Willkommensgruss

Thema: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???

  1. #1
    Avatar von blitz
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    Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Gartenfreaks.

    Mich beschäftigt folgende Frage:

    In dem Thread:

    http://www.hausgarten.net/gartenforu...ferdemist.html (Düngung mit Pferdemist)

    schreibt ein Forumsmitglied, das Mist auf keinen Fall auf Gemüsebeete eingegraben werden soll. Da ich untergraben von Mist aber seit meiner Kindheit bei allen Gärtnern in meiner Umgebung gesehen habe kann ich mir nicht vorstellen, daß sich alle so geirrt haben sollten.

    Was denkt Ihr darüber???

    Viele Grüße Blitz.

    Siehe auch hier:

    http://www.hausgarten.net/gartenforu...71-post15.html

    das ist der entsprechende Beitrag der mich verwirrt.
    Geändert von blitz (09.03.2008 um 15:09 Uhr)

    •   Alt 

       

  2. #2
    Avatar von Willem
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Frischer Mist im Frühjahr auf Möhren- und Zwiebelbeeten ist wohl ungünstig wegen der Möhren- und Zwiebelfliegen und Maden, da die sich da gerne ansiedeln. Aber im Herbst, wenn er noch verrotten kann, sollte das kein Problem sein, wobei es auch Leute gibt, die meinen, man sollte auf Feldern, wo Möhren, Zwiebeln und ähnliches angebaut werden, im Vorherbst keinen frischen Mist ausbringen.

    Es besteht ja auch noch ein Unterschied zwischen frischem Mist und Rottemist.

  3. #3

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Ja, wie gesagt, ich vergrabe Mist immer, wie man auch auf den Bildern denke ich gut sehen kann. Ich würd das auch nie anders machen. Ich habe auch noch nie gefaulten oder gegärten Mist wieder hochgeholt. Wie ich bereits geschrieben habe, dürfte dann ja auch kein Landwirt den Mist unterpflügen.
    Gruß Martin!

  4. #4

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Ich bin auch der Meinung, dass man Mist im Herbst ungeniert einarbeiten kann. So hat es meine Mutter (Landwirtschaft) über Jahr hinweg praktiziert. Die Ernte war stets gut. Bei bestimmten Sorten wie z. B. Radi wäre ich etwas vorsichtig und im Frühjahr würde ich auch keinen Mist mehr untergraben; außer im Mistbeet, wo dann eine dicke Schicht Humus darauf kommt.

    jomoal

  5. #5

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo ihr

    wie es aussieht, bin ich wohl die einzige, die Mist nicht ins Gemüsebeet gräbt.


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Ich habe auch noch nie gefaulten oder gegärten Mist wieder hochgeholt.
    Nun, über dieses Stadium haben ihm bereits die Mikroben hinweggeholfen, die seine Existenz dort unten anlockte. Grob gesagt sind es zu einseitige Bodenverhältnisse, die den Wurzeln der Kulturen geboten werden. Sie wachsen zu fett, ihr Bindegewebe ist schwach und sie bieten leichte Beute und Angriffsfläche für Schädlinge. Bei Möhren und Zwiebeln leuchtet das einigen ja bereits ein.


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Wie ich bereits geschrieben habe, dürfte dann ja auch kein Landwirt den Mist unterpflügen.
    Gruß Martin!
    Ganz recht, sollte er auch nicht.
    Wieso steht eigentlich fest, dass nicht falsch sein kann, was immer schon so gemacht wurde? Ich darf daran erinnern, dass in der Landwirtschaft dann ja auch chemische Spritzmittel gegen allerlei Krankheiten und Schädlinge eingesetzt werden. Beides würde vielleicht gar nicht in diesem Ausmaß auftreten, wenn der Mist vorher verkompostiert worden wäre. Die Biobauern behandeln Mist übrigens anders, als konventionelle Landwirte. Kann mich nur nicht mehr genau erinnern, wie. Aber ich kann mich informieren, wenn das gewünscht wird.

    Wir sind jedoch beim Hausgarten. Da ist vieles möglich, was in der Landwirtschaft nicht geht.
    Wenn ihr gesundes Gemüse im Mistbeet habt, dann Glück gehabt, von mir aus auch über viele Jahre.
    Ich sage auch nicht, dass das Verderben des Gartens hiermit besiegelt wäre. Nur ist die Gefahr eben groß, sich Schädlinge zu holen, es Krankheiten leicht zu machen und der Geschmack lässt auch zu wünschen übrig.

    Mir ist das schon allein zu viel Arbeitsaufwand, drum grabe ich überhaupt nicht um, geschweige denn auch noch Mist hinein. Ich weiß, dass unsere Großväter das immer gemacht haben, jedoch griffen sie auch dankbar zu den Fläschchen und Dosen...

    Übrigens schmeckt auf Mist Gewachsenes nach Mist, man probiere das nur mal bei Kohl aus. Wenn ich Blumenkohl oder Rosenkohl koche, riecht man das nicht im ganzen Haus. Der Geschmack ist einfach prima, so auch bei allem anderen Gemüse und Obst bei Kompostdüngung.

    Ich habe immer schon alles mögliche zuerst ausprobiert, bevor ich meine Meinung bildete. Die Sache mit dem Mist werd ich nicht mehr anders machen, dazu ist mir der gewachsene Boden in den Beeten mitsamt seinen Völkern zu schade. Das funktioniert fast von selbst, ich gebe nur reifen Kompost dazu jedes Jahr, ansonsten lasse ich alles möglichst in Ruhe, außer oberflächlich lockern, aber wirklich äußerst oberflächlich. Feine Sämereien brauchen feinkrümelige Erde, kleine Setzlinge auch. Später im Jahr wird mit dem Unkrautentfernen auch nochmal gelockert. Das war es dann. Kein Umgraben, kein Eingraben!

