Grundlagen der Blattdüngung

Grundlagen der Blattdüngung

Pflanzen nehmen die für sie wichtigen Nährstoffe hauptsächlich über die Wurzeln, aber auch über die Blätter auf. Daher kann ein Dünger dem Gießwasser oder der Pflanzerde hinzugefügt werden, um die Pflanzen über die Wurzeln zu versorgen, oder er wird in Wasser aufgelöst und dann auf die Blätter gesprüht. In letzterem Fall handelt es sich um die Blattdüngung.

pflanzen flIm gewerblichen Gartenbau wird die Blattdüngung oft dann eingesetzt, wenn die Pflanze bereits Mangelerscheinungen zeigt. Die Blätter können die Nährstoffe schneller aufnehmen als die Wurzeln, sodass

ein solcher Dünger schneller eine Wirkung zeigt als eine Düngung über den Boden. Diese speziellen Blattdünger können auch in privaten Gärten eingesetzt werden, doch auch dort sollten sie eher als schnelle Hilfsmaßnahme angesehen werden. Langfristig ist es sinnvoller, den Boden zu verbessern, damit die Pflanzen über ihre Wurzeln wieder ausreichend Nährstoffe bekommen.

Anwendung der Blattdünger

Blattdünger werden mit Wasser vermischt und auf die Blätter der Pflanzen gesprüht oder gegossen. Oft enthalten diese Dünger Eisen, daher sollten Terrassenböden, Pflanzgefäße und andere empfindliche Gegenstände geschützt werden, weil sonst leicht Flecken entstehen können. Daneben
enthalten sie meist Stickstoff, der für das Wachstum der Pflanzen besonders wichtig ist. Blattdünger dürfen im Garten nur an Tagen mit bedecktem Himmel verwendet werden, damit es durch die Sonneneinstrahlung nicht zu Verbrennungen auf den Blättern kommt. Bei angekündigtem Regen sollte ein Blattdünger natürlich auch nicht verwendet werden, weil das Regenwasser den Dünger gleich wieder von den Blättern abwaschen würde. Die Dosierung muss genau nach Vorgabe des Herstellers erfolgen, weil sonst die Pflanzen geschädigt werden können. Im Zweifel sollte lieber mehrfach gedüngt werden als in einer zu hohen Konzentration. Besondere Vorsicht ist bei jungen Pflanzen geboten, sie können sehr empfindlich reagieren und möglicherweise sogar absterben.

Blattdüngung für den Hobbygärtner

Für den Hobbygärtner ist es einfacher, Flüssigdünger oder Düngestäbchen zu verwenden. Einige Pflanzen kommen jedoch auch für die Blattdüngung in Frage, weil sie kaum oder keine Wurzeln haben.
  • Tillandsien benutzen ihre Wurzeln nur dazu, sich auf einem Untergrund festzuhalten und nehmen in ihrer natürlichen Umgebung die Nährstoffe über die Luft auf. Daher werden sie nicht gegossen, sondern regelmäßig eingesprüht, um sie mit dem nötigen Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Dem Gießwasser sollte daher ein- bis zweimal monatlich ein Dünger beigemischt werden.
  • Auch viele Orchideenarten wachsen in ihrer Heimat ephiphytisch, das heißt auf Bäumen, wo sie sich mit ihren Wurzeln nur festhalten und mit sehr wenig Nährstoffen auskommen müssen. Sie können ebenfalls mit einem Orchideendünger, der dem Wasser hinzugefügt wird, besprüht werden, damit sie über ihre Blätter mit Nährstoffen versorgt werden.