Blattläuse vermeiden: Blattlausbefall vorbeugen

Blattläuse vermeiden: Blattlausbefall vorbeugen

Wer schon einmal einen Blattlausbefall bekämpfen musste, wird auf der Suche nach dem richtigen Mittel auch immer wieder gelesen haben, wie wichtig es sei, einem Blattlausbefall vorzubeugen.

Blattlausbefall ist kein schöner Anblick - und vermeidbarGute Idee, die Bekämpfung ist ja nicht ganz ohne Arbeit zu erledigen, besonders, wenn auf Chemie verzichtet werden soll. Die Frage ist nur, wie man einen Blattlausbefall am besten vermeidet - kann man einem Blattlausbefall überhaupt vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist eine gute Haltung

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Natürlich kann man einem Blattlausbefall vorbeugen! Wie immer im Bereich der Krankheitsvorbeugung ist die erste Maßnahme, den bedrohten Organismus zu stärken. Dazu gehört, dass er in einem gesunden Umfeld lebt, die beste Vorbeugung gegen Blattläuse ist deshalb die naturnahe Bewirtschaftung des Gartens.

Eine naturnahe Bewirtschaftung vermeidet z. B. größere Ansammlungen gleicher Pflanzen nebeneinander, in denen sich Schädlinge so richtig ausbreiten können. Vielmehr werden Mischkulturen angelegt, in denen jede Pflanze ihre eigenen Schädlinge und Nützlinge einbringt, die sich gegenseitig in Schach halten. Gärtner alter Schule kennen eine Fülle günstiger Kombinationen wie Rosen und Lavendel und sich gegenseitig unterstützende Nachbarn im Gemüsegarten, Biogärtner eigenen sich dieses alte Wissen wieder an.

Starke Pflanzen werden auch nicht durch falsche Düngung geschwächt, die bei Düngung mit synthetischem Dünger sehr häufig ist, da die Konzentrate schwer richtig zu dosieren sind. Man kann die Erde zwar auch mit Kompost überdüngen, das schafft man aber in den seltensten Fällen schon mit einer Düngergabe, während das bei synthetischen Düngern keine Kunst ist. Wurden die Pflanzen mit Stickstoff überdüngt, werden sich die Blattläuse geradezu auf diesen gehaltvollen Pflanzensaft stürzen, während die Pflanze selbst ihre Probleme mit dem Abbau der übermäßigen Nährstoffe hat, die sie zusätzlich schwächen.

Gibt es in Ihrem Garten Blattlausfeinde?

Starke Pflanzen in einem natürlichen, ausgewogenen Umfeld bekommen also kaum Blattläuse, und wenn doch, sind in einem naturnahen Garten viele Nützlinge bereit, den Blattläusen sofort “an den Kragen” zu gehen: Florfliegen, Schlupfwespen, Marienkäfer, Schwebfliegen und viele andere Nützlinge sind natürliche Feinde der Blattläuse. Sie würden sich um jeden Blattlausbefall kümmern, wenn sie in Ihrem Garten eine Überlebenschance bekommen. Dazu
müssen Nistmöglichkeiten vorhanden sein: Totholzhecken z. B. oder Insektenhotels oder Florfliegenkästen, wenn die natürliche Umgebung keine Unterkünfte hergibt.

Hecken sind Unterschlüpfe für NützlingeWenn Sie die Blattlausjäger erst neu ansiedeln müssen in Ihrem Garten, können Sie sich eine Startbesetzung an Nützlingen kaufen. Wenn die Blattlausfeinde sich erst etabliert haben und sich wohlfühlen, werden Sie ein deutliches Nachlassen des Blattlausbefalls bemerken. Denn mit der Vertilgung der Blattläuse vermehren sich auch wieder die so ebenfalls gut ernährten Nützlinge, meist stellt sich nach einiger Zeit ein Gleichgewicht ein, das alle Populationen am Leben erhält.

Blattlausvorbeugung für Zimmerpflanzen

Auch für die Pflanzen im Haus gilt: Nur optimale Kulturbedingungen machen die Pflanze so stark, dass sie kräftig wächst und gegenüber Schädlingen Widerstand leisten kann. Auch hier gilt: Nicht überdüngen, vor allem nicht mit Stickstoff, der die Zellen “explodieren" lässt, die gesamte Pflanze mit dieser Überanstrengung aber gleichzeitig anfällig für Schädlinge und andere

Krankheiten macht.

Besser als synthetischer Dünger lässt sich ein flüssiger Kräuterdünger dosieren, den Sie selbst herstellen können, aus einem Anteil Grünmasse (aus bestimmten Kräutern) in 10 Teilen Wasser. Ein solcher Kräuterauszug kann im ersten Stadium des Ansatzes auch als Pflanzendusche gegen Blattläuse eingesetzt werden, wenn er Brennnesseln enthält (um als Dünger zu wirken, muss er jedoch länger ziehen).

Im Haus werden die Pflanzen auch häufig durch zu trockene Luft geschwächt, die die Blattläuse jedoch wunderbar finden. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, können Sie die Pflanzen von oben gießen und mit Wasser besprühen. Wer noch mit gekippten Fenstern lüftet, sollte auf Stoßlüftung umstellen, das ist auch gut für den Energieverbrauch. Höher als durchschnittlich 50 % sollte die Luftfeuchtigkeit im Haus jedoch nicht werden, sonst droht Schimmel. Pflanzen, die eine höhere Luftfeuchtigkeit brauchen, gehören in den Dschungel, aber nicht ins Haus.

Blattlausmagnete vermeiden

Wenn Sie von Gärten umgeben sind, in denen eine Blattlausplage immer wieder auftritt, empfiehlt sich ein Blick auf die eigene Pflanzenauswahl: Es gibt Pflanzen, an denen Blattläuse ein besonders großes Interesse haben, vielleicht schmecken sie einfach besonders gut.
  • Das sind vor allem Rosen und (falscher) Jasmin, Holunder und Hibiskus, Rote Johannisbeeren und der Schneeball.
  • Spinat wird eher befallen als Mangold, Chillies sind als bei uns schwächelnde Fremdlinge sehr blattlausgefährdet.
  • Das trifft auch auf zahlreiche Zimmerpflanzen zu, die bei uns in der Natur nicht wachsen, z. B. die Engelstrompeten.
Wenn Sie durch einen Schädlingsbefall in der Nachbarschaft nicht eingeschränkt werden möchten, könnten Sie versuchen, in Ihrem Garten umso stärker ein natürliches Umfeld zu installieren, sodass die Nützlinge sich durchsetzen können. Sie könnten z. B. zusätzlich Wespennester ansiedeln und alte Wespennester nach Absterben der Population hängen lassen, sie dienen anderen Nützlingen als Nistplatz. Es gibt auch nützlingsschonende Austriebsspritzmittel, die als Wirkstoff schlicht Rapsöl enthalten und bei Ausbringung im Frühjahr die Blattlauseier mit einem Ölfilm überzieht, der sie zum Absterben bringt. Diese Mittel können bei allen Pflanzen eingesetzt werden, bei denen nicht sämtliche Organe mit dem Ölfilm bedeckt werden müssen, Obstbäume z. B., Blattpflanzen könnten jedoch unter einem solchen Ölfilm ebenfalls leiden.