ach wie süß, nachwuchs
ok hab mal im orchideenforum geschaut und dies gefunden:
Kindel
Entwickeln sich an einer Stellen der Orchidee plötzlich Blätter, an der eigentlich Blüten auftreten sollten (also an den Bulben, bei Phalaenopsis am Blütenstengel), so hat man die besten Chancen, seine Orchidee zu vermehren. Den kleinen Ableger der entsteht, nennt man Kindel oder Keiki und tritt z.B. bei den Gattungen Phalaenopsis, Dendrobium, Epidendrum und Calanthe auf.
Was ist dann zu tun ? Erst mal sollte man sich in Geduld üben. Mindestens zwei Blätter und mehrere cm lange Wurzeln sind notwendig, damit das Kindel allein überleben kann. Nach ca. einem Jahr ist dieser Zustand oft erreicht. Je grösser der Ableger ist, desto grösser sind die Überlebenschancen. Bis es so weit ist, sollte man das Kindel gelegentlich ansprühen, um es zu kräftigen. Besonders bei niedriger Luftfeuchte ist diese Massnahme wichtig.
Ist ein eigenständiges Pflänzchen entstanden und/oder wird der Stengel an dem das Kindel hängt gelb, trennt mal den Ableger mit einem scharfen, desinfizierten Messer ab. Das Kindel wird nun in Orchideensubstrat gepflanzt. Dabei hat es sich bewährt, grosse Stücke des Substrats manuell zu zerkleinern, um es den kleinen Wurzeln anzupassen. Im Fachhandel ist auch Jungpflanzensubstrat erhältlich, welches genau auf die Bedürfnisse der kleinen Orchideen zugeschnitten ist.
Die neue Orchidee braucht nun viel Luftfeuchte um anzuwachsen. Deshalb sollte man den Topf in den ersten Wochen entweder in ein kleines Fensterbankgewächshaus stellen oder den Topf mit einer durchsichtigen Plastiktüte überstülpen, in der sich zahlreiche Luftlöcher befinden. Das Minigewächshaus sollte man mindestens einmal am Tag gut durchlüften, die Plastiktüte sollte täglich für einige Zeit entfernt werden, damit nichts fault oder schimmelt.
Eine alternative Methode für Phalaenopsis-Kindel ist das Aufsetzen des Kindels auf Substrat. Dazu wird der Ableger an der Mutterpflanze belassen. Ein kleiner Topf mit feinem, leicht feuchtem Substrat (siehe oben) wird unter das Kindel gestellt. Das Kindel oder die Wurzel dürfen auf die Oberfläche des Substrates vorsichtig aufgeliegen. Nach einigen Wochen, werden die Wurzeln in das Substrat eindringen. Sitzt das Kindel fest im Topf, kann man die Verbindung zur Mutter durchtrennen. Der Topf kann nun mit etwas zusätzlichem Substrat aufgefüllt werden.
Ist zu beobachten, dass die Orchidee anwächst, kann man nach wenigen Wochen einen sehr stark verdünnten Dünger anwenden, um das Wachstum zu fördern.
Leider bilden sich Kindel oft nicht ohne weiteres, bestimmte Arten und Hybriden neigen dazu, andere nicht. Im Orchideen-Fachhandel gibt es eine kleine "Entscheidungshilfe" für Phalaenopsis-Orchideen. Sogenannte Keikipaste enthält ein Hormon, welches die Bildung eines Kindels fördern soll. Sie wird im Abstand von mehreren Tagen auf ein "schlafendes Auge" des Blütenstandes aufgetragen. Mit Glück bildet sich nach einigen Wochen ein Kindel - eine Erfolgsgarantie gibt es aber nicht.
Was tun, wenn sich keine Wurzeln bilden ?
Entweder, man befestige einen mit wenig feuchtem Substrat gefüllten kleinen Plastikbeutel am unteren Teil des Kindels (z.B. mit einem Gummi) oder mit bindet vorsichtig etwas Moos um den unteren Teil des Kindels. Das Moos muss jeden Tag besprüht werden.