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15.08.2011 12:53 #1
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Semitransparenter Sichtschutzzaun aus LärchenholzHallo,
nachdem ich bisher als Mitleser von diesem tollen Forum profitieren durfte, nun ein kleiner Beitrag, der vielleicht für einige eine Anregung ist.
Wir haben im vergangenen Jahr ein altes Siedlungshaus zu einem Passivhaus umgebaut. Das Haus und mit ihm die Terrasse steht recht hoch auf dem Grundstück, weil wir auf den vorhandenen Keller aufgebaut haben. Dadurch war es erforderlich einen recht hohen Sichtschutzzaun zu errichten. Dazu habe ich eine Lösung gewählt, die vom Material her zum Haus passt (wir haben ein Holzhaus), und die den gewünschten Sichtschutz zwar erreicht, aber dennoch transparent wirkt.
Verwendet habe ich einfache, rhombusförmige Leisten mit einem Querschnitt von 28 x 68mm und einer Neigung von 15 Grad. Der Trick ist, dass ich die Leisten von hinten, also unsichtbar, mit der Schmalseite an eine Unterkonstruktion geschraubt habe, so dass die lange Seite der Leiste im 15 Grad Winkel nach draussen geneigt ist. Zwischen den Leisten sind 1,8cm Zwischenraum. Das interessante an dem Zaun ist, dass von aussen keinerlei konstruktive Elemente sichtbar sind und der ganze Zaun wie aus einem Guss wirkt (und auch ist).
Die Herausforderung bei dieser Art der Konstruktion ist, dass ich die Zaunpfähle erst ganz zum Schluß aufstellen konnte und bis dahin an einer Hilfskonstruktion arbeiten mußte.
Wenn jemand nachbauen will, stehe ich gerne für detailfragen zur Verfügung.
JoergGeändert von joerg109 (15.08.2011 um 12:58 Uhr)
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17.08.2011 00:20 #2AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus Lärchenholz
Hallo,
das ist wirklich sehr hübsch.
Das Nachbauen halte ich für nicht allzu kompliziert.
Was die Holzkonstruktion angeht.
Woraus ist der Unterbau? Beton, oder gemauert und verputzt?
Die Kosten würden mich noch interessieren!
Sagen wir mal hochgerechnet auf zehn Meter!
LG Anett
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17.08.2011 08:28 #3
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AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus LärchenholzDie Unterkonstruktion ist Beton, nicht verputzt. Die Oberflächenstruktur kommt dadurch zustande, dass ich für die Schalung OSB verwendet habe. Die Balkenschuhe wurden auf den Beton geschraubt. Dann Natursteinplatten drumrum gelegt und den Zwischenraum mit Epoxi verfüllt. An der Stelle des Zauns mußte ich zuvor eine alte Betonmauer abreissen, weil sie nicht tragfähig, und vor allem weil sie nicht im Wasser war, sondern dem Gelände folgte. Bei einem Zaun mit so langen horizontalen Linien stelle ich es mir recht schlimm vor, wenn er nicht waagrecht ist.
Ich habe die gehobelten Rhombuslatten im Format 28 x 61mm, 15 Grad geneigt, für 1,80 Euro pro lfm. eingekauft. Ist mengenabhängig, geht auch noch günstiger. pro Meter Zaunhöhe werden ca. 21 Meter Rhombuslatten und 2m Konterlatten (die bei mir 68 x 28mm sind und dasselbe kosten) benötigt. Das auf den Fotos sichtbare Stück Zaun ist 14 Meter lang und der Holzteil ist 170 cm hoch. Ich habe dafür 480m Rhombuslatten, ca. 40m Konterlatten und ca. 40m 9x9 Balken verbraucht. Es ist wichtig, die Länge der Latten und das Rastermaß der Stützkonstruktion vor Bestellung der Latten festzulegen, so dass der Verschnitt minimiert werden kann. Bei mir haben die Ständer 100cm Abstand und ich habe keine Stützlatten zwischen den Ständern verbaut. Die Rhombuslatten habe ich in 4m Länge bestellt.
Denkbar wäre auch, die Balken mit einem Abstand von 125cm zu setzen, bei 62,5cm eine Stützlatte zu schrauben und die Latten in 5m Länge zu bestellen. Mehr als 100cm Abstand zwischen den Verschraubungspunkten darf nicht sein, weil sich sonst die Latten zu sehr verziehen können.
Für die Balken (Douglasie) habe ich ca. 3 Euro pro Meter bezahlt. Dann noch 700 Edelstahlschrauben 6x60 für 13 Euro pro 100 Stück, 16 verzinkte Balkenschuhe für ca. 4 Euro das Stück und 16 verzinkte Hütchen auf den Balken für etwa 6 Euro das Stück.
Jetzt darfst Du rechnen.