    Grüße
    Amiga

  6. #6

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Martin
    machst du das jedes Jahr so wie auf den Bildern gezeigt?
    Warum würdest du das nie anders machen, kannst du Gründe nennen?

    Auf den Bildern sieht man einfach das Unterste nach oben geschaufelt und das ist für das Bodenleben ein Katastrophe. In den oberen 10 bis 20cm leben nämlich Mikroorganismen, die Luft brauchen und all die Verhältnisse, die in der Oberschicht herrschen. Die vertragen auch die schnell wechselnden Wärme- und Feuchtigkeitsunterschiede, was die Tierchen in der unteren Schicht nicht so gut ab können, sie kommen aber wiederum mit weniger Sauerstoff aus. Wenn du diese Schichten umkehrst, stirbt das Bodenleben zunächst einmal ab, um sich mühsam über längere Zeit hinweg wieder zu formieren und sich wieder einzufinden. In der Zeit lässt die Fruchtbarkeit deines Bodens nach. Du füllst aber genau dann mit Mist auf, und die Pflanzen greifen eben danach, mit all den Folgen, die ich oben beschrieben habe.

    langer Rede - kurzer Sinn: Ich hab es früher auch mal wie herkömmlich gemacht, mir dann einiges angelesen und ausprobiert. Ich kann nur jedem empfehlen, zu probieren und ein feines Gefühl für die Gartenerde und seine Bewohner zu entwickeln, man ist überrascht.

    Gruß
    Amiga

  7. #7

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Amiga,
    ich respektiere, wenn du sagst, dass Umgraben bzw. Pflügen für dich tabu ist. Doch einige entscheidende Gründe bewegen mich jedes Jahr dazu. Zunächst ist es die beste Methode Kompost/Mist und Gründünger einzuarbeiten (Reste von Gründünger erkennt man auch auf dem Foto). Ich möchte den Gründünger tief drin haben, damit er mich beim Pflanzen nicht stört. Zudem habe ich ein viel feineres Saatbett nach dem Harken (kann dir per Mail auch davon mal ein Bild schicken, der lädt die hier iwie nich hoch), weil der Boden tiefgründig gelockert ist und außerdem kann ich die Kartoffeln besser anhäufeln, da ich nicht in einem festgetrampelten Boden rumstochern muss. Ein weiterer Grund ist, dass mehr Sauerstoff an den Boden kommt und der Mist in einer Tiefe liegt, in der die Pflanzen ihm besser Nährstoffe entziehen können. Wenn der Mist zum Teil an der Oberfläche verbleibt, brennt er aus (vertrocknet quasi) und ist als effektiver Dünger unbrauchbar. Letzter Vorteil, der mir gerade einfällt ist, dass alte Wurzelreste durchtrennt werden und besser verrotten. Aber ich finde es auch interessant, welche Nachteile dadurch entstehen und wie andere Menschen jedes jahr mit dem Boden umgehen.
    Gruß Martin!

  8. #8

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Mit den entscheidensten Grund habe ich natürlich vergessen, ...
    Nach dem Umgraben habe ich weniger Probleme mit Unkraut, zumindest bin ich nicht schon im frühen Frühling andauernd am Unkraut zupfen.
    Gruß Martin!

  9. #9

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Hallo Amiga,
    ich respektiere, wenn du sagst, dass Umgraben bzw. Pflügen für dich tabu ist. !
    Das finde ich gut. Du musst jedoch nicht mir glauben, zu diesen Erkenntnissen sind andere gekommen, ich habe nur nachgemacht, was sie empfohlen haben. Die Ergebnisse sprechen für sich.

    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Zunächst ist es die beste Methode Kompost/Mist und Gründünger einzuarbeiten. !
    Wieso ist das die beste Methode? Ich bringe Kompost oben auf, oberflächlich eingeharkt, darauf eine schützende Mulchdecke, nachdem die Pflanzen aufgelaufen sind. Kompost ist das, was bei natürlicher Verrottung oben liegt. Im Wald gräbt auch niemand um, aber dort findest du die garste, fruchtbarste duftendste Erde überhaupt, oben gleich unter den herabgefallenen Tannennadeln.


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Ich möchte den Gründünger tief drin haben, damit er mich beim Pflanzen nicht stört.
    Mit Grünmaterial tief eingegraben passiert dasselbe, wie mit eingegrabenem Mist, es gärt und fault, weil Luft fehlt. Da aber die Natur ständig reagiert um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen, erscheinen aggressive Kleinsttierchen und räumen auf. Diese Tierchen nennst du Schädlinge. Grünmasse wird abgeschnitten und bleibt nach dem Pflanzen oben liegen, so stört sie nicht, sondern schützt die Erde, in der deine Pflanzen stehen vor Austrocknung und harten Regentropfen.

    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Zudem habe ich ein viel feineres Saatbett nach dem Harken, weil der Boden tiefgründig gelockert ist
    Zum Säen brauchst du kein tiefgründiges Lockern, Sämereien laufen in 1 bis 2 cm Erde an der Oberfläche auf, wohin die gesiebte Komposterde kommt. Aber mit dem Verzicht auf Umgraben hast du nicht etwa


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    festgetrampelten Boden
    sondern die Lockerung entsteht ganz von selbst durch die Aktivität der Bodentiere. Diese haben aber eine ganz feine empfindliche Haut und falsche Umgebungsverhältnisse wie zuviel oder zuwenig Licht, Luft, Wärme, Feuchtigkeit töten sie. Deshalb lässt man die Bodenschichten so, wie sie gewachsen sind und schaufelt sie nicht um.

