Thema: Bodenvorbereitung nach Neubau

  1. #1
    Bodenvorbereitung nach Neubau
    Wir sind jetzt in eine Wohnung mitten in der Stadt gezogen (Neubau Mehrfamilienhaus), um die herum Platz für einen kleinen Garten ist, den ich selbst anlegen will. Im Moment bin ich aber etwas ratlos, wie ich bei diesem Boden am besten vorgehen soll: Das Haus steht auf Sand. Dieser ist wahrscheinlich nun ziemlich verdichtet. Vor Aufbringen des Mutterbodens wurde nichts gelockert. Der Mutterboden (ca. 35-40cm) ist meines Erachtens extrem lehmig, Klumpen davon werden bei Trockenheit hart wie Stein.
    Beim Pflanzen bin ich bis jetzt so vorgegangen: ca. 40-50cm tief und weiträumig ausgraben, Boden lockern und sieben, Pflanzloch mit gesiebter Erde/Lehmklümpchen vermischt mit frischem Kompost (nur aus Grünzeug) wieder aufgefüllt.
    Reicht das? Oder muss ich noch mehr unternehmen, damit die Pflanzen anwachsen und sich entwickeln können? Ich wäre sehr dankbar, wenn hier jemand einen guten Rat hätte.
    Viele Grüße,
    Katrin

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  2. #2

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    So ganz hab ich es nicht verstanden.

    Lehmboden ist der Naturboden und darüber liegt Sand. Oder steht nur das Haus auf Sand und im Garten ist nur Lehm oder wie?

    50% Lehm, 15% Sand, 35% Humus wäre für mich der Wunschtraum eines Gartenbodens.

    Lehm - hält die Feuchtigkeit und Dünger besser und ist sehr fruchtbar.
    Sand - verbessert die durchlässigkeit und verhindert Berklumpung und Staunässe.
    Humus - ist nährstoffreich

    Bei kleines Flächen hab ich schon Lehmklumpen durch ein Kompostsieb "gerieben" und in Schubkaaren, Plastikwanne oder ähnlichem mit anderer Erde durchmischt.
    Der Lehm verklumbt sich dadurch nicht mehr und ist später kaum noch erkennbar.

    Große Flächen hab ich schon mit Häcksel abgedeckt und dann untergezackert wirkt ebenfalls wahre Wunder.

  3. #3

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    Ich verstehe es auch nicht, ehrlich gesagt - allerdings einen anderen Punkt: Hast Du nun schon gepflanzt, oder willst Du den Boden vorher aufbereiten (was sich nach dem Hausbau und der damit i. d. R. einhergehenden Bodenverdichtung anbieten würde).

    Ich würde den Boden nun noch mit ordentlich Kompost - gerne 50, 60 Liter je qm oder noch ein bisschen mehr - flächig bedecken und dann den Boden tief umfräsen: so dass sich Sanduntergrund, Lehmbodenabdeckung und Kompost gut vermischen.

    Schöne Grüße
    SunStar

  4. #4

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    @sunstar&thomas
    Das Problem ist, dass von Fräsen oder Durchmischen gar keine Rede sein kann, ich komme ja mit nichts durch (außer sicher mit einer Maschine) Der Boden besteht aus Sand, darauf wurde von der Baufirma Mutterboden aufgebracht, ca. 40 cm. Beim Umgraben stellte sich dieser als wirklich steinhart dar. Ich bin nur mit viel Kraft und der Grabegabel reingekommen, mit dem Spaten nicht. Sieben geht nicht gut, weil das nur große klebrige Klumpen sind. (Deshalb dachte ich, dass das wohl Mutterboden mit einem sehr hohen Lehmanteil sein muss.)
    Aber ihr habt schon recht, wahrscheinlich bleibt mir nichts anderes übrig, als einen qm nach dem anderen auszugraben und zu durchmischen, wie auch immer. Ich hatte irgendwie gehofft, es gibt eine andere Lösung…
    Danke trotzdem
    Katrin

  5. #5

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    Würdest du mir glauben, dass wir den gleichen betonharten Boden hatten?

    Als ich an trockenen Tagen mit meinen 80kg auf die Grabgabel daraufgestanden bin ist diese nicht einen Milimeter ins Erdreich vorgetrungen. Dies war noch bis 2010.

    Am 1.4.2012 musste ich spatentief ausgraben um mein Hochbeet aufzubauen.

    Hier Bilder der ausgegrabenen Erde von 2012
    Bodenvorbereitung nach Neubau-bau_hochbeet_erde.jpgBodenvorbereitung nach Neubau-bau_hochbeet_humusschicht.jpgBodenvorbereitung nach Neubau-bau_hochbeet_senke.jpg

    Dieser Gartenteil ist ca. 150 qm groß.

    Glaub bloß nicht, dass ich diese Menge.

    150qm * 0,3m Stärke = 45 kubikmeter Erde von Hand mit lockerem Substrat durchsetzt habe. Damit wäre ich wohl Jahre beschäftigt.

    Gesamter Arbeitsaufwand weniger als 10 Stunde (für mich) der Rest haben dann die Regenwürmer für mich gemacht.

    Lösung den Boden mit 10-15 cm feinem Häcksel abgedeckt und im Frühjahr untergezackert.

