Berlin - Das Bundesumweltministerium hat die Chemiebranche aufgefordert, zügig Alternativen zum umweltschädlichen Kupfereinsatz beim Pflanzenschutz anzubieten.

"Je länger wir warten, desto größer werden die Schäden, weil das giftige Kupfer sich im Boden immer weiter anreichert", sagte Umweltstaatssekretär Michael Müller (SPD) heute bei der Konferenz über Kupfer-Ersatzlösungen im Pflanzenschutz. "Langfristig wird damit die Bodenfruchtbarkeit auf's Spiel gesetzt - das größte Kapital der Landwirtschaft."

Zu Beratungen über Alternativen zum schädlichen Schwermetall waren auf Einladung des Bundesumweltministeriums Vertreter von Politik, Landwirtschaft, Industrie sowie Umweltverbände zusammengekommenn. Kupfer ist hochwirksam gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenschutzmitteln werden Pilze auch nach vielen Jahren nicht unempfindlich gegen Kupfer, erläuterte das Ministerium. Deshalb werde es in der Landwirtschaft breit eingesetzt.


Für den Ökolandbau, der Kupfer nur vorsichtig einsetze, aber bisher zum Schutz der Produktion darauf angewiesen sei, stelle der Verzicht eine große Herausforderung dar. Wegen der Anreicherung von Kupfer im Boden "werden aber auch aus kleinen Kupfermengen mit der Zeit große Probleme". Die EU-Kommission hatte im Januar entschieden, Kupfer nur noch für sieben Jahre in die Liste zulässiger Pflanzenschutz-Wirkstoffe aufzunehmen. Müller: "Das deutliche Signal aus Brüssel gibt uns die Chance, eine Lösung für die Kupferproblematik zum Anliegen der gesamten EU zu machen und dadurch eine gute Alternative zu finden." (dpa)
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