehrung um. Dann verlassen geflügelte Weibchen und Männchen die krautigen Wirtspflanzen mit den weichen Trieben und fliegen auf holzige Winterwirte. Hier legen nach der Paarung die Weibchen überwinterungsfähige Eier, aus denen im Frühjahr erneut nur weibliche Blattläuse schlüpfen, sogenannte Stammmütter. „Deshalb ist es so wichtig, die Pflanzen immer wieder zu kontrollieren, um schon die ersten Blattläuse töten zu können, meint Röll. Und rät aus diesem Grund auch vom Einsatz chemischer Gifte ab: „Weil sich die Tiere so rasant vermehren, sind rasch resistente Nachkomme n geboren. Die Umwelt wird umsonst belastet und das Problem nicht gelöst.“
Herzliche Grüße
von
Moorschnucke
-
31.10.2010 08:59 #8AW: Warum ein Bio-Garten?
Guten Morgen,
jetzt vor dem Winter eine Bitte an alle Insekten- und Vogelfreunde:
Bitte lasst alles Verblühte und "vergammelt" Aussehende auf euren Beeten stehen und liegen - es dient all unseren kleinen nützlichen und schönen Freunden als Winterquartier bzw. Nahrungsquelle.
Herzliche Grüße
von
Moorschnucke
-
31.10.2010 10:44 #9Juma_2ndGastAW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Moorschnucke !
Hallo Moorschnucke !
Ich lasse schon seit Jahren das abgeblühte von Stauden stehen, außer verblühte Rosen. Ich hab vor Jahren mal das Biogarten Buch von Marie Luise Kreuter bekommen und ziehe viel Nutzen daraus. So wird man bei mir auch kaum nackten Boden finden. Alles wird so bald wie möglich abgedeckt.
Schon vor ca 30 Jahren hab ich mal festgestellt das mein unbehandelter Salat weniger Blattläuse hatte als der von liebe Nachbarn, die mit der chemischen Keule durch ihren Garten schleichen.
Ich gestehe allerdings das ich in diesem Jahr einmal an der Gründstücksgrenze mit Unkautvernichter gearbeitet habe . Danach konnte ich endlich wieder zu den Wurzeln von Girsch und Queke durchdringen.
Sicher mache ich auch Fehler, versuche sie aber zu vermeiden und hinsichtlich der Pflanzenwahl denke ich das ich wieder auf einem guten Weg bin.
Allerdings wünschte ich mir manchmal, daaas unser lieben Nachbarn die Hälfte ihrer Koniferen durch andere, sinnvollere Gehölze ersetzen würden.
Aber ddas sind nur Wunschträume.
liebe Grüße Juma
-
31.10.2010 14:52 #10
- Registriert seit
- 30.09.2010
- Ort
- Wien
- Beiträge
- 1.968
AW: Warum ein Bio-Garten?Hallo Juma !
Wenn Du möchtest daß sich Amphibien bei Dir dauerhaft ansiedeln dann mußt Du den Teich tiefer machen.
40 cm sind das Minimum damit Amphibien am Grund überwintern können.
Falls er nur im Frühjahr zur Aufzucht von Kaulquappen dienen soll, muß er im Herbst nachdem die Jungamphibien an Land gegangen sind ein paar Wochen austrocknen. Sonst haben die Kaulquappen gegen die Libellenlarven und Gelbbrandkäferlarven in so flachem Gewässer keine Chance.
-
31.10.2010 20:02 #11
AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Moorschnucke
Bin ganz deiner Meinung. Ich versuche seit 2 Jahren die sterile Grünfläche meiner Mutter in einen Garten umzugestalten; in einen natürlichen Garten. Leider bin ich noch nicht sehr weit gekommen, da ich nicht die Zeit habe, die ich bräuchte. Außerdem muß ich bei jeder Veränderung bzw. bei jeder Kleinigkeit, die ich anders machen möchte, zuerst einen Kampf ausfechten. Auch jetzt bei der "Einwinterung" sollte ich den Garten "aufräumen", was heißt: alles zurückschneiden, Laub auf den Kompost, Verwelktes und Dürres ausputzen, usw. ......... Ich hab`s nicht gemacht. Mittlerweile gehöre ich zu den Leuten, die versuchen, die "Sünden" der vorangegangenen Generation wieder gut zu machen. Ob`s mir gelingt, wird sich noch rausstellen. Einen Versuch ist es allemal wert.