    Wenn du Bilder vergrößerst siehst du noch immer einge Holzstücke als Reste von damals und auch heute in 2015 hab ich immer wieder Holzüberreste.

    Aber seit 2012 kann ich an feuchten Tagen ohne Werkzeug einen mittelgroßen Löwenzahn samt wurzel ohne Werkzeug aus dem Boden ziehen.

    Falls du dies nachmachen willst, sag bitte Bescheid, denn wie bei allem was wirkt gibt es auch einiges zu beachten.

  6. #6
    marsusmar
    Gast
    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    Vorne weg der "Sand" unter Häusern ohne Keller ist LEHM, sonst würden auch wir längst weggeruscht sein. Denn Sand schwimmt. Heisst er behält seine Form nicht, Lehm, auch gelblich, schon. Daher die Klumpen im Boden. Die dürften aber vorher schon dagewesen sein. Denn der Lehm der die Bodenplatte trägt kommt ja vom Bauen. Und den sollte man ja eh nicht anfassen. die ca. 1,5 m Überstand sind heilig.

    So ein Lehmboden ist nass weicher. Ich lass ihn aber in Ruhe und mische wie du nur beim Pflanzen Setzen. ZUsätzlich wird unsere Staudenschlange jedes Jahr neu abgedeckt, damit der Steinharte Oberflächen Effekt nach Regen wegfällt. Meist mit Rindenmulch, dieses Jahr das erste mal mit eigenem Kompost. Mir tut noch alles vom schippen weh.

    Trotzdem kommen neugesetzte Stauden meist erst nach 3 Jahren wieder. Der harte Boden verhindert das Wurzeln einfach mal wachsen können.

    Gruß Suse

  7. #7

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    @thomash
    Erklärst du mir das nochmal genauer? Du hast eine Holzhäckselschicht auf den Boden getan und dann? Was meinst du mit "untergezackert"? Also wenn das so quasi halb von selbst geht, würde ich das gerne nachmachen.

  8. #8

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    AW: Bodenvorbereitung nach Neubau
    Probleme bei Häckselmethode

    Sofort verteilen
    Häcksel das auf einem Haufen gelagert ist riecht schlimmer als jeder Misthaufen . Ferner lockt es Fliegen in Scharen an. Sobald es auf dem Beet ausgebracht ist verfliegt der Gestank in wenigen Stunden.

    Krankheiten und Unkraut
    Hauptproblem ist die potentielle Gefahr, dass neue Unkrautsamen oder gar Krankheiten in den Garten eingeschleppt werden. Die Gefahr ist minimal, denn Häcksel das einmal auf einem Haufen gelegen hatte wird extrem heiß und dabei wird fast alles abgetötet aber ein Restrisiko bleibt.

    Gerbsäure
    Gleichermaßen Vor- wie auch Nachteil. Bei der Zersetzung wird Gerbsäure frei und vernichtet alles pflanzliche. größere Büsche oder Obstbäume sind davon nur geringfügig betroffen. Vor allem ältere Bestände werden allenfalls etwas im Wachstum gehemmt.

    Stickstofffresser
    Für die Zersetzung wird Stickstoff benötigt. Will man z.b. Häcksel als Bodendecker für Büsche und Bäume sollte man um diese Pflanzen Hornmehl oder besser Hornspäne (längzeitwirkung) ausbringen, um den Stickstoffverlust auszugleichen.

    Rindenmulch Teure Alternative zu Häcksel
    Sieht optisch schöner aus und ist - je nach Anbieter - in der Regel nur von gesunden Bäumen und mindert daher auch das Risiko enorm. Preis ist jedoch meist auch ganz schön heftig.

    Nachteil Holzstücke in der Erde
    Während sich Rindenmulch fast komplett zersetzt findet man noch nach Jahren Holzstücke in der Erde. Nach meiner Behauptung ein Vorteil von Häcksel, weil diese Holzstücke nach wie vor mehr Luft in die Erde lassen und Verklumpungen verhindert. Es kann natürlich auch lästig sein bei der Bodenbearbeitung.

    Menge:
    In meinem Falle wurden eie 10 cm hohe Schicht ausgebracht. Das waren auf die 400qm rund 40 qm. Auch wenn die Umrechnung natürlich völliger Blödsinn ist, rechne mal mit 0,1 Tonnen pro qm in meinem Falle wären es dann 40 Tonnen gewesen.
    In der Pracis kann Häcksel (trocken) leichter sein, nass aber schwerer.

    evt. Ernteminderung
    In meinem Falle wurde der Häcksel im Herbst ausgebracht und im Frühjahr bereits untergepflügt. durch die zu kurze Zeit der Zersetzung wurde vermutlich noch nicht alle Gerbsäure verbraucht oder ich habe zu wenig Stickstoff ausgebracht. Auf alle Fälle war das Ernteergebnis 2011 vergleichsweise schlecht.

    Vorteil:
    Material ausbringen und Thema Garten ist für ein Jahr erledigt. Im kommenden Jahr entweder von Hand oder z.B. vom Bauern / Gärtner die Reste unterpflügen/einarbeiten.
    • unkrautfrei
    • Bodenleben wird aktiviert - tausende Regenwürmer übernehmen die Arbeit für dich.
    • sieht optisch ordentlich aus - wenn auch Rindenmulch schöner wäre

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