Nistkasten & Nisthöhlen für Fledermäuse

Nistkasten & Nisthöhlen für Fledermäuse

Viele Fledermausarten sind inzwischen vom Aussterben bedroht, weil sie keine geeigneten Lebensräume und Schlafplätze mehr finden, doch auch Windkraftanlagen stellen eine große Gefahr für diese Tiere dar. Um ihnen aber zumindest einen Unterschlupf zu bieten, können Nistkästen und Nisthöhlen an Bäumen, Hauswänden oder direkt im Mauerwerk angebracht werden.

mondFledermäuse sind nachtaktive Tiere, die sich tagsüber in Höhlen, Mauerritzen, Felsspalten oder auf Dachböden in Häusern oder Scheunen ausruhen. Schon ab Ende August suchen die europäischen Fledermausarten nach einem geeigneten Winterquartier, wo

sie ihren Winterschlaf halten. Da Fledermäuse sehr soziale Tiere sind und in Gruppen leben, können mehrere solcher Kästen nah beieinander angebracht werden. Diese Kästen lassen sich leicht selbst bauen, sind aber auch fertig bei verschiedenen Händlern erhältlich. Eine ausführliche Anleitung, um selbst einen Nistkasten zu bauen, findet sich auf der Internetseite www.fledermausschutz.de, die vom Naturschutzbund Deutschland NABU eingerichtet wurde.

Ein Nistkasten sollte in einer Höhe von drei bis fünf Metern hängen. Sein Einflugloch sollte nach Süden zeigen, hierbei ist allerdings zu vermeiden, dass der Kasten der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist, weil es sonst im Inneren zu heiß wird. Damit die Fledermäuse den Kasten gut anfliegen können, sollten sich vor dem Einflugloch keine Äste oder Ähnliches befinden. Es dauert häufig eine Weile, bis Fledermäuse einen Nistkasten annehmen, man sollte sich daher keine Sorgen machen, wenn der Kasten nicht gleich bezogen wird.

Vorteile für Mensch und Fledermaus

Einen Nistkasten oder eine Nisthöhle im eigenen Garten aufzuhängen, ist ein schöner Beitrag zum Naturschutz. Er gibt den Tieren ein Stück Lebensraum zurück, der ihnen durch die Ausbreitung der Zivilisation und durch den technischen Fortschritt genommen wurde. Für Familien mit Kindern bieten die Nistkästen gleichzeitig einen lebensnahen und interessanten Biologieunterricht durch die Beobachtung der Tiere.
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Nachteile der Nistkästen

Etwas Schmutz entsteht immer durch die Aufhängung von Nistkästen, weil der Kot der Tiere durch die Einflugöffnung herausfällt. Aufgrund der geringen Größe der Fledermäuse sollte dieser Nachteil bei einer Entscheidung für oder gegen einen Nistkasten jedoch nicht all zu sehr ins Gewicht fallen. Besser noch als menschengemachte Höhlen und Kästen ist es jedoch, den natürlichen Lebensraum und die bevorzugten Nistplätze und Schlafquartiere der Fledermäuse zu schützen, sodass sie auf keine Hilfe von außen angewiesen sind.

Preise

Fertige Fledermauskästen, Höhlen und Steine kosten etwa 20 Euro. Für einen selbst gebauten Nistkasten wird nur ein wenig Holz, etwas Teerpappe und Holzleim benötigt, das für wenig Geld im Baumarkt erhältlich ist. Beim Kauf des Holzes ist darauf zu achten, dass es möglichst rau ist, damit sich die Fledermäuse gut daran festkrallen können. Außerdem darf es nicht mit Holzschutzmitteln behandelt sein.

Hersteller und Händler
  • Sommerquartiere und Ganzjahresquartiere für Fledermäuse verkauft die Firma Schwegler. Diese Nistkästen können an einem Baum oder an einer Hauswand aufgehängt werden und sind selbstreinigend, sodass sie keine Wartung benötigen.
  • Der Naturschutzbedarf Strobel hat in seinem Sortiment Nistkästen für Fledermäuse, Vögel und Insekten. Dort finden sich auch Fledermaus-Einbausteine, die in ein Mauerwerk eingesetzt werden können. Bei der Verwendung mehrerer solcher Steine entsteht ein ganzes Nisthöhlensystem.
  • Auch auf amazon gibt es eine recht große Auswahl verschiedener Nistkästen für Fledermäuse.
  • Im Knastladen, über den Produkte verkauft werden, die von Gefangenen in den Justizvollzugsanstalten Nordrhein-Westfalens hergestellt werden, gibt es neben Nistkästen für Fledermäuse auch Futterhäuser und Nistkästen für Vögel.
Fazit

Auch wenn die Fledermäuse nicht unbedingt zu den beliebtesten Tieren gehören, sollten sie aufgrund der Tatsache, dass inzwischen viele Arten auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen, geschützt werden. Ein Nistkasten oder eine Nisthöhle bringt ihnen zwar nicht ihren natürlichen Lebensraum zurück, ist aber immerhin ein guter Anfang.

Tipps der Redaktion

  1. Wenn Sie sich für die Rufe der Fledermäuse im Ultraschallbereich interessieren, können Sie bei der Firma Schwegler einen Detektor bestellen, der diese Laute hörbar macht und aufzeichnet.
  2. Auch andere Tieren, die Laute im Ultraschallbereich von sich geben, können mit diesen Detektoren erkannt werden.