Blattläuse (Läuse) an Himbeeren und Johannisbeeren

Blattläuse (Läuse) an Himbeeren und Johannisbeeren

Blattläuse sind in vielen Gärten eine immer wiederkehrende Plage, und viele Gärtner wissen nicht so recht, wie sie gegen die Blattläuse vorgehen sollen.

himbeeren flWobei die optimale Vorgehensweise auch noch von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ist, so unterschiedlich wie die klassischen Gründe, warum eine Pflanze von Blattläusen befallen wird. Gibt es Blattläuse an Johannisbeeren und Himbeeren? Wie sollte man diese bekämpfen?

Blattläuse (Läuse) an Himbeeren und Johannisbeeren?

Eigentlich werden Himbeeren und Johannisbeeren nicht

sehr häufig von Blattläusen befallen. Die typischen Schädlinge heißen eher Himbeergallmücke oder Himbeerkäfer, Johannisbeergallmücke oder Johannisbeerglasflügler, auch verschiedene Pilzkrankheiten setzen den Blättern zu.

Bevor Sie gegen vermeintliche Läuse vorgehen, sollten Sie also sicher sein, dass es sich auch um Blattläuse handelt, gegen die verschiedenen Schädlinge greifen jeweils andere Mittel. Außerdem zeigt ein Schädlingsbefall auch immer, dass die Pflanzen in irgendeiner Richtung Not leiden, denn nur geschwächte Pflanzen werden von Blattläusen befallen. Sie sollten bei einem Blattlausbefall deshalb alle Kulturbedingungen überprüfen, vom Standort bis zur Düngung.

Blattläuse an den Himbeeren

Aber natürlich gibt es unter den hungrigen Blattläusen auch Arten, die Himbeeren mögen: die Kleine und die Große Himbeerblattlaus.
  • Die Kleine Himbeerblattlaus trägt den botanischen Namen Aphis idaei und ist ausgewachsen unter 2 mm lang, von hellgrüner bis gelbgrüner Farbe, häufig von weißen Wachsflocken überzogen. Ihre Jungläuse schlüpfen bereits im März aus ihren Eiern und bilden dann recht schnell dichte Kolonien an den Trieben und den Blütenständen. Sie pflanzen sich munter fort, bis im Juni oder Juli die dritte Generation herangewachsen ist, die dann Flügel trägt und dafür sorgen kann, dass neue Gebiete der Pflanze erobert werden. Diese geflügelten Blattläuse sieht man nur noch einzeln. Sie verstecken sich oft sehr gut in Gabelungen von Blattadern an der Unterseite eines Blattes. Zwischen Oktober und Dezember wächst dann eine geschlechtliche Form auf, die für die Überwinterung die Eier legt.

  • Die Großen Himbeerblattläuse (Amphorophora idae) sind etwas größer als die Schwesterart, sicher zu unterscheiden sind sie aber nur durch Spezialisten. Diese Unterscheidung ist auch gar nicht so wichtig, denn die Großen Himbeerblattläuse machen im Grunde die gleiche Entwicklung durch, und sie richten auch ähnliche Schäden an.

  • Die meisten Schäden verursacht jedoch die Kleine Himbeerblattlaus, die gewaltige Kolonien auf den Blattunterseiten bildet. Dadurch kräuseln sich die befallenen Blätter, an den Triebspitzen bilden sich richtige Blattnester. Die großen Himbeerblattläuse leben dagegen vereinzelt,
    höchsten in kleinen Gruppen, sie befallen die Blattunterseiten, wo sich die Blätter dann am Rand etwas kräuseln werden.
Schlimmer als der eigentliche Blattlausbefall ist die Übertragung des Himbeer-Adernchlorose-Virus (auch Himbeerfleckenvirus oder Himbeermosaik) durch die Blattläuse, der die Himbeeren dann ernsthaft schädigen könnte. Deshalb sollten Sie Ihre Himbeeren ab dem Frühjahr bis in den Sommer hinein gelegentlich auf Blattnester kontrollieren. Solche Nester sollten dann geöffnet werden, vielleicht hat sich hier nur die harmlose Larve eines Wicklers eingerollt, die nicht sehr viel Schaden anrichten wird, bis sie irgendwann als Schmetterling davon fliegt.

