Bodenbearbeitung im Garten - Tipps zur Bodenpflege

Sicherlich kennt jeder noch den am Haus befindlichen Gemüsegarten aus Omas Zeiten, der den täglichen Speiseplan bestimmte. Im Spätherbst wurde der Boden mit dem Umgraben bearbeitet, da gab es keine Diskussionen, diese Arbeiten mussten vor dem Winter durchgeführt werden.

umgraben_flDoch je mehr dem Menschen die ökologischen Zusammenhänge der Natur bewusst wurden und er diese verstand, wurde das Umgraben zu einem heiß umstrittenem Thema.

Ob die Beete umgegraben werden oder nicht, hat beides seine Vor- und Nachteile.

Die ökologische Sicht


/>Bereits in einem Gramm humusreicher Erde tummeln sich mehr als eine Milliarde Bodenlebewesen, wovon jedoch die wenigsten für das Auge sichtbar sind. In Bodenfauna und –flora werden die Bodenorganismen unterteilt und der bekannteste Vertreter der Bodenfauna ist der Regenwurm.

Je mehr von ihnen vorhanden sind, desto besser ist die Bodenqualität und man kann sich sicher sein, dass der Boden gesund und humusreich und die Erde fruchtbar ist. Perfekt sind die Bodenlebewesen organisiert und geordnet, jede hat ihre eigene Bodenschicht, in der sie ihrer Arbeit nachgeht.

Wird die Erde nun kurz vor dem Winter umgegraben, so wird das Ökosystem im Boden durcheinander gebracht, dabei werden die luftbedürftigen Organismen in tiefere Schichten verbannt und ersticken durch Sauerstoffmangel, andere wiederum werden von unten nach oben gebracht und dem Sauerstoff ausgesetzt, der tödlich für sie ist.

Zwar können sich die Bodenlebewesen wieder regenerieren, doch dauert das seine Zeit, bis die natürliche Ordnung hergestellt ist. Damit schwere Lehmböden oder verdichtete Böden in fruchtbare, humusreiche Erde verwandelt werden, die eine gute krümelige Beschaffenheit aufweist, kann das Umgraben wiederum hilfreich sein.

Durch Frost dehnt sich dabei das in den Schollen gespeicherte Wasser aus und die Erdbrocken werden gesprengt und zerkleinert, hierbei wird von der so genannten
Frostgare gesprochen. Im Frühjahr ist der Boden einfacher zu bearbeiten und die Bodenstruktur verbessert sich stetig, so dass nach einigen Jahren das Umgraben nicht mehr nötig ist.

Verschiedene Varianten der Bodenpflege und Bodenbearbeitung

Damit die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und gefördert wird, sollte er in regelmäßigen Abständen bearbeitet und auch verbessert werden. Nur unter den Gehölzen sollte der Boden gehackt und kultiviert werden, damit das Unkraut bekämpft werden kann.

Ebenfalls kann somit bei Bedarf der Boden an der Oberfläche gelockert werden. Besonders bei jungen Anpflanzungen sollte man mit dem Kultivator regelmäßig durchziehen. Bei älteren Gehölzen hingegen machen die Bodenlockerungen eher keinen Sinn, da man evtl. die oberen Regionen der Wurzeln zerstören könnte.unkraut-jaeten_fl

Auch das Mulchen zählt zur Bodenpflege, welche man möglichst das ganze Jahr über vornehmen sollte. Mit organischem Material wird dabei die oberste Bodenschicht abgedeckt. Als Mulchschicht eignen sich beispielsweise Rindenkompost, Kompost, Rasenschnitt und Laub. Zwischen sechs und acht Zentimeter sollte die Mulchschicht betragen, verrottet diese dann langsam, sollte man nachmulchen.

Bei schweren Böden sollten im Herbst die Reste der Mulchschicht flach eingegraben werden, um so die Bodenbeschaffenheit zu verbessern. Unter Gehölzen werden mit dem Mulchen günstige Bodenbedingungen geschaffen, der Humusgehalt erhöht, gedüngt und gleichzeitig wird die Erde lange locker und feucht gehalten.

Für die perfekte Bodenpflege sollte der Boden mit Pflanzen

bedeckt werden. Zum einen kann damit die Unkrautbekämpfung erleichtert werden und zum anderen wird die Wasserverdunstung verringert, die besonders stark bei durchlässigen Böden besteht.

Die Wurzeln der Bodendecker lockern gleichzeitig noch den Boden und so kann ständig Humus zugeführt werden. Ein weiterer Vorteil der Unterpflanzungen ist darin zu sehen, dass keine Schäden mehr durch Frost oder Dürre auftreten können.

Sogar das im Herbst herunterfallende Laub wird von vielen dieser Pflanzen festgehalten, so dass es die Optik nicht stört und auch im Garten nicht herumwehen kann.

Selbstverständlich sollte auch das Düngen nicht vergessen werden, denn damit wird die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhalten oder sogar verbessert. Damit werden die verloren gegangenen Nährstoffe, die beim Wachstum der Pflanzen und der Ernte verbraucht werden, wieder zugeführt.