Flammkuchenofen selber bauen - Bauanleitung

Flammkuchenofen selber bauen - Bauanleitung

Ein selbst gebauter Backofen bringt nicht nur dem Nachwuchs eine ursprüngliche Form der Nahrungsherstellung nahe. Er entspricht auch dem Bedürfnis vieler Menschen, ihre Lebensmittel selbst herzustellen, da sie so kontrollieren können, welche Zutaten verwendet werden. Außerdem ist im Moment die Gartenküche auf dem Vormarsch. Vor allem wenn Gäste kommen, wird ein in die Gartenküche integrierter Flammkuchenofen viel Anklang finden. Er ermöglicht die Herstellung von Flammkuchen, so wie sein Name es vorschreibt: Vor dem offenen Feuer umzüngelt von Flammen, die ihm braune Ränder gegen.

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selbst gebaute Flammkuchenofen für den Außenbereich kann auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken. Das Prinzip ist einfach: Ein Gewölbe aus Stein oder Lehm wird mit einem Holzfeuer erhitzt und gibt anschließend die gespeicherte Wärme an die Backware ab. Ein solcher Ofen ist nicht schwer zu bauen und verschafft doch den Backwaren durch das Backen im Holzfeuerraum einen köstlichen Geschmack.

Standort des Flammkuchenofens
  • Der nach der hier skizzierten Bauweise gefertigte Flammkuchenofen kommt ohne Schornstein aus, er kann deshalb eigentlich beliebig im Gelände platziert werden. Es sollte allerdings Platz für eine Überdachung sein, da er mit Lehm vermauert wird. Bei einem Ofen ohne Kamin können während der Befeuerung Flammen aus der Backöffnung schlagen, in der Nähe dürfen sich also keine leicht entflammbaren Gegenstände befinden.
  • Eventuell können Sie auch einen terrassenförmigen Absatz im Gelände nutzen, dann können Sie auf die Errichtung eines Unterbaus verzichten. Der Absatz wird zur Stufe ausgeformt, der Ofen kommt auf die waagerechte Fläche, und Sie können auch ohne Unterbau in bequemer Höhe den Ofen bedienen. 

Flammkuchenofen selber bauen
  • Ist der Standort gefunden, kann mit dem Bau begonnen werden. Möglichst im frühen Sommer, damit Unterbau und Ofen ausreichend Zeit zum Trocknen haben. Auch im ersten Jahr kann der Ofen über den Sommer schon benutzt werden. Häufig wird empfohlen, den Flammkuchenofen auf ein Fundament zu stellen, das ist aber nicht zwingend. Er kann auch auf in Sand gebetteten Feldsteinen ruhen, so wurden früher ganz Häuser gebaut. Dann sollten Sie als Sperre gegen Feuchtigkeit von unten darauf
    Dachpappe legen, auf diese Ebene wird der Unterbau gemauert. Dafür brauchen Sie feuerfeste Steine, entweder aus dem Baumarkt oder als gebrauchtes Baumaterial. Die zweite Variante schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Außerdem sieht ein Ofen aus alten Steinen in den Augen der meisten Betrachter viel schöner aus. Als Mörtel für den Unterbau kann Lehmmörtel, Kalkmörtel oder auch Kalk-Zementmörtel eingesetzt werden. Der Unterbau besteht aus drei Steinreihen in U-Form in gewünschter Höhe.
  • Dann wird die obere Fläche wird danach mit besonders glatten feuerfesten Ziegelsteinen oder mit Schammotteplatten ausgelegt, sie bilden die Backfläche. Darüber kommt das Backgewölbe. Sie können ein Gewölbe mauern, das geschieht nach dem Prinzip eines Torbogens. Dazu verwenden Sie entweder feuerfeste Ziegel oder im Optimalfall Schamottsteine. Schamott speichert die Hitze am besten. Die zweite Möglichkeit ist, dass Sie aus Lehm und Sand auf der Backfläche eine Kuppel formen, über die Sie eine Schicht von circa 15 Zentimeter feuerfestem Beton mit einer Armierung aus Drahtgeflecht aufbringen. Das ist das Backgewölbe, nach dem Trocknen wird der Sand entfernt. Der Backraum kann eine Tür bekommen, aus Blech oder aus Holz. Der Vorteil von Holz ist, dass es vor dem Backen in Wasser eingelegt werden kann, dann spendet es beim Backen willkommene Feuchtigkeit. Perfektionisten verstreichen die Tür bei jedem Backvorgang mit einem Lehmmörtel, um den Ofen völlig dichtzumachen.
  • Anschließend wird der Backraum mit gemauerten Wänden auf den Außenseiten des Unterbaus versehen, den Abschluss nach oben kann wiederum ein gemauertes Gewölbe bilden. Auch ein gerader waagerechter Abschluss ist natürlich möglich. Der Backraum kann auch offenbleiben und mit Lehm-Stroh-Gemisch gedämmt werden. Dazu brauchen Sie kurze Strohhalme und eine etwas dickere Lehmpampe, die zusammengeknetet werden. Der Strohanteil soll ziemlich hoch sein, sonst wird keine gute Dämmung erzielt. Mit dieser Mischung wird das Gewölbe so lange beworfen, bis eine Schicht von mindestens 10 Zentimetern entstanden ist. Außen wird diese Schicht jetzt geglättet, vielleicht auch nach dem Trocknen mit einer Lehm-Sandmischung verputzt. 
  • Wenn der Ofen fertig, muss er langsam trocken geheizt werden, auch in diesem Stadium sollte er schon überdacht sein. Dann können Sie die ersten Backvorgänge starten. Es wird noch ein wenig knifflig sein, die beste Backtemperatur herauszufinden. Hierbei kann helfen, wenn Sie anfangs jedes Aufheizen mit einem Thermometer nachmessen. Im Flammkuchenofen können auch Brot oder Pizza gebacken werden oder Kuchen oder an einem kalten Sommerabend Bratäpfel.
  • Echter Flammkuchen wird übrigens bei mindestens 350 Grad gebacken, nutzen Sie also für den Flammkuchen immer die erste (größte) Hitze. Danach kann dann die Pizza rein, dann kommt das Brot.

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