LG Katzenfee
-
31.10.2010 20:21 #12AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Juma und Katzenfee,
da helfen nur: Sturheit, Durchhaltevermögen und Überzeugungskraft!!!!
Auch solche Äußerungen wie "Wohnen hier Ausländer?" muss man mit Selbstbewusstsein ertragen können!
Schließlich geht es um unsere Natur und die unserer Nachfahren.

Liebe Grüße
von
Moorschnucke
P.S. Juma..., in unserer Nachbarschaft sieht es aus wie bei euch: alle Arten Koniferen, viel nackter, geharkter Boden und ab und zu eine "pflegeleichte" Pflanze oder, wenn's hoch kommt, ne Rose!!
-
31.10.2010 22:02 #13Juma_2ndGastAW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Moorschnucke !
Ich hab eigentlich keine Probleme. In der Zeit wo ich noch voll gearbeitet habe wuchs bei uns mehr " Unkraut" als anderes. GG hat nur den Rasenmäher und den Trimmer benutzt und damit auch meine Reststauden ruiniert.
Unsere Nachbarn akzeptieren das ich "anderst" bin, sowohl im Haus als auch draußen. Von meinen Ansichten ganz zu schweigen.
Jetzt versuche ich langsam den Garten so schön zu machen wie ICH ihn haben will.
Liebe Grüße Juma
-
10.11.2010 20:33 #14AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo ihr lieben Biogärtner,
ich zähle mich auch dazu, wenn auch im Moment das "Roden" von Wildkräutern (Quecken) und ähnlichem meine Hauptaufgabe ist. Doch das wird sich in meinem ersten richtigen Gartenjahr 2011 ändern. Schon jetzt wächst auf allen bearbeiteten Flächen Gründünger.
Seit Ende August habe ich meinen Garten in einer typischen Schrebergartenanlage und seit dem sehe ich einige Gärten, in denen die braune Erde gepflegt wird.
Kein grünes Hälmchen, kein Gemüse, kaum eine Blume, nur blanke Erde, die nach jedem Regen mit der Harke bearbeitet wird.....
Ist das nicht einfach schlimm?????
In einem Garten soll es doch wachsen, blühen und auch irgendwann wieder vergehen. Das ist der Lauf der Natur. Nackte Erde über Monate empfinde ich als Frevel an der uns anvertrauten Natur
Ingrid
-
10.11.2010 20:53 #15AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Ingrid,
schön, dass du ebenfalls dieser Meinung bist!!
Wir freuen uns über jeden, der seit langem oder auch erst seit kurzem in seinem/ihrem Garten der Natur mehr Raum lässt.
Deine Gründüngung verbessert und schützt in jeder Hinsicht den Boden.
Und in einem möglichst naturbelassenen Garten gibt es genügend Winterquartiere für alle möglichen nützlichen Helfer, die wir kommendes Jahr wieder dringend brauchen.
Herzliche Grüße
von
Moorschnucke
-
10.11.2010 21:27 #16AW: Warum ein Bio-Garten?
das gleiche Bild auch in unserer Schrebergartenanlage-
Gärten,die absolut geleckt sind und andere,die ''unordentlich'' ausschauen.
Meine Staudenbeete dürfen im Winter mit fast allen Pflanzen und abgeblühten Blüten stehen bleiben.
Bei den Gemüsebeeten hab ich noch so meine Probleme,da ich sehr lange ernten kann und dann die Gründüngung zu spät kommt--habt ihr einen Tipp für mich?
gruß Sigi,die immer mal wieder im Biogarten von Marieluise liest
-
10.11.2010 22:24 #17AW: Warum ein Bio-Garten?