Das Holz muß im Fachhandel bzw. direkt beim Sägewerk besorgt werden, der Baumarkt ist da nicht die geeignete Anlaufstelle. Ich habe mir 2000m liefern lassen und baue den Sommer über alles mögliche damit, wie zB. eine Fahrradgarage, Verkleidung für Mülleimer und Wärmepumpe, und wenns reicht dann noch ein Gartenhäuschen. Aber das ist eine andere Geschichte.Geändert von joerg109 (17.08.2011 um 08:34 Uhr)
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18.08.2011 00:10 #4
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20.08.2011 22:15 #5AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus Lärchenholz
Sieht spitzenmässig aus! Wow!
Wie sieht es mit dem Wind aus? Eher durchlässig, oder hält es ihn ab?
Zeig uns doch bitte meeeeeeeeehr Fotos von eurem Heim!!!
Ich schau ja soooo gern anderen Häuser und Gärten an!
Lieben Gruß aus Ö und schönen Abend noch!
Michisternchen
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22.08.2011 09:01 #6
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AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus LärchenholzHallo,
der Zaun ist als Windschutz nicht geeignet, da sehr durchlässig.
Was interessiert Dich denn besonders an unserem Haus? Hier mal ein paar Fotos aus der Bau- und Sanierungsphase (wir haben einen Altbau zu zwei Dritteln abgerissen und als Holzhaus etwas größer neu aufgebaut. Das Haus entspricht nun dem Passivhausstandard.
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22.08.2011 12:26 #7AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus Lärchenholz
Wow, sieht ja echt verschärft aus!!!
Mich interessiert alles. Hast von innen auch noch Fotos?
Mein Mann hat auch einen Wind- und Sichtschutz gemacht aus Lärchenholz.
Unserer hält aber sehr viel Wind ab. Zum Glück!
http://www.hausgarten.net/gartenforu...anlage-18.html (Michisternchen´s Gartenprojekt (NEUANLAGE))
http://www.hausgarten.net/gartenforu...anlage-21.html (Michisternchen´s Gartenprojekt (NEUANLAGE))
Danke fürs Zeigen und ich schau mir gern noch mehr an!!!
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23.08.2011 08:44 #8AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus Lärchenholz
Himmel, A**** und Zwirn !
Sieht das gut aus, Respekt! - sowohl für Haus als auch für Zaun ...
Auf die Idee, ein Haus zum Teil abzureißen und dann sooo neu aufzubauen bzw. zu sanieren ... da muß man erstmal drauf kommen ....
Mutts ... neidlos sprachlos
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23.08.2011 09:17 #9
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AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus LärchenholzDanke

Naja, das bestehende Haus war ja nicht gerade attraktiv. Die Entscheidung für Teilabriss + Sanierung an Stelle Komplettabriss + Neubau hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört sicher, dass man weniger behördliche Aufwände hat und dass man von der KfW ein paar günstige Euros bekommt. Viel günstiger als beim Neubau eines Passivhauses.
Zu den Nachteilen gehört allerdings der immens viel höhere Aufwand, vor allem im Bereich der Eigenleistung. Weil halt vieles bei der Planung nicht vorher gesehen wurde (liegt natürlich auch an den beteiligten Planern, aber das ist eine andere Geschichte) und dann durch Eigenleistung glatt gebügelt werden musste.
Und bei einer derart radikalen energetischen Sanierung (wir haben den Heizenergie-Verbrauch im Vergleich zum Bestandsbau um mindestens 97% reduziert und mußten im letzten Winter trotz Raumtemperatur über 21 Grad überhaupt nur an 3 Tagen heizen) muß die Überwachung der Handwerkerleistungen l-ü-c-k-e-n-l-o-s sein. Alleine die luftdichte Ausführung von Leitungsdurchführungen (Wasser, Strom, Lüftung...) durch die thermische Hülle scheint etwas zu sein, das Handwerker trotz DIN und "State-of-the-Art" jeden Tag von neuem lernen müssen und dann am nächsten Tag wieder vergessen haben. Ausserdem mußten wir an einigen kritischen Stellen (Treppenhaus et.) mit unkonventionellen Dämmaterialien (Vakuumpanels, Resol-Hartschaum) arbeiten.
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23.08.2011 09:48 #10
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AW: Semitransparenter Sichtschutzzaun aus LärchenholzHallo,
und dann noch ein kleines Update zum Zaunthema: Zwischenzeitlich sind die beiden Torflügel montiert. Noch nicht fertig, passt aber einigermaßen und vor allem: Die Beschläge halten. Mit H x B 210 x 150cm wiegt jedes der beiden Tore deutlich über 100kg. Da die Torfronten außen bündig mit den Pfeilern und wiederum ohne sichtbare Konstruktionselemente sein sollen, mußte ich die Torriegel innen an den beiden Pfeilern anbringen, nicht seitlich. Mit Dübeln und normalen Schrauben wollte ich da nicht arbeiten, denn da würden eher früher als später die Schraubenköpfe abbrechen. Stattdessen habe ich an den Riegeln die Bohrungen für die Befestigung aufgebohrt und jeden der Riegel mit 4 Bolzenankern M8 x 70 befestigt. Siehe Foto.
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