    Bei Kartoffeln lässt sich die Erde ganz leicht heranziehen, weil sie abgedeckt und geschützt war, also nicht ausgetrocknet und hart geworden ist.


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Ein weiterer Grund ist, dass mehr Sauerstoff an den Boden kommt
    Wie oben schon gesagt, das ist eine falsche Schlussfolgerung, denn in der Tiefe wäre mehr Sauerstoff fehl am Platze


    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    und der Mist in einer Tiefe liegt, in der die Pflanzen ihm besser Nährstoffe entziehen können.
    Wieso?
    Pflanzenwurzeln sind nicht in der Lage, Nährstoffe aus eingegrabenem Mist zu holen. Wurzeln können nur Lösungen aufnehmen. Bei der chemischen Düngung macht man sich das zunutze. Gelöste Nährsalze verweichlichen aber das Pflanzengewebe und es wird anfällig für Krankheiten, ebenso vergreifen sich Insekten gerne, weil die Blattmasse weich ist. Diese Insekten nennen wir dann Schädlinge.

    In der Natur gibt es nur da Fruchtbarkeit, wo belebter Boden ist. Denn die Millionen Erdtierchen in einem Gramm Erde fressen und verdauen und erschließen so die Nährstoffe aus dem Boden. Erst in dieser Form sind sie für Wurzeln verfügbar.
    Wenn Mist in der Tiefe liegt gibt es nichts zu erschließen, denn zuerst muss er vertilgt und verdaut werden. Dazu sind aber die anaeroben Bewohner, zu denen du den Mist gelegt hast, nicht fähig, denn der Mist ist zu scharf. Das Bodenleben um den Mist herum wird zunächst absterben und es müssen andere Organismen her (wie oben schon gesagt), deren Verdauungssystem den Mist übersteht.

    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Wenn der Mist zum Teil an der Oberfläche verbleibt, brennt er aus (vertrocknet quasi) und ist als effektiver Dünger unbrauchbar.
    Man lässt Mist auch nicht auf der Oberfläche liegt, ich empfahl, ihn in den Komposthaufen miteinzubringen. Die reife Komposterde (incl. Mist) bringe ich auf die Beete und bedecke sie mit Mulch. So verbrennt nichts bei Sonne, wird aber auch nichts ausgeschwemmt bei Regen.

    Zitat Zitat von MartinK Beitrag anzeigen
    Letzter Vorteil, der mir gerade einfällt ist, dass alte Wurzelreste durchtrennt werden und besser verrotten.
    Hartnäckige Wurzelreste werden auch durchtrennt neu austreiben, weniger robuste bleiben eh ohne Neutrieb, die bräuchtest du nicht noch mal durchtrennen. Was du aber durch Umgraben durchtrennst sind Regenwürmer, die entgegen einiger Meinungen das nicht überleben. Auch deshalb grabe ich nicht um.

    Wie gesagt, das ist alles nicht auf meinem „Mist“ gewachsen, ich hab mir das angelesen. Durch jahrelange Praxis hat sich die Richtigkeit dann herausgestellt.

    Grüße
    Amiga

  10. #10
    Avatar von Fini
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Spannend ...

    Ich werd heuer mein GEmüsebeet noch herkömmlich bearbeiten ... sprich Mist eingraben .. teils weil ich meinen Garten vergrößere, teils weil ich die Engerlinge ausgraben möchte ... mit diesen Viechern ist ein sähen und ernten nicht möglich ...

    In den nächsten Jahren werd ich das aber auch so wie Amiga handhaben ....

    außer die Engerlinge nehmen wieder überhand und mein kleines Maulwürfchen wird dem nicht Herr ...

  11. #11

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Amiga,
    diese Diskussion ist wirklich spannend. Du sagst zunächst, dass nicht alles auf deinen Mist gewachsen ist, aber auf meinen auch nicht. Diese Diskussion wird schon seit Jahren in der Landwirtschaft hitzig diskutiert Ich gehe deine Punkte jetzt auch einfach mal der Reihe nach durch:
    1 Es ist für mich die beste Methode, weil mich nach dem Eingraben der Pflanzenreste und des Mistes diese Sachen nicht mehr stören. Ich möchte nicht beim Anhäufeln der Kartoffeln den ganzen Mist und den Dünger wieder hochholen. Wie gesagt, ich habe dadurch noch nie Beeinträchtigungen erfahren und es ist somit einfach praktischer.
    2 Mein Boden weist einen gesunden Nährstoffhaushalt auf, einen guten ph-Wert und die Humusbilanz ist auch ok. Ich habe den Boden letzte Woche vor Beginn der neuen Gartensaison erst testen lassen.
    3. Ich denke, dass mit dem feineren Saatbett und dem festgetrampelten Boden hast du etwas falsch verstanden. Durch das Umgraben säubere ich den Boden von Unkraut und lockere ihn zudem auf. Sagst du, dass Samen in 2cm Tiefe keimen, sage ich, dass Kartoffeln es nicht tun und Kartoffeln verabscheuen einen festgetrampelten Boden. Sicherlich lockern Bodentierchen den Boden, aber wo ich das ganze Jahr drübergelascht bin, merke ich beim Umgraben und das ist schon eine gute Verdichtung. Das zeigt sich auch bei unserem Nachbarn (Landwirt). Er bearbeitet die Hälfte seiner Flächen pfluglos und er sagt, dass das Grubbern nach der Ernte dort viel schwieriger ist, als dort, wo er im Frühjahr oder Winter gepflügt hat.
    4. Dass mehr Sauerstoff an den Boden kommt ist klar. Er wird gelockert und in die Hohlräume kann Sauerstoff eindringen. Man erkennt dies auch daran, dass umgegrabener Boden wesentlich höher ist als der, der noch nicht umgegraben ist. Dass der Boden auf diese Art durchatmet kann man in einschlägigen Lexika nachlesen (für alle die keines haben, auch auf wikipedia).
    5. Das mit dem eingegrabenen Mist in unerreichbare Tiefen muss man sich meiner Meinung nach etwas anders vorstellen. Wenn ich den Boden auf 30 cm ungrabe, liegt der Mist ja nicht 30 cm tief im Boden, meiner Erfahrung nach in etwa auf der Hälfte. Ich habe mir sagen lassen, dass die Pflanzen so schneller an die Nährstoffe kommen und den Boden von unten her aufwärmen (Beispiel: Pferdemist).
    Es lässt sich also festhalten, dass ich mir auch nicht alles aus den Fingern sauge, aber ich trotz meines Alters auch schon Erfahrungen im Bereich Gemüsegarten gesammelt habe. Was nützen einem die besten theoretischen Erkenntnisse, wenn sie in meinem Garten nicht richtig anwendbar sind oder im Allgemeinen mit der Praxis nicht übereinkommen.
    In diesem Sinne,
    Gruß Martin!