Hi Sigi,
beim Biogärtner habe ich den spätesten Gründünger gefunden:
# (Winter-)Roggen. Süßgräser. Hinterlässt feinkrümeligen Boden. Verträgt keine Trockenheit, unterdrückt Keimung anderer Pflanzen (Quecken, gelbe Rüben, Möhren, Petersilie, rote Bete) durch Ausscheidung wuchshemmender Substanzen. Gut geeignet als Vorfrucht für Bohnen, Kartoffeln, Kohl und Spargel. Große Wurzelmasse. Späteste Gründüngungspflanze. 2-11/ 15-20/ - / 1 außer schwerem Boden. Der Winterroggen wird von vielen Öko-Gärtnern gern verwendet, weil er mit keinem anderen Gemüse verwandt ist, außer Zuckermais.
aus: Gründüngerpflanzen
Viel Erfolg!!
Herzliche Grüße
von
Moorschnucke
-
10.11.2010 22:55 #18AW: Warum ein Bio-Garten?
das hab ich dort auch schon mal gelesen letztes Jahr, ich hab das gleiche Problem wie Sigi, meine Phazelia keimt nicht mal mehr wenn ich sie aussäe...
Aber Winterroggen konnte ich hier nirgends kriegen. Ein Bauer sagte mir dann mal (im November) das könne er nur Säckeweise kaufen, das gäbs gar nicht für Hobbiegärtner im Klein-Angebot.
Dieses Jahr probiere ichs mit gehäckseltem Laub... mal schauen wie das dann im Frühling aussieht...
glg susu
-
19.11.2010 12:44 #19iris09GastAW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Susu!
Vielleicht könnte der Bauer einen Sack mehr bestellen und dann mit dir teilen?
Habe mit diesen 25 oder 50Kg-Säcken auch mein Problem,aber eben jemanden gefunden,der mir einige Kg abgibt.
Nur so ne Idee!
LG iris09
-
20.11.2010 08:35 #20AW: Warum ein Bio-Garten?
ja das hab ich mir auch überlegt aber dieses Jahr hab ichs verpasst rechtzeitig zu fragen. Nächstes Jahr werd ich, denn mit Phazelia hab ich überhaupt kein Glück.
Ich hab jetzt einfach mal mit Laub/Gras-Häckselmischung gemulcht, vielleicht wird das ja auch zu so ner Art Kompost... Mal schauen wie das im Frühling aussieht oder ob ichs dann wieder wegmachen muss weil gar nichts damit passiert ist. Aber vielleicht klappt es ja, dann ist das mit dem Laub auch eine gute Alternative, davon hab ich viel !
-
20.11.2010 09:42 #21AW: Warum ein Bio-Garten?
Hallo Susu,
mein Gründünger (Senf und eine Lupinenmischung) sind an manchen Stellen nicht so optimal aufgegangen. Da kam dann die Quecke sehr schnell wieder hoch. Diese Flächen habe ich auch mit Laub abgedeckt und ein wenig mit Erde beschwert. Nun bin ich gespannt. Bis jetzt sieht es gut aus. Der Quecke scheint die Laubdecke nicht zu gefallen
LG
Ingrid
-
08.04.2011 00:56 #22AW: Warum ein Bio-Garten?
Update von der Walnuss-Blätter-Mulch über den Winter-Front: den Blättern ist gar nichts geschehen. Sie sind einfach noch da. Aber darunter wächst auch kein Unkraut und die Erde ist schön weich und trotz sehr trockenem Jahresanfang auch ein bisschen feucht.
Jetzt hab ich vor einer Woche oder so die Blätter im Nutzgarten mal weggemacht und ein bisschen Kompost mit der obersten Erdschicht vermischt und fein gerecht. Wenig Unkraut ist inzwischen schon angegangen, aber das zupf ich erst nach dem nächsten Regen. Einkaufen im Gartencenter verbiete ich mir noch, auch wenn wir hier heute 25° hatten !!! Es wird bestimmt nochmal frostig und ich hab kein Treibhaus und kein Frühbeet.
Alles in allem werd ichs s'nächsten Winter wohl wieder so machen.
