Blattläuse an Kräutern biologisch bekämpfen

Blattläuse an Kräutern biologisch bekämpfen

Wenn die sorgfältig herangezogenen Kräuter im Garten oder im Haus von hungrigen Blattläusen heimgesucht werden, ist das besonders ärgerlich.

Grüner Feind: Blattläuse an KräuternDenn erstens ist es überhaupt nicht einzusehen, dass winzige Tiere Ihre köstlichen Kräuter zu sich nehmen und nicht Sie und Ihre Familie. Und zweitens wird es nicht ganz leicht werden, die Blattläuse an den Kräutern zu bekämpfen - es sollen schließlich keine Geschmacksspuren verbleiben. Nur wie? - Die biologische Bekämpfung macht es möglich!

Blattläuse

sollten schnell bekämpft werden


Die Blattläuse vermehren sich gerne und schnell, wenn sie erst einmal einen genehmen Wirt gefunden haben. Sie tun das geradezu explosionsartig, da die patenten Tierchen sich nicht nur durch geschlechtliche Fortpflanzung vermehren, sondern auch durch Parthenogenese, eine ungeschlechtliche Zellteilung.

Und die Blattläuse richten nicht nur Schaden an, wenn sie die Pflanzen anstechen und aussaugen. Schon das kann zwar Pflanzen derart schwächen, dass sie eingehen, aber der Stich ist als Verletzung der intakten Pflanzenoberfläche auch ein Einfallstor für Viren, die dann weitere Erkrankungen verursachen. Durch die Honigtau genannten Ausscheidungen der Blattläuse wird auch noch der Befall mit Pilzen begünstigt, bei einem Blattlausbefall sollten Sie deshalb nicht lange untätig bleiben.

Wenn die Blattläuse Ihre Lieblingskräuter befallen haben, hat das aber wenigstens meist den Vorteil, dass Sie die Blattläuse früh bemerken, weil Sie Ihre Lieblingskräuter fast täglich ernten. Die erste Schnellmaßnahme ist die Isolation der befallenen Pflanzen, wenn das möglich ist. Zumindest die Pflanzen im Topf sollten also an einen sonst pflanzenleeren Ort gestellt werden, bei den Pflanzen im Beet sollten Sie sofort mit den Gegenmaßnahmen beginnen:

Blattläuse mechanisch bekämpfen
  • Zuerst können Sie den Blattläusen ganz real den Kampf ansagen, indem Sie die Blattläuse einfach mechanisch von den Pflanzen entfernen.
  • Bei etwas robusteren Kräutern geschieht das durch eine (härtere) Dusche, zartere Kräuter werden mit der Hand (absammeln) oder mit einem Schwamm (abwischen) von den Blattläusen befreit.
Blattläuse biologisch bekämpfen
  • Vor allem im Garten könnten Sie Feinde der Blattläuse in den Kampf schicken. Zum Beispiel Florfliegen, eine einzige Florfliegenlarve verzehrt etwa 600 Blattläuse, bis sie ausgewachsen ist.
  • Oder Marienkäfer, die Larven dieses größten natürlichen Blattlausfeindes
    werden nicht umsonst Blattlauslöwen genannt. Sie könnten im Garten Marienkäfer sammeln und auf die befallenen Pflanzen setzen. Es gibt jedoch auch Firmen, bei denen Sie die Nützlinge bestellen können. Zum Beispiel bei der Katz Biotech AG aus 15837 Baruth, www.katzbiotech.de, oder bei der re-natur GmbH aus 24601 Ruhwinkel, www.re-natur.de.
Wunder können die Nützlinge allerdings nicht vollbringen. Wenn die Blattläuse im Garten schon fast die Herrschaft übernommen haben, steht zuerst eine Analyse des Standortes und der Pflege solcher regelmäßig befallenen Pflanzen an, geschwächte Pflanzen sollten gekräftigt werden, damit sie den Blattläusen Widerstand entgegenbringen können.

Beliebtes Mittel gegen Blattläuse an Kräutern: BrennnesselsudBlattlausfresser mit biologischen Mitteln unterstützen

Sie können den Nützlingen jedoch helfen, zum Beispiel mit einem Brennnessel-Kaltwasser-Auszug. Um diesen herzustellen, lassen Sie ca. 1 kg frische Brennnesseln in einem kleinen Wassereimer (5 l) über Nacht ziehen, dann wird er in eine Spritzflasche gefüllt und über die Pflanze gespritzt.

Auch Milch mit

Wasser 1 zu 2 gemischt soll als Spritzmittel eine gute Wirkung haben, vor allem bei Petersilie und Chili. Der in der Milch enthaltene Emulgator Lecithin greift den Schutzpanzer von Blattläusen und anderen Schädlingen an (Lecithin wird deshalb auch recht teuer als biologisches Mehltaumittel gehandelt). Andere Blattlausbekämpfer haben kalten schwarzen Tee oder Kaffee erfolgreich als Spritzmittel eingesetzt (auf sauren pH-Wert achten in Bezug auf die Erde, außerdem ist Koffein ein Nervengift, das bei wiederholter Behandlung auch der Pflanze zusetzen könnte). Auch Farntee oder Wermuttee soll die Blattläuse schrecken.

All diese Mittel können sogar in alleiniger Anwendung einen Blattlausbefall im Anfangsstadium stoppen. Sie werden die Pflanzen nur häufiger behandeln müssen, was bei Kräutern im Haus jedoch meist machbar ist. Der letzte Ausweg bei wirklich starkem Blattlausbefall ist Schmierseife:
  • Hiervon etwa 20 Gramm (eine Verschlusskappe) in einem Liter Wasser auflösen und dann auf die Kräuter spritzen.
  • Sie sollten wirklich Schmierseife nehmen und nicht Spüli, das sehr stark dosiert werden müsste, stark schäumen würde und außerdem Stoffe enthalten könnte, die die Kräuter nicht mögen.

  • Schmierseife ist vollkommen ungiftig für Menschen und Haustiere, sollte aber nicht in die Erde kommen. Diese Erdmischung wäre dann für die Kräuter nicht mehr optimal.
  • Sie können also Ihre Kräuter nach der Seifenbehandlung unbesorgt weiterverwenden, nur gut abgespült sollten sie natürlich werden, damit der Salat nicht nach Seife schmeckt.
Hausmittel, von denen abzusehen ist

Es sind noch jede Menge Mythen über Mittel im Umlauf, mit denen es möglich sein soll, Blattläuse zu bekämpfen. Hier lohnt sich aber jeweils ein kritischer Blick: Bananenschalen werden Blattläusen wohl nur schaden können, wenn sie so intensiv gespritzt sind, dass die Chemiekeule auch gleich ausreicht, um den Blattläusen den Garaus zu machen. Der Tipp lautet aber, die Bananenschalen rund um die Pflanze einzugraben, die Erde wird anschließend also auch verseucht sein.

Aus dem gleichen Grund verbieten sich Mittel wie ein Aufguss aus Wasser und Zigaretten oder Tabak, oder die Idee, Zigarettenasche über die Blätter zu geben. Und beim Knoblauchsud verärgert eher die Feuchtigkeit die Blattläuse als die Inhaltstoffe des Knoblauchs, die Ihnen allerdings bei Anwendung im Haus den Aufenthalt in Ihrem Wohnzimmer vermiesen könnten.