  12. #12
    Avatar von KiMi
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    kurze Abstimmung: war es falsch, Pferdemist in den Boden meines Hochbeets miteinzuarbeiten (unten)?


    kurzes "ja" oder "nein" genügt



    KiMi, jetzt unsicher...

  13. #13

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Sage "nein", es war nicht falsch

    jomoal

  14. #14
    Avatar von blitz
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Blitz sagt war nicht falsch.

    Bleibe bei der Meinung, daß Mist eingraben im Herbst nicht falsch sein kann. Generationen von Gärtnern können nicht irren.

    Viele Grüße Blitz

  15. #15

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Zitat Zitat von blitz Beitrag anzeigen
    Generationen von Gärtnern können nicht irren.
    Aber Blitz!! Ich darf nur an die vielen Generationen erinnern, die glaubten, die Erde sei eine Scheibe.

  16. #16

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo in die Runde:

    Martin, ich verstehe, dass dich loses Material beim Pflanzen und säen stört, mich stört es auch, aber ich räume Pflanzenreste weg und auch der grobe Mist begegnet mir ja nicht im Gemüsebeet, da er eben in verrotteter Form vorhanden ist. Wenn du keine Nachteile gesehen hast, dann weil Kartoffeln relativ robust sind und weil du andererseits die Schäden nicht gemerkt hast, vielleicht nie einen Drahtwurm gefunden hast und wenn, schobst du sein Auftreten nicht unbedingt der Mistgabe in die Schuhe.

    Vielleicht hast du ja auch noch nie eine kompostgedüngte Kartoffel gegessen, oder es ist dir einfach nicht aufgefallen, dass sie besser schmeckt.

    Was daran praktischer sein soll, wenn Mist mühsam eingegraben wird, erschließt sich mir nicht ganz.

    Die guten Testergebnisse glaub ich dir natürlich, die Natur versucht ja ständig, Missstände zu beseitigen und tut das erfolgreich. Besser wäre es jedoch, wir würden durch unsere Maßnahmen diese Missstände gar nicht erst erzeugen.

    Natürlich legst du Kartoffeln tiefer, als feine Sämerein. Ich dachte, es ginge aus meinen Ausführungen hervor, dass auf die beschriebene Art und Weise ein Boden nicht verdichtet wird, selbst wenn ich drauf laufe. Er ist ganz leicht zu lockern, sodass ich die Kartoffeln gut unterbringe. Das Gewicht von Maschinen und Fahrzeugen ist natürlich noch mal was anderes.

    Ich glaube, ich muss noch mal sagen, dass ich nicht auf Erde laufe, sondern immer auf gemulchten Bereichen.

    Die Sache mit dem Sauerstoff hast du missverstanden: In einem gesund gewachsenen Boden ist Sauerstoff vorhanden und muss nicht durch Umgraben eingebracht werden. Durch die Arbeit der Regenwürmer und aller anderen kleinsten Tierchen kommen Hohlräume zustande und damit Luftzufuhr. Ein nackter Boden, auf dem nur Kartoffeln wachsen oder eben ein anderes Gemüse verdichtet allein durch seine Nacktheit. Er ist Wind und Regen und anschließendem Sonnenschein ausgesetzt und verschlämmt abwechselnd mit hartbacken. Dass du hier mechanisch Sauerstoff einbringen musst, lässt sich schon einsehen, allerdings ist es damit nicht getan, weil das Bodenleben verarmt und abgestorben ist und nach dem nächsten Regen und Sonnenschein die Verdichtung schon wieder beginnt. So behandelte schreit die Erde nach „Durchatmen“, aber selbst hier ist Umgraben zuviel des Guten, denn in tieferen Schichten sollten eher anaerobe Verhältnisse herrschen, in oberen Schichten mehr Luft sein, mit Umgraben schmeißt du alles durcheinander. Am besten zieht man den Sauzahn durch, der wendet wenigstens nicht.

