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29.01.2012 11:57 #1Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Problemkater Floyd
oder:
Gibt es Schizophrenie bei Katzen?
Floyd wurde im vermuteten Alter von wenigen Tagen hier im Tierheim abgegeben und anschließend von einer ganz lieben Pflegefamilie versorgt. Trotz der Tatsache das er dort noch mit zwei erwachsenen Katzen zusammen war, ergibt sich bei ihn vor allen durch die fehlende Erziehung durch die Mutter das Problem der mangelnden Sozialisation. Außerdem sind natürlich seine beiden Elternteile unbekannt.
Wir dachten, daß Floyd zusammen mit unseren sehr ruhigen und unheimlich lieben Salem, der wirklich kaum aus der Ruhe zu bringen ist, ganz gut aufgehoben wäre, was größtenteils auch aufgegangen ist. Über einige Jahre gab es mit Floyd Probleme wegen Markierens die wir aber inzwischen weitestgehend in den Griff bekommen haben, d.h. man muß inzwischen nur noch alle 1-2 Monate damit rechnen das Floyd sich an inzwischen bekannten Stellen verewigt.
Auch mit anderen Problemen haben wir inzwischen ganz gut umzugehen gelernt bzw. Floyd wohl auch einigermaßen erzogen, jedenfalls soweit wie man das bei einer Katze eben machen kann. Dennoch muß ich sagen das ich so ein Verhalten bisher noch bei keiner anderen Katze in der Art erlebt habe.
Kurz und gut, Floyd stielt und klaut alles Fressbare dessen er habhaft werden kann. Und wenn ich sage alles, dann meine ich es auch so. Von Brot über rohe Kartoffeln, Zwiebeln, Kekse, ja sogar Mehl (ja richtiges normales Weizenmehl aus der Tüte), Maggifix-Tüten, Toastbrot, Schokolade, Salzstangen, Fischbrötchen samt Auflage, natürlich Butter, alle Arten von Fleisch und Wurstwaren, Pilze direkt aus dem Garten und noch sehr viel mehr. Ach ja, und natürlich Milch und Kaffee direkt aus meiner Tasse.
Bevor jetzt ein Aufschrei ertönt, ich weiss natürlich das einige Dinge für Katzen regelrecht giftig sind. Deshalb leben mein Freund und ich seit Floyd bei uns ist auch im permanenten Ausnahmezustand. Bsw. gilt es die Küche immer geschlossen zu halten und auch sonst dürfen niemals und unter keinen Umständen irgendwo in der Wohnung Nahrungsmittel unbeaufsichtigt herumstehen.
Man kann sich allerdings denken, das man sich dies noch so sehr vornehmen kann, ab und an passiert es halt doch mal das Floyd etwas erwischt, sogar trotz strenger Aufsicht. Hat Floyd erst einmal etwas erbeutet wird er sprichwörtlich zum Löwe. Er knurrt, beißt und kratzt wie wild und verteidigt seine Beute bis auf das Äußerste. Man kann sich vorstellen, daß es denn auch oft nicht einfach ist, ihm die Beute wieder aus seinen Mäulchen zu entreissen. Was ja aber letztlich nunmal sein muß. Kurz, Floyd ist ein einziges fauchendes, knurrendes, beißendes und kratzendes Fellknäul.
Anderes Beispiel, wir wollen ins Bett gehen und ich frage ihn ganz höflich ob er mitgehen möchte und zwar genau so wie ich es hier sage. Antwort von ihm ist lautes, mehrmaliges Fauchen und Knurren als ob man ihn wer weiss was getan hat.
Und nichteinmal zwei Minuten später liegt dieses kleine schwarze Etwas im Bett in meinen Armen, schnurrt seelig und ist sowas von lieb und süß das man sich fast nicht mehr einkriegen möchte.
Und so ist es bei vielen Dingen. Einerseits macht er manchmal was er will, hört nicht, ist ängstlich-aggresiv, aber keine paar Minuten später kann er schon wieder das genaue Gegenteil sein. Es mag sich vielleicht blöd anhören, aber man hat wirklich den Eindruck wie bei einer gespaltenen Persönlichkeit.
