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04.11.2006 20:21 #1Herbstgedichte
der heurige Herbst war ja eigentlich recht schön ... kann mich nicht beklagen ... dennoch möchte ich hier ein kleines Gedicht zum Besten geben
regnen tuat´s
kalt isch´s
wenn´s regnen tuat
koana will außi
wenn´s regnen tuat
d´viecha vakriachn sich
wenn´s regnen tuat
koan vogl sigsch
wenn´s regnen tuat
lei a poa würma kriachn umanand
wenn´s regnen tuat
lackn san überall
wenn´s regnen tuat
naß wersch
von obm bis untn
wenn´s regnen tuat
is decht schaißlich
wenn´s regnen tuat
oba
´s heat ja wieda auf
aus der Gedichtsammlung "han i ma oanfach so denkt"
niwashi, der weitere Gedichte nun sehen möchte ...
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04.11.2006 20:33 #2Petra DGastAW: Herbstgedichte
Herbsttag
Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonenuhren ,
Und auf den Fluren lass Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage ,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachsen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
von Rainer Maria Rilke
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04.11.2006 20:49 #3AW: Herbstgedichte
H e r b s t
Es färben golden schon die Blätter sich am Baum
Und alles rüstet sich zur Ruh'.
Ich wand'le wie in einem Traum,
Schau dem Vergehen zu.
Wie ist des Schöpfers Werk so groß,
Unfaßbar seine Macht.
Was aufnimmt er in seinen Schoß,
Ersprießt in neuer Pracht.
Ein Vogellied dringt durch den Hain,
Ein Blatt fällt leis' zur Erd'.
Soll es ein Dankeslied wohl sein
Für das, was ihm beschert?
Auch ich sag´ Dank, mein Schöpfer, dir,
Daß ich dies schauen kann.
Hilf weiter in dem Sehen mir,
Mein ganzes Leben lang.
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05.11.2006 02:05 #4AW: Herbstgedichte
No birds
no bees
no flowers
no trees
no wonder:
November.
LG, Tina.
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05.11.2006 14:00 #5
AW: Herbstgedichte
Sonniger Herbsttag
Abschiedshauch durchweht die Lüfte,
Letzte Farben, letzte Düfte,
Und ein letzter holder Klang.
-Wo sind jene schönen Tage,
Da aus jedem BlüthenhageTönte Nachtigallensang?
Zwar noch blüht die letzte Rose,
Doch die bleiche Herbstzeitlose
Schimmert schon im Wiesengrün;
Sie verschlief das beste Wetter
Und nun kommt sie ohne Blätter
Sich beizeit noch auszublühn.
Träumerisch in sich versunken
Und wie von Erinnrung trunken
Liegt die Welt so blau und weit,
Sehnsuchtsvoll, mit sanfter Klage,
Still gedenkend goldner Tage
Und der schönen Rosenzeit!
Heinrich Seidel
Liebe Grüße
Mo
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05.11.2006 14:41 #6schweden-geliGastAW: Herbstgedichte
Herbstlied
Der Frühling hat es angefangen,
Der Sommer hat's vollbracht.
Seht, wie mit seinen roten Wangen
So mancher Apfel lacht!
Es kommt der Herbst mit reicher Gabe,
Er teilt sie fröhlich aus,
Und geht dann wie am Bettelstabe,
Ein armer Mann, nach Haus.
Voll sind die Speicher nun und Gaden,
Dass nichts uns mehr gebricht.
Wir wollen ihn zu Gaste laden,
Er aber will es nicht.
Er will uns ohne Dank erfreuen,
Kommt immer wieder her:
Lasst uns das Gute drum erneuen,
Dann sind wir gut wie er.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874)
Liebe Grüße von Geli
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05.11.2006 14:42 #7AW: HerbstgedichteBunt geword'ne Blätter gleiten sanft zu Boden,
der Sonne letzter Strahl erwärmt das feuchte Moos,
das kleine Eichhorn sammelt eifrig Nüsse
denn Kastanien sind zu groß.
...novembrige Grüße von der Blumenelfe
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05.11.2006 15:48 #8AW: Herbstgedichte
Kindernovemberlieblingsliedgedicht:
Kindergarten-Workshop
Mir kommt bei kaltem November die graue Stadt am Meer von Storm, Deichspaziergang, Ohrenschmerzen und und 2 - 3 Pharisäer zum Aufwärmen in den Sinn...
Die Stadt
Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.Geändert von Lazy Gardening (06.11.2006 um 00:02 Uhr) Grund: Irish Coffee, der kommt mir auch in den Sinn - und in den Bauch! Wenn man den Lautsprecher nicht anstellt, ist der Laternen-Link - ähm - etwas sehr witzlos...
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05.11.2006 16:23 #9AW: Herbstgedichte
"Herbstlicher Vers
Nun schickt der Herr das Leuchten in die Wälder.
Grellbunte Brände lodert jedes Blatt.
Wie welkt das Herz dem wandermüden Fremden,
Der nur die Einsamkeit zur Heimat hat ...
Schon fegt der Sturm den Sommer in die Gosse.
Im Park der Ahornbaum schreit blutigrot.
Der Regen weint die immergleichen Tropfen,
Und auf den Wiesen riecht es morsch nach Tod.
Da überfällt den Wandrer banges Schweigen
Und tiefes Weh um Schönheit, die verdirbt.
Herr, nimm mich fort aus diesem letzten Glühen
Und lass mich sterben, eh mein Sommer stirbt. "
Das ist ( von mir gemochter ) Herzschmerz von Mascha Kaleko,
der mir zum Thema Herbst einfällt ...
kleine waldfee
die eindringlich hofft, hier keine Copyrights verletzt zu haben ...Geändert von kleine_waldfee (05.11.2006 um 16:25 Uhr) Grund: Immerhin habe ich es selbst abgeschrieben ... natürlich nicht ohne Tippfehler ...