    Wenn ich dir sage, Martin, dass Pflanzenwurzeln keine Nährstoffe aufnehmen können, wenn sie an den Mist kommen, glaubst du mir das dann nicht? Du schreibst darauf wieder:
    „Ich habe mir sagen lassen, dass die Pflanzen so schneller an die Nährstoffe kommen und den Boden von unten her aufwärmen (Beispiel: Pferdemist).“ und das verstehe ich nicht.
    Kann man denn eine Erkenntnis, die aus Forschung gewonnen worden ist, so ignorieren? Es ist bewiesen, dass die feinen Wurzelfasern nur erschlossene Nährstoffe aufnehmen können, sozusagen vorverdaute Nahrung. Und das ist eingegrabener Mist eben nicht. Den müssen erst die Bodentierchen verspeisen und wieder ausscheiden, diese Ausscheidung wird von anderen vertilgt und wieder ausgeschieden usw. Erst wenn das Material durch diese Prozesse (und Tierkörper) gelaufen ist, ist es wurzelgängig.
    Also muss mit dem Mist einiges passieren, dass aus ihm guter Dünger wird. Das kann in der Tiefe nach dem Eingraben nicht reibungslos ablaufen, weil die entsprechenden Mikroorganismen erst auf den Plan gerufen werden müssen, die sind nicht schon da, die halten sich inzwischen irgendwo im Kompost auf, wo sie Futter finden. Es dauert also einige Zeit, bis die Verrottung deines Mistes anläuft. Diese Mistfresser brauchen aber Sauerstoff, so gesehen war es gut, dass du umgegraben hast, weil du Luft mit hineinbrachtest, so kann wenigstens einiges an „Reparaturarbeiten“ geschehen. Für die Natur ist eingegrabener Mist ein Schaden, den sie versucht zu reparieren.
    Nach einiger Zeit senkt sich dein Beet wieder, weil durch Regen und das Eigengewicht des Bodens die Lufträume wieder zusammenfallen. Die Verrottung des Mistes stoppt jetzt wieder, weil durch den Mangel an Sauerstoff die Tierchen zugrunde gehen. Es kommt zu Gärung und Fäulnis, was andere Organismen anlockt, die damit klarkommen, die du aber als Schädlinge bezeichnest. Es entwickelt sich auch noch Hitze, was Regenwürmer und ähnliche gar nicht vertragen, die Zone ist für eine Weile "verseucht" für die humusbildenden Tierchen. Erst wenn die aggressiven Tierchen mit Fäulnis aufgeräumt haben, ist wieder Zugang für Würmer da, das ganze hat sich auf ein erträgliches Maß abgekühlt und an Schärfe verloren. Nun sind es aber erstmal Mistwürmer, die kommen sollten, doch das ganze ist fraglich, weil den kleinen Mistwürmern der Sauerstoff fehlt, sie brauchen den großen Bruder Regenwurm, der ihnen Luftröhren gräbt. Ob diesem die herrschenden Verhältnisse aber nicht noch zu warm und scharf sind bleibt abzuwarten. Merkst du das Chaos, das du anrichtest?

    In belebtem Boden bleiben diese Lufträume erhalten, weil die anwesenden Tierchen ständig daran schaffen. Was oben draufkommt ist reife Komposterde, die den Wurzeln Nährstoffe in aufgeschlüsselter Form bereithält und außerdem Leben in möglichst vielfältiger Form mit einbringt, sodass Aufspaltung und Luftzufuhr an Ort und Stelle stattfindet.

    Das alles waren zunächst theoretische Erkenntnisse ja, aber nun sind sie erprobt und in die Praxis übergegangen. Die Beobachtung gibt ihnen recht. Wer es nicht versucht, kann keine entsprechenden Beobachtungen machen, er kann auch nicht wirklich dagegen argumentieren.

    Grüße
    Amiga

  17. #17
    Avatar von blitz
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Zitat Zitat von Amiga Beitrag anzeigen
    Aber Blitz!! Ich darf nur an die vielen Generationen erinnern, die glaubten, die Erde sei eine Scheibe.
    Das ist richtig. Aber kannst Du das Gegenteil beweisen? Das wissen, das sie keine Scheibe ist hast Du nur, weil die Wissenschaft dies herausgefunden hat. Aber greifbar ist diese Aussage nur in der Theorie oder kannst Du diese Erde in ihrer Kugelförmigkeit ergreifen?
    Beschreibe mir doch zum Beispiel mal wie die Farbe Rot aussieht. Jeder von uns hat da sicher eine andere Meinung wie Rot aussieht, und genauso ist es beim Threadthema. Wir Menschen leben in einer Welt von Erfahrungen.

    Viele Grüße von Blitz der weiterhin Mist eingraben wird.

  18. #18
    Avatar von joki
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    ja freunde + blitz,

    ich grabe auch (wenn vorhanden) alle 2-3 jahre mist ein und meine regenwürmer und getier danken es mir, sie sagen jeden tag guten morgen und danke für die mistmahlzeit.
    wer auf ausgelaugten böden mit dünger und mist spart, der kann auch die uhr anhalten um zeit zu sparen - da bleiben zwangsläufig die erfolge aus.
    jeder mag andere erfahrungen gemacht haben, bei spärlichen wuchs hilft auch kein sauzahn!

    auf ein gutes gartenjahr grüßt euch der joki

  19. #19
    Avatar von manne
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Amiga,
    ich gebe dir in vielen Bereichen vollkommen recht.

    Nuuur - vergisst du zu differenzieren.

    Die Bodenbearbeitung verlangt bei den je nach Region sehr unterschiedlichen Böden auch unterschiedliche Vorgehensweisen.
    Bei manchen genügt (wie beispielsweise bei dir) eine Oberflächliche Bearbeitung da es sich um lockeren und tiefgründigen handelt, bei anderen muß man zum Tiefscharpflug greifen da ansonsten die festen schweren Böden leicht die Konsistenz eines betonähnlichen Werkstoffs annehmen.
    Da hat man nicht wirklich eine Alternative.
    Die zusätzliche Arbeit würden sich die meisten sicher gerne sparen, ich mach sie auch nicht zum Spaß.


