Orchideenerde - Zusammensetzung & Anleitung zum Umtopfen

orchidee exotischOrchideen erfreuen sich großer Beliebtheit. Mit ihrem filigranen Wuchs und den exotischen Blüten bringen sie Glamour und Farbenvielfalt auf die Fensterbank. Orchideenliebhaber wünschen sich, ihre Lieblinge auch nach der Blüte zu erhalten und die Blütenpracht über lange Zeit genießen zu können. Orchideen benötigen zum Wachstum und zur Ausbildung ihrer Blütenstände jedoch eine ganz spezielle Pflege, die an ihre natürlichen Wachstumsbedingungen angepasst ist. Sie beginnt mit dem richtigen Pflanzsubstrat.

Wo wachsen Orchideen in der Natur?

Die meisten Orchideen wachsen dort,

wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Sie werden als epiphytische Orchideen bezeichnet, denn sie wachsen auf Bäumen und halten sich nur mit ihren Wurzeln an deren Rinde fest. Ihre teilweise extrem lang herunterhängenden Luftwurzeln nehmen die Nährstoffe über die Luftfeuchtigkeit auf. Dieser Lebensraum lässt sich im Wohnzimmer nicht verwirklichen. Besonders die niedrige Luftfeuchtigkeit ist problematisch. Nur auf ein Stück Baumrinde gesetzt würden Orchideen innerhalb kürzester Zeit eingehen.

AHA! Das richtige Pflanzsubstrat für Orchideen muss die Wurzeln feucht halten und gleichzeitig das Abtrocknen der Wurzeln ermöglichen.

Wie muss das Substrat beschaffen sein?

Das Substrat muss luftig sein, damit keine Fäulnis entsteht. Nur Erdorchideen benötigen ständig ein feuchtes Substrat. Gleichzeitig muss es wasserspeichernde Eigenschaften besitzen, damit die Orchidee Nährstoffe aufnehmen kann. Es muss die Orchidee stützen, damit die Wurzeln Halt finden. Die einzelnen Bestandteile müssen auf die Größe der Orchidee abgestimmt sein, denn kleinere Orchideen benötigen feinere Inhaltsstoffe als große robuste Orchideen.

Mögliche Bestandteile von Orchideenerde:
  • Rindenstücke
  • Kokosfasern
  • Moos
  • Holzstücke/Borkebrocken
  • Holzkohle
  • Styropor
  • Blähton
Nachteile gekaufter Orchideenerde
Orchideensubstrat aus dem Baumarkt enthält in der Regel Rindenmulch, Torf, Styropor und oft auch Pflanzenschädlinge. Aufgrund der organischen Bestandteile solcher Substrate kann es sein, dass durch den Verrottungsprozess Schimmel auftritt.

Tipp: Orchideenerde mit organischen Bestandteilen alle paar Jahre austauschen!

Pflanzsubstrat selbst mischen

Am besten hat sich eine Mischung zu gleichen Teilen aus Rindenstücken, Holzkohlestücke/Pulver zur Desinfektion und Holz bewährt. Wichtig ist eine Kombination aus feucht bleibenden und schnell trocknenden Oberflächen im Pflanzsubstrat. Rinde nimmt viel Wasser auf und trocknet schnell ab. Zur Auflockerung kommen Holzstücke dazu. Sie speichern viel Wasser und die Oberfläche trocknet nur langsam. Die gleichen Eigenschaften besitzen Kokosfasern. Moos kann ebenfalls sehr viel Wasser speichern, aber es verrottet schnell. Styropor als Auflockerung ist nicht zu empfehlen. Es nimmt überhaupt kein Wasser auf.

Wo bekomme ich die
Einzelteile?

Geeignete Pienen- oder Kiefernrinde gibt es Baumarkt für wenige Euro in Packungen mit geringem Volumen zu kaufen. Als Holzstücke empfehlen sich Schnittabfälle von Bäumen, die oft in Gartencentern angeboten werden. Beide Komponenten sollten gut gelüftet, schädlingsfrei und trocken sein. Gegen Schädlingsbefall können Rinde und Holz auf der höchsten Stufe kurz in die Mikrowelle gegeben werden. Sind die Komponenten noch nass, dann empfiehlt sich ein Nachtrocknen bei 50 ?C im Backofen über einige Stunden. Holzkohle ist vielleicht noch von der letzten Grillsaison übrig oder kann ebenfalls im Baumarkt erworben werden.