Kennt jemand so ein Verhalten auch von seiner Katze? Würde mich wirklch mal interessieren. Oder ist Floyd tatsächlich der Einzige.
Danke für alle die sich bis hierher durchgelesen haben.
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24.02.2012 10:05 #2AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Er ist mit Sicherheit normal, denn er ist eine KATZE

Die medizinischen Fragen kann ich nicht beantworten, bin aber interessiert.
b
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24.02.2012 10:55 #3AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Ich habe einen Gastkater, der mich regelmäßig besucht und sich in meinem Garten sehr wohl fühlt. Wenn er mich sieht kommt er sofort angerannt, streicht um meine Beine, wirft sich hin und will gekrault werden. Ab und zu verhält er sich aber sehr merkwürdig - sieht mich, starrt mich an und saust wie ein geölter Blitz davon.
Peters Verhalten ist erklärbar, er ist Epileptiker und benötigt regelmäßig seine Medizin. Wenn seine Ausflüge mal wieder länger dauern, fällt das Regelmäßige aus und könnte so sein Verhalten erklären.
Grüßle
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25.02.2012 16:30 #4AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Ich schließe mich Bolban an. Er ist eine Katze (Floyd natürlich, nicht Bolban)
Essenklau incl. Futterneid kannte ich bei meiner ersten Katze genau so, wie du es beschreibst. Gina war der Meinung, dass nichts Essbares das Recht hat, jemand anderem zu gehören. Allerdings hat sie nicht alles auch wirklich gefressen, aber frag nicht, wo ich überall - oft recht vergammelte - Essenreste gefunden hab.
Unser jetziger Kater tut völlig uninteressiert, wenn man ihn zum Spielen auffordert - aber wehe, du tust die Angel weg. Dann ist er plötzlich das vernachlässigste Geschöpf auf der Welt, mit dem niemals nicht jemand spielen tut.
Seine Schwester hat ne andere Macke. Sie sitzt vor der Couch, schaut ganz traurig, streicht einem um die Beine und muss dringend gekrault werden! Das brave Dosi begibt also auf die Couch, legt sich ne Decke über die Beine - auch im Hochsommer, denn Madame mag nicht ohne Decke auf dem Schoß liegen - fordert höflich zum Platz nehmen auf - und dann stehts fifty-fifty ob die Prinzessin auf den Schoß kommt und gnädig erlaubt, dass man sie krault oder einem gleich mit 5 Krallen ne Watschn gibt, weil sie ungekrault schlafen möchte. Manchmal wartet sie aber auch bloß, bis man mit den Vorbereitungen fertig ist, um sich dann sogleich ein Stockwerk höher zu begeben und die gleiche Nummer bei meiner Mutter aus zu probieren (natürlich mit Erfolg
).
Nen Knall haben Katzen doch alle!
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25.02.2012 18:39 #5AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Hallo Seemannsbraut,
kommt uns das irgendwie bekannt vor?? JAAAAA!!!
Aber wir haben gerade sinniert, dass wir - das Katzenpersonal - den Knall haben bzw. hat .....
Herzliche Grüße
von
Moorschnucke + 3 glücklichen Miezen
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25.02.2012 19:19 #6
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25.02.2012 19:26 #7AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Hm, Seemannsbraut, wir "die Krone der Schöpfung"????
Bei dem, was wir Menschen miteinander anstellen und unserer Umwelt zumuten.......
Unsere Katzen lassen ausrichten, dass SIE die Krone der Schöpfung sind - sonst gäb es keine Dosis für sie!!
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25.02.2012 20:59 #8AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
@moorschnucke
Nee, war ja auch eher ironisch gemeint
Jedenfalls sind meine Katzen gleicher Meinung wie die Deinen, doch bedarf die Dressur der Dosis täglicher Übung (Moritz) bzw. Überprüfung (Maxi), weil Dosi und Dosine mitunter etwas schwer von Begriff sind.