    Gut, im übersichtlichen Kleingarten kann man was dagegen unternehmen, aber schon bei Größenordnungen die über 1 ar Gemüseanbaufläche hinausgehen wirds mit dem Bodenverbessern schwierig und auch teuer.

    gruß manne

  20. #20

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo Amiga,
    ich denke, dass ich wieder an der Reihe bin.^^ Du unterstellst mir direkt wieder fehlerhaftes Verhalten, das könnte ich dir nach meiner Auffassung auch unterstellen, in dieser Beziehung drehen wir uns also nur im Kreis. Nun zu den Argumenten.
    Du sagst, dass dich Mist nicht stört beim Pflanzen, wenn ich ihn aber direkt im Frühjahr aufbringe, um eine Auswaschung von Nährstoffen möglichst gering zu halten, stört er mich sehr wohl. Da kommt schon mal eine Schicht von 5 cm Gartenkompost zusammen und da ist es eben mit leicht einharken nicht getan.
    Des weiteren sag ich dir ganz ehrlich, dass es für mich völlig absurd sein soll, dass man den Pflanzen anschmeckt, wie der Mist im Boden positioniert worden ist. Dass meine Kartoffeln schlechter schmecken, als die aus dem Bauernmarkt oder aus dem Bioladen kann ich nun überhaupt nicht sagen, genauso bei allen anderen Früchten und Gemüsearten. Was Geschmack betrifft, sind in meiner Familie alle wählerisch und wenn da etwas nach Mist schmecken würde, dann bekäm ich das am nächsten Tag zu hören.
    Dann sagst du, dir erschließt sich nicht, was praktisch am Umgraben sein soll. Klar ist es zunächst mühsamer, aber der Boden ist von allem Dreck und Unkraut, aber auch Krankheiten befreit, die sich noch in Ernteresten aufhalten können (genauso wie einige Schädlinge, wie z. B. den Maiszünsler).
    Zur Bodenverdichtung: Erkläre mir doch dann mal bitte, warum manche Stellen, auf denen ich gelaufen bin, vor dem Ungraben so verdichtet sind, dass ich das beim Umgraben gut merke!
    Dann unterstellst du mir, dass ich dir nicht glaube und wissenschaftliche Erkenntnisse verdränge. Natürlich glaube ich dir, wenn du sagst, dass die Nährstoffe erst bearbeitet werden müssen, um den Pflanzen zugute kommen zu können, aber der Logik nach müsste bei mir ja gar nichts mehr wachsen, weil der Boden schon Jahrzehnte so bearbeitet wird. Folglich erschließt sich mir also die Annahme, dass das, was ich praktiziere gar nicht so verkehrt sein kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse helfen mir nun bis zu dem Punkt, an dem die Praxis mich eines Besseren belehrt. Nehmen wir nun die Bodentierchen und Regenwürmer. Ich kann dir nur sagen, dass ich davon reichlich habe und das in allen Schichten und meine Humusbilanz ist, wie ich oben bereits anmerkte, völlig ok. Mag sein, dass ich deiner Meinung nach ein unglaubliches Chaos im Boden anrichte, aber solange das Chaos die Erträge nicht mindert, stört es mich nicht. Ich lese gerade 2 interessante Bücher über den Nutzgarten und seine Bewirtschaftung und was ich dort lese, ist eine Art Mittelweg zwischen deiner und meiner Praxis.
    Was ich noch anmerken möchte ist, dass du in meinem oberen Beitrag vielleicht überlesen hast, dass der Mist nach dem Umgraben ungefähr auf einer Höhe von 15 cm liegt und nicht irgendwo in unerreichbarer Tiefe. Ich hab keinen Sandboden, sondern lehmigen Boden mit ca. 70 BP, und wie mein Vorredner geschrieben hat, muss man differenzieren, je nach Wetter gleicht der Boden manchmal im Herbst einer Betonwand trotz Abmulchen und einer Bedeckung aus Pflanzen. Übrigens verwende ich sowohl vor, als auch nach dem Umgraben Gründünger.
    Zuletzt sagst du noch, ich könnte nicht gegen dich argumentieren, weil ich es noch nicht gemacht habe. Ich argumentiere gar nicht gegen dich, sondern für mich und da stehen genauso viele praktische Erfahrungen hinter. Mein Vorsatz: Never change a running system!
    In diesem Sinne, Gruß Martin!

  21. #21

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Zitat Zitat von Amiga Beitrag anzeigen
    Hallo ihr
    wie es aussieht, bin ich wohl die einzige, die Mist nicht ins Gemüsebeet gräbt.
    Nein, Du bist nicht die einzige

    Sehr interessanter Thread übrigens!

  22. #22
    Avatar von greensteph
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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    @amiga + kathy

    ich werde beim Gemüse auch nicht umgraben, nur da wo Kartoffeln hinsollen (und das auch nur, weil der Garten lange verwildert war (o.noch ist) und dort das Unkraut mir zu unheimlich ist). Allerdings grabe ich nicht sonderlich tief ...
    Und der Mist ist schon ganz fein vergangen und wartet aufs Land. Oberflächlich eingearbeitet wird er kurz vorm Pflanzen/Säen. Wenn noch Stöckchen o. ä. dabei sind, stört mich das nicht, das gröbste harkt sich eh mit raus (ich liiiebe meinen Doppelrechen!). Da ich nicht genug Mist-Kompost haben werde, kommen bei den Kartoffeln Hornspäne mit in die Erde.
    Allerdings kommt ins Gewächshaus schmatziger Gänsemist (nur halbverrotet) mit rein. Meine Eltern machen das immer so, und bei mir wars letztes Jahr auch sehr gut.
    Viele Grüße,
    Stephanie

  23. #23

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo,

    erst mal zum Umgraben:

    Ich hab gelesen und das scheint mir auch einleutchtend, dass man lockere oder sehr leichte Böden nicht umgraben sollte, sondern sie nur oberflächlich auflockern sollte. Da sonst die Bodenstruktur zerstört wird. Da gebe ich Amiga völlig recht! (Und da sie das schon so schön geschrieben hat, will ich das auch nicht noch mal wiederholen...)

