Pflanzschalen für den Garten selbst herstellen & gestalten

Pflanzschalen für den Garten selbst herstellen & gestalten 

Wer eine kreative Ader besitzt und gerne den eigenen Ideen freien Lauf lässt, kann Pflanzschalen selbst herstellen. Eine Möglichkeit stellt das Töpfern dar. Allerdings müssen die Gefäße gebrannt werden. Ohne Zugang zu einem Brandofen lässt sich das Töpfern nicht realisieren.

geranie-steintopf-blumentopf_flDer Tipp mit dem Sand-Torf-Zement-Gemisch ist dagegen wesentlich einfacher durchführbar. Dazu werden noch Gefäße gebraucht, die jeweils der Außen- und der Innenform entsprechen. Die Wände und der Boden der selbst hergestellten Pflanzschale sollten 2-3

cm, bei größeren 5 cm dick sein, deshalb müssen die beiden Gefäße etwa diesen Größenunterschied besitzen. Aus welchem Material diese Behälter sind, spielt keine Rolle, denn sie dienen nur als Form. Für die Innenform sind allerdings Plastikbehälter wie Kunststoffverpackungen, alte Schüsseln, Plastikdosen oder Eimer am besten geeignet, weil sich dieser Werkstoff am leichtesten aus der noch nicht durchgetrockneten Masse lösen lässt. Die Außenform (ovaler oder runder Farbeimer, kleine Obstkiste, etc.) wird aus dem gleichen Grund mit einer Plastikfolie ausgelegt. Idealerweise hat das Behältnis eine glatte Oberfläche und wird nach oben hin etwas breiter.

Die Herstellung

Die Masse, um Pflanzschalen für den Garten selbst herzustellen, wird zu etwa gleichen Teilen aus Sand, Torf und Zement hergestellt. Der Sandanteil sollte dabei etwa größer sein. Sind die Materialien im trockenen Zustand gut durchgemischt, kommt noch Wasser hinzu und zwar so viel, dass die Masse zwar weich, aber nicht allzu flüssig ist. 

Die mit Folie ausgelegte Außenform wird am Bodenbereich und an den Außenwänden mit Hilfe einer Spachtel oder Kelle mit der Zementmasse gefüllt. Danach erfolgt das Eindrücken der Innenform. Zur Kontrolle, ob die Wandstärke jeweils passt, sollte die Innenform noch mal entfernt werden. Mit einem dünnen Holzstäbchen lässt sich die Dicke des Bodens und der Wände prüfen. Erst wenn alles passt und die Wände rundherum die gleiche Stärke aufweisen, bleibt die Innenform zur Hohlraumbildung in der Zementmasse. Ein Stein sorgt dafür, dass sich nichts verschiebt. Wichtig ist dabei natürlich, dass der Rand überall die gleiche Höhe hat. Wenn Masse fehlt, kann jetzt noch entsprechend aufgefüllt werden.

Nach zwei Tagen Trocknung an einer schattigen Stelle wird die Innenform herausgenommen. Jetzt
besteht noch die Möglichkeit, eventuell vorhandene Unebenheiten mit Hilfe eines Löffels zu glätten oder zuviel Material abzukratzen. Einen Tag später wird dann die Außenform mit Inhalt umgestürzt und samt Folie entfernt. Zurück bleibt der Rohling des neuen Pflanzgefäßes. 

Gestaltung von Pflanzschalen für den Garten 

Der Zement ist nach 3 Tagen noch nicht komplett durchgetrocknet. Deshalb lassen sich jetzt noch Abflusslöcher mit einem Schraubenzieher durchstoßen. Damit die Oberfläche eine raue Optik erhält, hilft die Bearbeitung mit einer Stahlbürste. Begnadete Künstler haben jetzt auch noch die Möglichkeit, mit einem Schraubenzieher Ornamente oder Bilder in das noch weiche Material einzukratzen. Als letzte Handlung wird alles mit einem weichen Besen abgekehrt und zur endgültigen Trocknung aufgestellt. Werden vor dem Auffüllen des Außengefäßes besonders markante Blätter, wie zum Beispiel die der Rhizinuspflanze, an der Seite drapiert, weisen die Schalen später diese Vertiefungen auf. 

Vorteile

Die mit dem Sand-Torf-Zement-Gemisch hergestellten Pflanzschalen sind absolut frostfest und können den kompletten Winter im Freien bleiben. Weitere Vorteile der Pflanzschalen Marke Eigenbau:
  • Selbst hergestellte Pflanzschalen schonen den Geldbeutel.
  • Erfolgreiches kreatives Schaffen erfüllt zu Recht mit Stolz.
  • Es besteht die Möglichkeit, Pflanzschalen in einer exakt gewünschten Form und Größe zu produzieren, vorausgesetzt, es existiert eine entsprechende Außenform. Sollte die Innenform nicht exakt passen, kann der Hohlraum noch naträglich durch Entfernen der noch weichen Zementmasse mit einem Löffel vergrößert werden.
blumentopf2_caNachteile

Größere Gefäße wiegen auch entsprechend viel. Für das Umstürzen und die weitere Bearbeitung solcher Pflanzschalen ist die Unterstützung einer zweiten Person notwendig. Eventuell könnten auch noch nachstehende negative Aspekte zum Tragen kommen:
  • Für die Anfertigung wird ausreichend Platz und Zeit gebraucht 
  • Durch den Torfanteil werden die selbst hergestellen Pflanzschalen braun-grau, also nicht farbenfroh. Mit der Einarbeitung von Farbpigmenten in die rohe Masse erhalten die Pflanzschalen jeden gewünschten Farbton. 
  • Die Pflanzschalen aus Sand, Torf und Zement veralgen und bemoosen sehr schnell.
  • Falls die Bepflanzung nicht winterfest ist, kann sich das Umräumen der verhältnismäßig schweren Schalen ins Winterquartier etwas schwierig gestalten. 
Wo gibt es die Materialien und wieviel kosten sie?

Bau- und Gartencenter halten die Materialien zum Kauf bereit. Manche Hobbymärkte bieten sogar Fertigmischungen an, die jedoch im Vergleich zum Einzelkauf der Materialien wesentlich teurer sind. Ein Sack Zement (25 kg) kostet etwa 4 Euro, Sand (25 kg) 3 Euro und Torf (100 l) 5-6 Euro. 

Fazit

Mit etwas Geschick lassen sich individuelle Pflanzschalen für den Garten selbst herstellen und gestalten. Weil das Material aus Sand, Torf und Zement mit der Zeit Patina bzw. Algen und Moos ansetzt, passen diese Pflanzgefäße sogar in einen naturnahen Garten. 

Übrigens:

Um die nur noch gering vorhandenen Torfvorräte zu schonen, kann statt Torf auch Sägemehl oder Rindenerde verwendet werden.

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