Moorschnucke: einige der Schmetterlings-Raupen-Pflanzen hab ich schon: Malven, Disteln, Geissblatt, Brombeeren, den Fenchel hab ich letztes Jahr gar nicht geerntet daran hatte es so viele Raupen,... am Bachufer hat es viele blühende Wildsträucher (Holunder, Schlehe, etc.) ich nehm an die sind auch beliebt. Eine Brennesselecke fehlt noch. Aber deine Liste nehm ich dann auch mit ins Gartencenter, wenn ich mich dort hin getraue ! Ich komm mir zwar immer komisch vor mit meinem Buch (auf einer Liste haben meine Wünsche gar nicht mehr Platz...) - aber da gibts ab und zu noch andere Verrückte die dort stundenlang um die Tische schleichen
- dann fühl ich mich gleich nicht mehr so alleine!
Und heute hat mich besonders gefreut: endlich ist mein Insektenhotel besiedelt und zwar erfreulich intensiv. Letztes Jahr hats am falschen Standort nicht geklappt und vorletztes Jahr war ich zu spät (erst im Juni aufgehängt) - aber jetzt ist da Hochbetrieb! Juhui!
glg susu
-
09.04.2011 14:24 #23
- Registriert seit
- 14.05.2010
- Beiträge
- 100
AW: Warum ein Bio-Garten?Warum ein Bio-Garten?
Nun ja,
1. Auf 2700m² alles unter Kontrolle haben zu wollen ist illusorisch
2. Das was meine Freunde und ich anbauen, wollen wir, ohne das wir ein schlechtes Gefühl haben müssen, essen können
3. Es macht Spass Tiere in freier Wildbahn zu beobachten die man sonst kaum sieht
4. Alles zubetonieren kenne ich schon von daheim und finde es immer noch nicht toll
5. Und das wichtigste: Weil es mir gefällt! Vergleiche ich meinen Garten mit dem Nachbarn und seinen Rasen, möchte ich niemals tauschen. Wo bei ihm im Sommer das Gras braun wird, sieht mein Garten dank Wiese und Anbaufläche wesentlich ansehlicher aus. Von der optischen Abwechslung im Gegensatz zu eintönigen Rasen ganz zu schweigen.
-
09.04.2011 17:57 #24AW: Warum ein Bio-Garten?
Huhu Susu,
das glaube ich gern, dass mancher komisch guckt!
Aber da steh ich ebenfalls voll drüber.
Anders war es, als ich unsere Sträucher in der Baumschule im Dörfchen nebenan gesucht und gefunden habe.
Der Senior-Chef fragte mich nach dem 3. oder 4. Teil, ob ich Imkerin sei. Das nahm ich natürlich als Kompliment und erklärte ihm sodann unsere Beweggründe für diese speziellen Gewächse.
Man hatte dort auch fast alles vorrätig, nur den Bienen-Baum musste ich bei Eggert/Schleswig-Holstein bestellen - den gab es vor 3 Jahren im Umkreis von 50 km nirgendwo.
Viel Vergnügen beim Suchen und Pflanzen wünsche ich dir, Susu, und später beim Beobachten der vielfältigen Fauna!!

@ DerFalke
Nach Lektüre deiner anderen Beiträge hab ich mir schon gedacht, dass du ebenfalls Bio gärtnerst.
2700 m² Garten......- traumhaft, bei euch muss tiermäßig ein Gewusel herrschen.
Klar sehen unsere Gärten abwechslungsreich und bunt aus, aber von unseren Nachbarn werden wir immer merkwürdig beäugt, denn die Samen von allerlei Wildblumen gehen bei ihnen auf und aus unseren Gärten stammen sie höchstwahrscheinlich.
In unserer Nachbarschaft kann ich leider niemanden vom Sinn eines Bio-Gartens mit Blümchen-Wiese überzeugen - es sieht aus wie auf 'nem Friedhof rundherum: pflegeleichtes Grün auf kahler Erde und ein Wimbledon-Rasen
Aber hier im Forum gibt es zum Glück Gleichgesinnte in erklecklicher Anzahl ... und es werden langsam mehr.