    Sehr schwere Böden dagegen sollte man umgraben, denen tut das sogar gut! Durch den Frost im Winter kommt es zu einer "Frostgare" (-fragt mich bitte nicht was das ist...-) bei der die feste Struktur gelockert wird => feine Krümelstruktur.

    Vielleicht hast Du Martin ja eher festen, schweren Boden? Klingt nach Deiner Beschreibung fast so.
    Und Deiner Amiga ja eher leicht.

    Wir haben eher leichten und daher den Kompost nur oben drüber gestreut und bissi eingearbeitet.

    Zum Mist:
    Das mit den Nährstoffen für die Pflanzen ist ja auch so eine Sache:
    Wenn das "Zeug" tief einbuddelt, dann haben die Pflanzen, die neu gesät werden ja erst mal nix davon. (Schon rein räumlich betrachtet!) Die Wurzeln gehen ja anfangs noch nicht tief runter (-bei manchen sogar später auch nicht (Flachwurzler)-) und kommen so nicht ran.
    Durch Regen und giesen werden ja die Nährstoffe auch ausgespült, d.h. nach unten kommen sie von selbst. Nur nach oben kommen sie so nicht mehr...
    Von daher würde ich sagen, tief einarbeiten bringt nicht sooo viel.
    (Außer natürlich man pflanz was an, das auch verbuddelt wird. )

    Ich würde auch sagen, dass die Verrottungsgeschwindigkeit vom Boden abhängt. Schon allein im Hinblick auf den Sauerstoffgehalt. Es lässt sich von daher nicht pauschal sagen, ab ist nix mehr vorhanden!!!
    Außerdem ist das mit dem Abbau des organischen Material aerob (=mit Sauerstoff) und anaerob (=ohne Sauerstoff - siehe Biogasanlage) möglich!!! Bei beiden Prozessen kann man das Endprodukt dann zur Düngung noch verwenden!! Die Mikroorganismen, die das machen, sind dabei natürlich andere. Die Organismen für den anaeroben Weg sind dabei schon zum Teil im Mist/Dung/Gülle vorhanden und wenn man das regelmäßig betreibt, würde ich sagen, dann sind die auch schon im Boden... (Außerdem ist ein Komposthaufen auch nicht 100% belüftet...)

    Mich würden die Schädlinge interessieren, die man sich durch den Mist angeblich holt? Und warum die dann weg sein sollen? Weißt Du da genaueres Amiga?

    Ich würde den Mist wahrscheinlich aber auch mit dem Komposthaufen geben(-wenn wir einen hätten, aber dafür ist der Garten zu klein -) und erst mal mitverrotten lassen. Küchenabfälle und so vergräbt man ja auch nicht einfach im Beet

    Ich denke auch, dass Mist pauschal betrachtet auch nicht für alles als Dünger in Frage kommt. Es gibt etliche Pflanzen, die keinen Mist vertragen (-mir fällt jetzt nur spontan nix ein. Es vertragen aber auch nicht alle Pflanzen Blaukorn als Dünger.-). Wir essen ja auch nicht alle das gleiche.
    Insofern hängt das davon ab, was ich anpflanzen will!!!

    Von daher geht es wahrscheinlich nicht, dass man sagt "gut oder schlecht". Das hängt von den individuellen Gegebenheiten hab.

    OHJE! Das ist jetzt aber viel Text geworden, dabei wollte ich mich doch kurz fassen...

    Viele Grüße

  24. #24

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Ups, ich hab die vorherigen Antworten nicht gelesen (war wohl zu blöd für die 2.Seite )
    Da steht einiges auch schon.
    Tut mir leid!!
    Aber immerhin lag ich mit der Vermutung zu Martins Boden richtig!

    Grüße

  25. #25

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    AW: Mist im Gemüsebeet - gut oder schlecht???
    Hallo an alle,
    Hallo Martin,
    noch mal eine Erwiderung von mir.

    Ich habe diese Mistwirtschaft früher auch so gemacht, genauso wie du und viele andere hier. Die Kulturen wuchsen prima, Regenwürmer und Kleingetier waren reichlich vorhanden und ich hatte nicht mehr und nicht weniger mit Schädlingen und Krankheiten zu kämpfen, als andere Gärtner, running system.
    Trotzdem habe ich auf naturgemäßen Gartenbau umgestellt. Ich hatte gelesen und mich informiert und wollte sehen, wie die Praxis in meinem Garten (anmooriger Boden) geht. Mir leuchtete die Sache mit den beiden verschiedenen Bodenschichten ein und ich wollte gut mit meiner Erde umgehen. Im Gegensatz zu dir wollte ich das Chaos unter der Mikrowelt nicht weiter verursachen, obwohl ich auch so Erträge hatte. Immerhin bewirkt diese Mikrowelt die Fruchtbarkeit des Bodens und da wollte ich nicht mehr störend eingreifen, sondern fördern.

