Zitat:
Zitat von edmundconen .....- scheint aber alles mit Mauerbefestigung sein |
Im wesentlichen stimmt das - aber in Kombination vor allem mit Holz sind auch freistehende Lösungen kein Problem.
Es stellt sich aber die Frage ob das sinnvoll ist - auch und gerade aus der Perspektive des um seinen Putz besorgten Nachbarn. Fassadenbegrünungen mit zu großem Abstand (und der ergibt sich ggf. zwangsläufig bei freistehenden Kletterhilfen) sind irgendwann keine mehr, sondern stellen eher Vorpflanzungen dar, bei der die Schutzwirkung eines einseitig schindelartig liegenden Blattwerkes häufig verloren geht.
Die schützende Wirkung einer Fassadenbegrünung basiert auf Abweisung von Niederschlägen, UV-Licht und extremen Oberflächentemperaturen (insbesondere durch Absorbtion von Wärmestrahlung) sowie einer Hinterlüftung zwischen Wand, Astwerk und Blattstielen, die eng genug für eine "Kaminwirkung" ist. Eine Kletterpflanze am freistehenden Gerüst erfüllt diese Wirkweisen häufig nicht optimal und kann ggf. soger nachteilig wirken (Dauerfeuchte, Veralgung/Vermoosung).
Die Idee einer freistehenden Kletterhilfe vor nachbars Wand, in die man also keine Löcher bohren muss, ist m.E. zwar nett gedacht, nutzt aber meistens nichts. Jeder Bauherr sollte froh sein, wenn ihm sein Nachbar auf eigene Kosten eine echte Fassadebegrünung anlegt und diese dauerhaft sachgerecht pflegt. Er profitiert davon in weitaus höherem Maße, als ihn ein paar Dübellöcher für eine sachgerechte Befestigung von Kletterhilfen "schädigen".
@ billimoppel: Die Kletterhortensie ist ein Internodien-Haftwurzelkletterer, d.h. unter geeigneten Bedingungen bildet sie entlang des gesamten Triebes Haftwurzeln aus. Auch wenn die Pflanze gerade "in" zu sein scheint, ist die Entfernung ihrer Rückstände auf Putz (falls erforderlich) u.d.R. nicht einfacher als eine Haftwurzelentfernung nach Efeubewuchs.
Geissblatt geht durchaus - es gibt einige Sorten für geringe Höhen, die sich kaum besser oder schlechter eignen, als andere Schlingpflanzen oder starkwüchsigere Kletterpflanzen. Aber du hast insofern Recht, als notwendiger horizontaler Verzug gerade bei Schlingpflanzen etwas mehr Arbeit macht. Man könnte unter diesem Aspekt auch kletternde Rosen (es gibt wintergrüne) oder Brombeeren zur Diskussion stellen. Angesichts der geringen Höhe ist der Aufwand für Leitung und Schnitt wohl bei allen nicht extrem starkwüschigen Kletterpflanzen objektiv sehr überschaubar.
Grüße
TB