Das Substrat herstellen
Keinesfalls sollte die Mischung einfach zusammengeschüttet werden. So gelangen zu viele kleine Teile ins Pflanzsubstrat, die es zusätzlich verdichten. Um das Substrat möglichst locker zu gestalten, werden die einzelnen Inhaltsstoffe auf einer Unterlage mit den Händen zusammengefügt.

Orchideen umtopfen

orchidee dendrobiumEin

zu klein gewordener Pflanztopf lässt sich besser abziehen, wenn die Orchidee vorher kräftig gewässert wird. Die sperrigen Wurzeln werden weicher und brechen nicht so schnell ab. Durch ein leichtes Schlagen gegen den Topfboden lässt sich die Orchidee gut herauslösen. Sind die Wurzeln mit dem Topf verwachsen, dann ist der Einsatz eines alten Messers angebracht. Mit diesem wird der innere Topfrand vorsichtig umrundet und das Wurzelwerk gelöst. Altes Substrat lässt sich anschließend durch vorsichtiges Schütteln entfernen. Nun wird das Wurzelwerk der Orchidee überprüft.

AHA! Vertrocknete und verfaulte Wurzeln werden mit einer scharfen Schere abgeschnitten.

Hat sich Ungeziefer in den Wurzeln eingenistet, dann stellen Sie die Wurzeln der Orchidee einige Stunden in einen Eimer mit Wasser. Die Schädlinge sterben dann ab.

Nun wird der Topfboden mit eine Drainageschicht bedeckt. Sie verhindert, dass die Wurzeln durch Staunässe geschädigt werden. Dazu eignen sich grobe Kieselsteine oder Blähton. Füllen Sie eine Schicht Substrat auf die Drainage und setzen Sie die Orchidee vorsichtig in das Behältnis. Die vorhandenen Zwischenräume werden nun mit dem restlichen Substrat aufgefüllt. Der neue Topf sollte maximal zwei Zentimeter größer sein. Wurzeln, die bisher oberhalb des Pflanzsubstrates gewachsen sind, bleiben auch im neuen Topf oberhalb des Substrates. Wenn Sie einen Topf aus durchsichtigem Kunststoff wählen, dann bekommen die Wurzeln genügend Licht.

Tipp: Stoßen Sie den Topf leicht auf, damit die größeren Stücke in die Zwischenräume zwischen den Wurzeln rutschen. Sie können auch mit einem Holzstab von oben vorsichtig nachstoßen.

AHA! 14 Tage lang nicht düngen oder gießen sondern nur besprühen!

Nach dem Umtopfen

Jetzt darf die Orchidee nicht zu hell und zu heiß stehen, damit sich die Wurzeln an das neue Substrat gewöhnen. Indem Sie die Orchidee nicht gießen, können eventuell entstanden Verletzungen an den Wurzeln gut abheilen, ohne sich mit Bakterien zu infizieren. Stützen Sie junge Triebe mit einem Stab aus Kunststoff und speziellen Orchideenklammern.

Was gehört noch zur Orchideenpflege?
Verblühte Triebe werden eingekürzt, indem sie immer über einem Auge abgeschnitten werden. Beim Frauenschuh wird zum Beispiel nur das untere Drittel stehen gelassen.

Was fördert den Blütenaustrieb?
Eine Trockenperiode und ein anschließender heller warmer Stand regt die Bildung von Blütentrieben an.

Gibt es einen speziellen Zeitpunkt zum Umtopfen?
Das ist vom Austrieb abhängig und von Art zu Art unterschiedlich. Nutzen Sie die Vegetationspause zum Umtopfen.

Wann sollte nicht umgetopft werden?
Von November bis März ist das Umtopfen ungünstig, da in diesen Monaten fehlende Helligkeit und fehlende Wärme das Anwachsen erschweren.

Woran erkenne ich, dass das Umtopfen gelungen ist?
Die Blätter bleiben kraftvoll und fest. Ein neuer Austrieb kann bis zu einem halben Jahr dauern. Gönnen Sie der Orchidee diese Ruheperiode.