    <<Zur Bodenverdichtung: Erkläre mir doch dann mal bitte, warum manche Stellen, auf denen ich gelaufen bin, vor dem Ungraben so verdichtet sind, dass ich das beim Umgraben gut merke! >>

    Weil das Bodenleben zu arm ist.
    Bist du da auf dem nackten Boden gelaufen oder auf einer konsequenten Mulchschicht? Ich laufe auch in den Beeten, aber immer auf Bedeckung. Unter dem Mulch wird die belebte Erde trotz meiner Schritte so luftig sein, dass ich sie mit dem Sauzahn leicht lockern kann, ohne sie zu wenden. Immerhin lege ich meine Kulturreihen genau dort an, wo ich im letzten Jahr die ganze Zeit gelaufen bin, Weg wird sozusagen zur Pflanzreihe. Ich kann dir nur erzählen, dass ich dieses System schon seit 20 Jahren praktiziere, ohne jemals umgegraben zu haben. Das System funktioniert mit Moorboden, mit extremem Lehmboden und auch natürlich mit Sandboden, den ich jetzt bearbeite.

    Ich glaube dir, dass du Lehmboden glaubst umgraben zu müssen. Manchmal, vor allem die ersten Male kommt man nicht ohne durch, außer man organisiert sich Material, das man oben auf schichtet, wozu Stroh, Mist, Heu, alles etwas grob und sperrig, dann weniger sperrige Grünmasse, auch Rasenschnitt usw…. gehört und bildet sozusagen einen Flächenkompost – wie gesagt ohne Umgraben! Da heißt es aber Pflanzpause für Gemüse, dann im folgenden Jahr nur Gründünger, abschneiden und liegen lassen, während dieser Zeit bereits Komposthaufen aufsetzen und umsetzen, im nächsten Jahr Kompost oben aufbringen und auf alle Wurzelgemüse verzichten, usw.
    Im Inneren einer solchen „Gemüsebeetbildung“ laufen anfangs jene aggressiven Prozesse ab, die auch im Komposthaufen passieren, ja, ich hatte nicht einmal das Gras abgestochen. Dort hausen am Anfang jede Menge Drahtwürmer, Spulwürmer, Mistwürmer, die das unter weniger Luft und Licht vergehende Gras, den strohigen Mist, die sperrigen Teile… vertilgen, der Stoffwechsel dieser Organismen erzeugt enorme Wärme, die selbst hartnäckige Wurzelunkräuter keimunfähig macht. Nach der hitzigen Phase stellen sich die Kühle liebenden Regenwürmer und andere ein, die an der Humusbildung arbeiten. Ihnen gebe ich in diesem Jahr Ackerbohne und Lupine als Gründüngung. Das sind Tiefwurzler, die sich in die Tiefe bohren und Röhren in den Lehmboden treiben. Ich lasse die Wurzeln drin, sie verrotten an Ort und Stelle, weil die Regenwürmer sie benutzen. Sie tragen so zur Lockerung des Lehmbodens bei, ohne Umgraben. Voraussetzung ist aber, dass oberirdisch vor Sonne und Regen geschützt wird.

    Es stimmt schon, die umgegrabene Lehmscholle friert im Winter aus und zerfällt anschließend bröselig. Ohne Mulchschicht jedoch bäckt sie nach dem ersten Regen-Sonne-Lauf wieder fest. Wenn man nicht ständig mechanisch auflockert, hat man bald wieder den ursprünglichen harten Zustand. Dauerhaft wird dort nur ein vielfältiges Bodenleben etwas ändern, Lehmboden zählt zu den fruchtbarsten Böden, sein Charakter als Lehmboden aber wird erhalten bleiben.

    Wegen dem Geschmack könnest du ja mal einen Test machen, Kohl auf Kompost und Kohl auf Mist kochen, der Geruch, der das Haus durchzieht ist unterschiedlich. Am Kohl merkt man den Unterschied am deutlichsten, auch im Geschmack. Oder teste an den Erdbeeren, kunstgedüngte schmecken nach nichts, kompostgedüngte haben Aroma. Du kennst bestimmt den Unterschied zwischen Waldhimbeeren und Gartenhimbeeren/Erdbeeren. Es liegt nicht nur an der Sorte, denn Walderdbeeren verlieren auf Mist- oder Kunstdüngerboden das Aroma.

    <<Klar ist es zunächst mühsamer, aber der Boden ist von allem Dreck und Unkraut, aber auch Krankheiten befreit, die sich noch in Ernteresten aufhalten können (genauso wie einige Schädlinge, wie z. B. den Maiszünsler).>>

    Wieso befreit, du gräbst es doch nach unten?

    <<…aber der Logik nach müsste bei mir ja gar nichts mehr wachsen,>>

    nicht so extrem, es wächst nicht gleich gar nichts mehr, sondern eben anders, schwächer und anfälliger, auch wenn du das nicht so wahrnimmst.
    Es ist nicht so, dass bei dir kein Leben im Boden wäre, aber es ist eben nicht genug, denn du beklagst die „Betonwand“, die du in den Beeten hast.
    Ich sagte ja schon, es sind nach gärtnerischen Gesichtspunkten viele unerwünschte Kleintiere auf den Plan gerufen. Mit Kompostwirtschaft und bewahrten Bodenschichten bringt man jedoch massig vielfältigere Mikroorganismen mit ein, die die Fruchtbarkeit und damit die Stabilität gegen Krankheiten und Schädlinge erhöhen und die nicht zuletzt imstande sind, an deiner besagten Betonwand etwas zu ändern.

    <<Wissenschaftliche Erkenntnisse helfen mir nun bis zu dem Punkt, an dem die Praxis mich eines Besseren belehrt.>>

    Dann probiere diese Praxis doch mal aus, vielleicht in einem kleinen Stück. Ich würde nicht so reden, wenn ich den Unterschied nicht selbst erlebt hätte.

    Gruß
    Amiga

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