@ Frank: mach dir mal um Floyd keine Sorgen, sein Verhalten scheint mir sehr kätzisch. Mal davon ausgehend, dass du regelmäßig mit ihm beim Tierarzt warst (haste den mal nach Schizophrenie bei Katzen gefragt?) und der wohl eine physische Krankheit schon diagnostiziert hätte, kannst du dich getrost damit abfinden, dass du wie Moorschnucke und ich - und viele andere Katzen"besitzer" - gerade dressiert wirst.
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26.02.2012 10:32 #9AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Ähm ... nun ja, ich fürchte, ich habe das Problem wohl nicht genügend beschrieben. Floyd zeigt nicht nur normales Katzenverhalten. Mal ganz abgesehen das es meines Erachtens auch recht schwierig ist, Katzenverhalten zu verallgemeinern. Denn nur allzuoft stellt sich bei Katzen heraus, daß das vermeintliche allgemeine Katzenverhalten, doch nur der individuellen Persönlichkeit einer Katze geschuldet ist.
Wenn ich sage, Floyd klaut Essen, dann meine ich daß er alles klaut, dessen er habhaft werden kann. Schokolade, Kekse, Salzstangen, Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Brot, Mehl, Maggi-Fix Tüten, rohe Pilze (auch wilde Pilze, frisch aus dem Garten) Fishermans Friends und und und. Ich habe wirklich noch nie eine Katze getroffen, die in Bezug auf ihre Nahrung so gar keine Ausnahmen macht.
Ansonsten hat Floyd einige Tage, da scheint er vor lauter Angst einfach nicht er selbst zu sein. Inzwischen wissen wir, daß sich seine Angst zu einen großen Teil auf fremde Katzen in der Nachbarschaft bezieht. Eine einzige fremde Katze am Zaun kann bei Floyd schon für tage- wenn nicht wochenlangen Streß sorgen. Besonders schlimm ist es wenn er das ganze Haus nach einen vermeintlichen Feind absucht. Auch die Tatsache, daß Floyd immer noch nicht so recht weiß was eigentlich ein Spiegel ist, zeigt mir das er irgendwie nicht so wie andere Katzen ist. Für Floyd sind Spiegel so eine Art Tür zu einer anderen Welt und er traut der fremden Katze die ihn immer so anstarrt immer noch nicht so recht über den Weg. Früher hat er einige Spiegel sogar markiert.
Also physisch ist alles in Ordnung. Psychisch glaube ich auf alle Fälle, daß Floyd irgendeine Form von Angstproblem hat. Wie gesagt, inzwischen ist er ja auch schon etwas älter und ich glaube, wir haben auch einiges mit dazu beigetragen, daß er schon sehr viel ruhiger geworden ist. Aber als er noch regelmäßíg das ganze Haus markiert hat, war es zeitweise ganz schlimm.
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26.02.2012 14:47 #10AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Okay, dann haben wir es möglicherweise mit einem besonders ängstlichen Kater zu tun. Ist er Freigänger? Dann ist möglicherweise draußen mal was mit anderen Katzen gewesen, das ihn arg eingeschüchtert hat. Ist er zu Hause dominant deinem anderen Kater gegenüber? Das Markieren ließe darauf schließen und wenn er sich draußen nicht durchsetzen kann, ist er vielleicht etwas übervorsichtig geworden. Wie alt ist Floyd eigentlich?
Das Essenklau-Problem - nunja, wenn er wirklich alles in sich reinstopft, ist das zumindest ungewöhnlich. Muss man natürlich sehr aufpassen, wenn er sich übergibt, dass er am nächsten Tag auch wieder ok ist.
Du könntest Deine Frage vielleicht mal in einem Katzen-Forum stellen (obwohl da in aller Regel recht viele Fanatiker gibt, da wird man leicht angegriffen), ansonsten rate ich, mal beim Tierarzt Floyds Verhalten zu hinterfragen. Der weiß vielleicht auch einen guten Tier-bzw. Katzenpsychologen. Kostet natürlich was, aber vielleicht würdest du Antworten bekommen, die ich hier leider nicht geben kann.
