Weißtorf - Eigenschaften, Preise und Bestellmöglichkeit

Brauchen wir Weißtorf in unserer Erde? Vielfach wird Weißtorf als Wundermittel und unersetzbar angepriesen, umweltbewusste Menschen haben jedoch Probleme mit dem Verbrauch von Weißtorf, dessen Abbau die Moore zerstört. Anhand der Eigenschaften des Weißtorfs kann man ergründen, ob es unbedingt Erde mit Weißtorf sein muss:

pflanzen-setzen5 flEigenschaften von Weißtorf

Weißtorf wird in großen Mengen zur Herstellung von Gartenerden verwendet, weil das unzersetzte Torfmoos eine hohe Wasserspeicherfähigkeit aufweist und das hohe Porenvolumen festen Gartenboden auflockert. Der Weißtorf macht den Boden leicht, locker und

luftig, außerdem wird für Weißtorf immer wieder angeführt, dass der Nährstoffgehalt optimal angepasst werden kann.

Das ist zwar richtig, aber eigentlich eher ein Argument gegen Weißtorf. Weißtorf hat einen ph-Wert von 3 bis 4, während eine Gartenerde, die optimale Nährstoffaufnahme garantieren soll, im ph-Wert zwischen 5 und 6,5 liegen sollte. Da der Weißtorf also eigentlich viel zu sauer ist, muss der ph-Wert im Gemisch angepasst werden, zu diesem Zweck wird Kalk zugegeben. Außerdem ist Torf sehr nährstoffarm, deshalb muss torfhaltige Blumenerde oder Gartenerde vor dem Verkauf mit Mineraldünger aufgedüngt werden.

Normale Erde braucht deshalb kein Weißtorf

Diese Zusammensetzung, die vor Verwendung erst einmal entscheidender Korrekturen bedarf, ist das erste Argument gegen die Verwendung von Weißtorf. Bis auf wenige Ausnahmen brauchen Pflanzen Humus, um prächtig zu gedeihen. Humus wird den Pflanzen in idealer Weise durch Untermischung von Kompost zugeführt. Kompost ist Humus pur, und seine Erzeugung und Verwendung hat noch weitere Vorteile: Bei der Kompostierung werden nährstoffhaltige Pflanzenreste wieder in den gartenbaulichen Kreislauf zurückgeführt. Der Kompost ersetzt Ressourcen vernichtende Düngemittel, er sorgt bei stetigem Einsatz für eine ausgeglichene Humusbilanz und macht so auch sandige Böden im Laufe der Zeit ertragreicher. Ebenso wie Torf sogt der Humus dafür, dass der Boden Wasser und Nährstoffe speichern kann, lehmige Böden werden luftdurchlässiger, leichter und so einfacher zu bearbeiten. Außerdem sorgt die Verwendung von Kompost dafür, dass Kohlenstoff im Boden gebunden wird, und sie schont die Moore.

Auch ohne Einsatz von Torf kann für jede Pflanze die richtige Erde gemischt werden, es geht in der Regel darum, den nährstoffreichen und dichten Humus zu strecken. Dafür stehen zahlreiche Stoffe zur Verfügung: Für Ihren Garten können Sie einfach je ein Drittel Kompost, Gartenerde und Sand mischen. In großen Anlagen hergestellter Kompost für den Handel wird mit Rindenhumus, Holzhäckseln oder Holzfasern, Hanffasern und Kokosfasern aufgelockert und vielleicht noch mit Tonmineralen und Lava-Granulat ergänzt.