Ein sonniges Wochenende
wünscht
dir, Susu, und dir, Falke,
Moorschnucke
-
11.04.2011 00:13 #25
- Registriert seit
- 14.05.2010
- Beiträge
- 100
AW: Warum ein Bio-Garten?Danke für die lieben Worte.
Es ist immer schön sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten die die Mühe, Arbeit und vor allem die Freuden eines biologischen Gartens zu schätzen wissen. Und das es mehr werden erfreut mich persönlich auch. Meine besten Freunde sind ja auch in meinen Garten fleissig mit dabei, unsere Ansichten zum Thema Biogarten sind da deckungsgleich.
Das glaube ich gerne das du merkwürdig von deinen Gartennachbarn beäugt wirst.
Bin schon froh das mein Garten ein Privatgrundstück ist und nur seitlich Nachbarn sind.
Mich hat es auch gefreut als ich letztes Jahr den Garten von meinen Opa übernehmen konnte. Als Kind war ich da öfters zu Besuch und finde schon alleine wegen der Kindheitserinnerungen das Gelände wunderschön.
Auf einer Seite nur einer, durch Hecke und/oder Zaun getrennt, auf der anderen Seite eine "private" Gartenanlage. Dort ist fast nur Hecke und innerhalb der Anlage gibt es auch nur wenige Zäune, das liegt daran das mein Garten/die Anlage Hanggrundstücke sind wo Zäune einfach schlecht errichtbar sind.
Also als Lebensraum für Tiere aller Art ideal. Und für Planzen natürlich auch.
Eichhörnchen, Vögel und Gezwitscher ohne Ende, Echsen, Igel, Erdhummeln, Katzen(aus der Anlage), Weinbergschnecken, Glühwürmchen, Tigerschnegel und vieles mehr - natürlich auch die Arten die jetzt nicht so beliebt sind, aber damit muss man einfach leben können.
Einmal habe ich eine kleine silberne "Schlange" zu fassen gekriegt, wahrscheinlich eine Blindschleiche, welche sich gewehrt hat indem sie mich anpissen musste.
Daher ist ihr eine nähere Bestimmung erspart geblieben.
Jetzt blühen langsam wieder die Schlüsselblumen oben am Hang und im Laufe des Jahres werden wir sehen was von unserer Blumensamenmischung alles aufgegangen ist. Die sind fast alle für Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge gedacht.
Wenn ich schon dabei bin: Wo bringe ich am besten Bienenhotels unter?
Habe welche aus Bambus (mit Überdachung) gemacht, weiß aber nicht an welchen Stellen diese besonders gut von den Bienen angenommen werden.
Liebe Grüße, Falko
Ähnliche Themen zu Warum ein Bio-Garten?
-
Warum tut sie das?
Von blitz im Forum Small-TalkAntworten: 34Letzter Beitrag: 14.06.2011, 19:33 -
Warum wächst nix?
Von kerimas im Forum RasenAntworten: 9Letzter Beitrag: 05.05.2011, 16:19 -
Warum...
Von Gecko im Forum Wie heißt diese Pflanze?Antworten: 29Letzter Beitrag: 08.08.2010, 00:15 -
Warum geschlossen????
Von Okolyt im Forum SupportforumAntworten: 6Letzter Beitrag: 06.10.2009, 08:45 -
warum wachsen
Von kompost im Forum Obst und GemüsegartenAntworten: 4Letzter Beitrag: 10.09.2009, 09:15 -
Warum so geschmacklos?
Von Judith67 im Forum TomatenAntworten: 11Letzter Beitrag: 02.09.2009, 09:16 -
Warum als Gast???
Von Rosenblüte im Forum SupportforumAntworten: 5Letzter Beitrag: 04.05.2006, 07:56 -
Anzucht bzw. Ausetzen von Tomatenpflanzen
Von lumpus im Forum Obst und GemüsegartenAntworten: 2Letzter Beitrag: 27.05.2005, 21:35