Du scheinst dir echt Sorgen zu machen, und es tut mir leid, dass ich mit meinen anderen Kommentaren etwas flapsig rüberkam. Ich glaube zwar nicht, dass eine psychische Erkrankung bei einem Kater diagnostizierbar wäre (man kann sich ja nicht mit ihm unterhalten), aber ob sein Verhalten noch unter den allgemein bekannten Katzen-Wahnsinn fällt oder ob tatsächlich eine Verhaltensstörung vorliegt, kann wohl nur ein Experte beantworten, der Gelegenheit hat, ihn etwas länger zu beobachten.
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27.02.2012 08:45 #11AW: Erfahrungsbericht über Katzen mit gespaltener Persönlichkeit
Er ist, wie ich immer sage, Teilzeit-Beinahe-Freigänger. Soll heißen, er hat Freigang im gesicherten Garten. Und ja, ganz besonders ängstlich ist er im Umgang mit fremden Katzen, die jedoch allenfalls bis an den Zaun kommen. Nur zweimal ist es bisher passiert, das fremde Katzen es in den Garten schafften. Da war vielleicht etwas los. Floyd würde übrigens auch nicht ausbüxen wenn die Tür sperrangelweit offenstünde. Ist erst vor einigen Wochen passiert. Ein Sturm hat ein Zaunelement zerstört. Salem hat natürlich gleich mal einen kleinen Gang um die Nachbarhäuser gemacht aber Floyd hat seine Pfötchen nicht mal in die Nähe des offenen Zaunes gesetzt.
Ja und nein. Ich denke, bei Floyd ist wohl eher so was wie ein Angstbeisser. Soll heißen, bei entsprechender Angst tritt er die Flucht nach vorn an. Ansonsten ist Salem ja nun die Ruhe in Katzengestalt. Nur alle paar Monate reisst auch bei Salem mal der Geduldsfaden und Floyd bekommt eins drauf.Ist er zu Hause dominant deinem anderen Kater gegenüber? Das Markieren ließe darauf schließen und wenn er sich draußen nicht durchsetzen kann, ist er vielleicht etwas übervorsichtig geworden. Wie alt ist Floyd eigentlich?
Ich denke ja immer noch, daß es vielleicht alles damit zusammenhängt, daß Floyd ja nicht von seiner Mutter, zusammen mit seinen Geschwistern aufgezogen wurde. Floyd hat in Bezug auf Sozialisation einfach sehr viel nachzuholen. Ach ja, er ist inzwischen 6,5 Jahre alt.
Zum Glück kommt es ja meist nicht dazu. Erstens verrät er sich nach dem Essenklau immer durch ein sehr lautes Knurren. Dann weiß man schon mal wo er sich versteckt. Und während ich ihm mit einer Hand die Vorderpfötchen festhalte, nehme ich ihm mit der anderen Hand die Beute wieder aus seinen Mäulchen. Immerhin ist Schokolade oder rohe Kartoffel ja giftig für Katzen. Jede andere Katze würde mich nach dieser Tortur wochenlang wohl keines Blickes würdigen. Bei Floyd ist es bereits kurz danach vergessen und er köpfelt mit mir. Frei nach dem Motto "macht nichts, einen Versuch war es wert". Deshalb sage ich ja, einerseits ist er sowas von ängstlich und andererseits kann ihm überhaupt rein gar nichts aus der Ruhe bringen. Ich habe wirklich noch nie einen Kater getroffen, der so voller Widersprüche war.Das Essenklau-Problem - nunja, wenn er wirklich alles in sich reinstopft, ist das zumindest ungewöhnlich. Muss man natürlich sehr aufpassen, wenn er sich übergibt, dass er am nächsten Tag auch wieder ok ist.
Hab ich schon. Ganz ehrlich ... die meisten Katzenforen gehen gar nicht. Gerade zu Themen wie dem Markieren, bekommt man so gut wie gar keine wirklich brauchbaren Ratschläge.Du könntest Deine Frage vielleicht mal in einem Katzen-Forum stellen (obwohl da in aller Regel recht viele Fanatiker gibt, da wird man leicht angegriffen), ansonsten rate ich, mal beim Tierarzt Floyds Verhalten zu hinterfragen.
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