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05.11.2006 23:56 #10
AW: Herbstgedichte
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
vergolden, ja vergolden!
Und wimmert auch einmal das Herz,
stoß an und laß es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
ist gar nicht umzubringen.
Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
es steht die Welt in Veilchen.
Theodor Storm

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06.11.2006 00:22 #11AW: Herbstgedichte
Dies ist des Herbstes leidvoll süsse Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt,
wenn das Kristallene Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt
Dies ist des Herbstes leidvoll süsse Klarheit.
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06.11.2006 00:36 #12AW: Herbstgedichte
schön eisig verpackt, das Kristall -
Danke schön, Belén. Google spuckt gleich Morgenstern aus; sonst hätt i müssn fragn...Geändert von Lazy Gardening (06.11.2006 um 00:54 Uhr) Grund: spuckt - wie Spucke! Spuken geh' ich jetzt - Guts Nächtle!
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06.11.2006 11:03 #13AW: Herbstgedichte
Hallo, da uns Theodor ja schon hier war (es fehlt ja noch: ans Haff nun fliegt die Möwe, wohl sein schönstes Gedicht) mir fällt noch ein:
Nu is de Harws dor, koolt is datt,
un buten newelig un natt.
Denn ward dat ruhsi. Storm un Küll,
Tiern luurn ant Heck, stahn krumm un still.
Wöt leever rinn in warme Stall,
denn swarte Wulken överall.
Und Reegen- Snee- und Hogelfloogen,
Een kann sik knapp no buten wogen.
De langen Dooge sünd vörbi,
Halvnamiddag ward schummeri.
De Sünn kummt blos no enkelt dör,
so greesig is dat butenvöör.
Un ehr man sik so recht versüht,
kummt uk denn de Wiehnachtstied. P.H.Clausen
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06.11.2006 11:11 #14AW: Herbstgedichte
@Mutt3550
schönes Gedicht, was ist das für ein Dialekt? Platt? Friesisch?
niwashi, der nicht alles verstanden hat ... macht aber nix ...
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07.11.2006 16:04 #15AW: Herbstgedichte
Das ist *fast* wie Öcher Platt ... lustig.
nur buttenvöör und ruhsi musst Du mir mal übersetzen.
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07.11.2006 16:28 #16
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07.11.2006 16:48 #17AW: Herbstgedichte
Herbst in Hannover
Es ist Herbst in Hannover.
Die Menschen fallen von den Bäumen
und zerplatzen auf der kalten Erde.
Düstere Gedanken finden ihre Opfer
in den leeren Hüllen ausgeträumter Träume.
Die Sonne scheint das zu beleuchten
was eh nur grau und traurig ist.
Schwarze Vögel fliegen mit angstvertrauten krächzen
durch die einst vertraute Gegend einer abgelegten Liebe.
Das Echo alter Lieder schwebt sichtlich sich entfernend
in eine Zeit zurück in der das denken frei von der Last des Lebens war.
Manch fröhlicher Geselle hängt leicht verfault schon stinkend
am Baum der Selbsterkenntnis und tanzt im Wind der Wirklichkeit.
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07.11.2006 16:48 #18
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07.11.2006 16:54 #19
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07.11.2006 17:37 #20AW: Herbstgedichte
Na ja, Dinge die man halt schreibt wenn man in Hannover ist - im Herbst.
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07.11.2006 22:47 #21AW: Herbstgedichte
ich fahr niemals nach Hannover
niwashi, der überhaupt nicht suizidgefährdet ist ...
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07.11.2006 23:40 #22AW: Herbstgedichte
Nun, ich habe es ja auch ueberstanden und lebe noch - soweit ich weiss. So schlimm ist Hangover dann doch nicht zumindest nicht auf den ersten Blick.
take care be good
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08.11.2006 12:28 #23AW: Herbstgedichte
Warum trübe Gedanken, in sechs Wochen geht es schon wieder aufwärts.In keinem Monat ist es so schön gemütlich wie im November, draußen: Nebel, Regen, Wind. Drinnen: Wärme, Kakao und ein gutes Buch, oder wie heute Nachmittag ganz bestimmt bei mir, Kinder die dann naß reinkommen, Stinken wie ... naja wie nasse Kinder eben müffeln,brauchen dann Trinken und Essen und wenn sie ein wenig gespielt haben gehts wieder raus und alle Türen bleiben natürlich offen. Grüße von M
(Kinder sind doch auch ein Gedicht)
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08.11.2006 15:43 #24AW: Herbstgedichte
Hi Mutt.
Leider verbringe ich acht Stunden am Tag im Regen, Nebel und Wind. Danach bin ich natuerlich froh wenn ich mich vor den Kamin setze und betrachte den Lough Mask wie er von der Sonne beschienen rot erleuchtet und nach einigen Minuten in der Dunkelheit verschwindet.
Abgesehen davon lebe ich nun schon laenger nicht mehr in Hangover
take care be good
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08.11.2006 18:08 #25AW: Herbstgedichte
Herbstspaziergang
Schweigend
stapfen wir den Weg entlang,
horchend
auf der Vögel Sang.
Überschüttet
von der Bäume Blätter,
losgelöst
in Herbstes Wetter.
Fröstelnd
streben wir voran.
Leise
Deine Hand ich nahm.
Wärmen
wird sie mir das Herz.
Friedvoll
zieh`n wir gipfelwärts.
von Maria Holschuh