Wenn es sich wirklich um Blattläuse handelt, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Bekämpfung:
  • Wenn Sie nur einige Blätter mit Läusen entdecken, sollten Sie diese schlichtweg pflücken und anschließend eine

    Brennnesseljauche ansetzen, um übersehene Blattläuse zu beseitigen und die Pflanze zu stärken.

  • Wenn das nicht reicht: Für den Haus- und Kleingarten sind einige Insektizide zugelassen, die im Winter oder im Frühjahr gespritzt werden könnten, siehe unten bei den Johannisbeeren. Wenn der Befall so gewaltig ist, dass er nicht in den Griff zu bekommen ist, könnten Sie auch daran denken, die befallene Himbeere durch eine virusresistente Himbeerpflanze zu ersetzen.
blattlaeuse2 flBlattläuse an Johannisbeeren

Auch die Johannisbeeren haben “ihre eigene Blattlausart”, die Johannisbeerblattlaus oder Johannisbeerblasenlaus, die schon sehr früh beim Austrieb der Blätter ihre Saugtätigkeit beginnt. Denn die Blattläuse haben bereits an den Johannisbeerbüschen überwintert, schlüpfen zu Beginn des Frühjahrs und können sofort mit dem Austrieb der Beeren ihre Arbeit beginnen. Sie zeigen sich durch rote Beulen in den Johannisbeerblättern, wenn Sie hier kontrollieren, finden Sie auf den Blattunterseiten die Verursacher, die kleine grünen Johannisbeerblasenläuse. Später kräuseln sich dann die Blätter und Triebspitzen. Bei starkem Befall wird die Blatt- und Triebentwicklung gestört. Die Johannisbeerblasenlaus kann als Virusüberträger fungieren und sollte deshalb bekämpft werden.

Auch bei den Johannisbeeren sollten Sie also ab dem Austrieb die Blätter kontrollieren. Die erste Maßnahme bei leichtem Befall ist wieder das Pflücken der Blätter und ein schützender und stärkender Brennnesseljauche-Guss. Erst dann dürfen die zugelassenen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Das sind bei Beerenobst zunächst Mittel mit Kaliseife, also Schmierseife, durchaus auch als Hausmittel-Empfehlung bekannt - hier aber in der reinsten Form ohne jegliche Duft- oder andere Zusatzstoffe eingesetzt.

Das stärkste zugelassene Mittel für Beerenobst enthält 0,15 Gramm Thiacloprid pro Liter, ist schädlich für Bienen, Menschen, Tiere und Gewässer und darf nur als Einzelpflanzenbehandlung unter Beachtung der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen gespritzt werden. Bevor die Früchte dann verzehrt werden, ist eine Wartezeit von 3 Tagen vorgeschrieben. Allerdings nutzt dieses Mittel nur, wenn es die Blattläuse direkt benetzt. Wenn sich die Läuse schon gemütlich in Blattnester eingerollt haben, scheint es bequemer, ungiftiger und wirkungsvoller zu sein, diese Blätter einfach zu entfernen.

Das ist auch das einzige zugelassene Mittel, wenn Ihnen andere Wundermittel empfohlen werden, sollten Sie vorsichtig sein: Zugelassen sind nach dem neuen Pflanzenschutzgesetz nur ganz bestimmte Mittel in ganz bestimmter Anwendung für ganz bestimmte Pflanzen. Niemand wird etwas sagen, wenn Sie ein wenig zu viel von einem zugelassenen Mittel ausbringen (Sie schaden höchstens Ihrem Garten). Wenn Sie aber ein Mittel, das nur für den Erwerbsanbau zugelassen ist, in Ihrem Garten versprühen, könnte das durchaus Ärger geben und empfindliche Geldbußen nach sich ziehen.