So, auch ich möchte mich auch noch vorstellen!
Ich wohne am Niederrhein in einem sehr kleinen Städtchen. Unser Haus liegt zwar innerorts, aber an einer Kuhwiese (ehemalige Schlachterei)! Da die Straße auch noch eine Sackgasse ist, leben wir zum Glück sehr ruhig. Wir sind ein echter 'Generationenhaushalt': Meine Frau, meine Tochter (2) und meine Eltern, sowie mein Schwager (17) und ich bilden eine Lebhafte Truppe im Zweifamilienhaus aus den frühen 60er Jahren.
Der Garten
Als das Haus gebaut wurde, waren Nutzgärten noch eine Selbstverständlichkeit. Heute haben den von 12 Häusern an der Straße nur noch zwei. Bequemlichkeit, Generationen- bzw. Besitzerwechsel führten zum Austausch von Kartoffeläckern durch Abstandsgrün und pflegeleichte Koniferen. So gleichen mittlerweile die Gärten der meisten Häuser eher Friedhöfen. Ich weiß nicht, wie das bei euch so heißt, hier jedenfalls am Niederrhein nennt man das
Anlage. Anlagen bestehen zumeist aus Koniferen (die am Niederrhein nichts, aber auch gar nichts zu suchen haben!), Geranien, Stinkerchen und - äh - Koniferen, klar.
Leider ist auch der Garten rund um unser Haus zum nicht unbeträchtlichen Teil durch diese kulturlose Unsitte geprägt, da er zum größten Teil von meinen Eltern bewirtschaftet wird. Trotzdem rechne ich ihnen sehr hoch an, daß sie den Nutzgarten-Teil nie plattgemacht haben. Mein Vater ist mittlerweile immerhin 70 Jahre.
Meine Frau und ich haben im Laufe der letzten 5 Jahre immer wieder mal einen natürlichen Akzent setzen können und uns z.B. einen Streifen Kräutergarten erkämpft in dem sogar eine kleine bunte Schmetterlingswiese geduldet wird (herrjeh, was sollen die Nachbarn denken?!). Neulich haben meine Eltern sogar laut über einen Komposter nachgedacht und für nächstes Frühjahr dem Aufhängen eines Bienenhotels zugestimmt - es geht also doch! Da wir jungen Leute berufstätig sind (ich sogar selbständig) ist es auch in Ordnung, daß wir den kleineren Teil des Gartens bewirtschaften...
Unsere Vorlieben und Wünsche
Mich haben eigentlich schon immer die mehrjährigen Pflanzen eher interessiert. Alles, was für nur einen Sommer Arbeit macht, war mir schon immer suspekt (abgesehen von Kartoffeln, Sonnenblumen etc.). Da meine Frau eher Topf- und Kübelpflanzen zugetan ist, ergänzen wir uns ganz gut. Ich ziehe schon seit Teenagerzeiten erfolgreich Zitronen- und Orangenbäume aus Kernen. Auch die Aufzucht einer Avocado ist mir zuletzt gelungen. Ein paar Jahre habe ich mich sogar mit Bonsai beschäftigt. Aber eher halbherzig. Außer ein paar Büchern und einem Apfelbaum und einer Blutbuche (beides selbst gezogen) ist von diesem Hobby nichts geblieben.
Unser Ideal für den Garten ist eine Art Mischung aus Bauern- und Klostergarten. Die formale Strenge (angelegte Wege, definierte Beete) und die alten Sorten an Obst und Gemüse faszinieren uns einfach! Ach ja - die allgegenwärtigen Jägerzäune würden wir gerne komplett durch eine Weißdornhecke ersetzen und auch ein Apfel-Hochstamm (irgendeine alte Sorte) steht auf dem Wunschzettel für später mal. Momentan üben wir an zwei kleinen Birnen-Spalieren...
Es bleibt also noch viel zu träumen und zu tun!