Weißtorf für Moorbeetpflanzen

Weißtorf liegt mit seinem ph-Wert zwischen 3
und 4 deutlich im sauren Bereich. Solch einen sauren Boden benötigen einige Pflanzenarten: Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren z. B. mögen einen Boden, der einen pH Wert zwischen 4 und 5,5 aufweist. Aber auch das ist noch kein Grund, Weißtorf zu verwenden, da auch dieser ph-Bereich durch Beimischung zahlreicher Ersatzstoffe erreicht werden kann. Denn ein falscher oder richtiger ph-Wert ist nicht das einzige Argument gegen den Einsatz von Torf:

Die Zerstörung der Moore durch Torfabbau schädigt uns alle

Torf entsteht als Ablagerung in den Mooren, pflanzliche Substanzen sammeln und zersetzen sich. Die Entstehung von Torf ist die erste Stufe einer langwierigen Verarbeitung, an deren Ende die Kohle steht. Weißtorf

ist die erste Stufe der Zersetzung, er ist hell und lässt im ersten Stadium (H2, historisch benannt mit der der Heizwertzahl) die Pflanzenstruktur noch deutlich erkennen, mit der Entwicklung bis zum Weißtorf H5 wird der Torf dunkler und homogener, ab H6 handelt es sich um stark zersetzten Schwarztorf. Bis diese Stufe erreicht ist, ist sehr viel Zeit vergangen: Mehrere Tausend Jahre lang entstand eine Moorlandschaft, die verschiedensten Pflanzen und Tieren eine Heimat gab. Mit dem Torfabbau wird diesen Arten die Lebensgrundlage entzogen.

pflanzen-setzen3 flDie Zerstörung der Moore sollte aber nicht nur aus Überlegungen zur Schönheit der Natur unterbunden werden: Die Moore der Welt sind riesige Kohlenstoffspeicher, mit nur 3 Prozent Fläche speichern sie etwa ein Drittel des im Boden gebundenen Kohlenstoffs. Werden die Moore abgebaut, wird dieser Kohlenstoff als CO2 freigesetzt. Ein Beispiel in Zahlen: Die aktuell in Bayern vorhandenen Moore würden etwa 700 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlassen, wenn sie abgebaut würden. Eine erschütternde Zahl, wenn man sich auf der anderen Seite Bayerns Umweltschutzziel für das letzte Jahrzehnt vor Augen hält: Die energetischen CO2-Emissionen sollten um lächerliche 10 Millionen Tonnen gesenkt werden, von ca. 90 Mio Tonnen 2000 auf 80 Mio Tonnen 2010.

Dennoch wird unverdrossen weiter abgebaut, weil Torf leicht, gut transportierbar und abpackbar und nicht zuletzt auch günstig ist, für die Klimafolgen müssen die Abbaubetriebe ja kein Entgelt zahlen. Dabei ist es egal, ob es sich um Torf handelt, das in Deutschland abgebaut wird oder um Importe z. B. aus Osteuropa, auch das dortige Moor ist wichtig für unser Klima.

Fazit

Wer möchte, dass auch seine Kinder noch gut in dieser Welt leben können, verwendet Torfersatz. Normalerweise einfachen Kompost (je nach Zweck Gartenkompost, Holzschnitzelkompost oder Rindenkompost), auch für spezielle Zwecke wie den Einsatz im Moorbeet gibt es heute torffreie Erde zu kaufen. Zum Beispiel beschäftigt sich die W. Neudorff GmbH KG 31860 Emmerthal, www.neudorff-handel.de, seit 2002 mit der Bereitstellung eines umfangreichen Sortiments an torffreien Erden. Wer Geld sparen will, mischt sich die optimale Blumenerde selbst, für den Torfersatz in Terrarien gibt es torffreien Terrarien-Humus z. B. von Vitakraft, zu bestellen unter www.fressnapf.de/shop/vitakraft-humus-ballen, 9 Liter kosten 3,49 Euro.

Weißtorf bestellen

Wer unbedingt Weißtorf braucht, weil sein Sonnentau in den Ersatzstoffen nicht gut zu wachsen scheint, kann ihn z. B. bei www.plantarara.com bestellen, 5 Liter kosten 5,- Euro. Er sollte allerdings auch bedenken, dass er mit diesem Kauf den natürlichen Lebensraum genau der Sonnentaupflanze zerstört, die er so gerne Zuhause zum Wachsen bringen will.