Natürlicher Kräuterdünger - Fest- und Flüssigdünger

Natürlicher Kräuterdünger - Fest- und Flüssigdünger

Die eigenen Kräuter im Garten oder auf dem Balkon sind ein wesentlicher Bestandteil einer Ernährung, die wieder vermehrt natürliche und unverarbeitete Bestandteile enthalten soll. Neben dem gesundheitlichen Aspekt ist auch der geschmackliche Gewinn ein Beweggrund, eigene Kräuter anzubauen.

duenger-hornspaene3-maVor diesem Hintergrund lehnen es viele Hobbygärtner ab, ihre Kräuter mit Kunstdünger zu versorgen. Und diese Abneigung ist wahrscheinlich berechtigt: Zwar sind die grundsätzlichen chemischen Bestandteile eines synthetischen Düngers die gleichen wie die, die bei einer natürlichen (organischen) Düngung

zur Verfügung gestellt werden.

Im synthetischen Dünger sind sie jedoch so aufbereitet, dass die Pflanze sofort auf sie zugreifen kann, was ganz schnell zur Überdüngung führt. Im organischen Dünger müssen erst Bakterien und andere Bodenorganismen tätig werden, die die Nährstoffe so aufbereiten, dass sie von der Pflanze aufgenommen werden können. Gourmets behaupten, diese Art der Düngung mache sich auch geschmacklich bemerkbar.

Der Dünger als Nahrung der Kräuter

Um einen guten Kräuterdünger zusammenzustellen, müsste man zuerst wissen, wie Kräuter gerne ernährt werden möchten. Wie bei allen Pflanzen besteht die Grundnahrung aus einigen Stoffen, die aus der Luft aufgenommen werden und aus einigen unverzichtbaren Basiselementen, die die Pflanzen über die Wurzeln aufnehmen müssen.

Die wichtigsten Grundelemente sind Stickstoff und Kalium, die die Kräuter für kräftiges Wachstum und allgemein korrekte Ausbildung des Organismus brauchen. Bei Blühpflanzen käme noch ein kräftiger Schuss Phosphor dazu, den eine Pflanze zur Blüten- und Fruchtbildung benötigt, der bei Kräutern aber nicht so wichtig ist, da es hier eher um eine reichliche Blattbildung geht. Garniert wird das Ganze mit geringen Mengen von Mineralstoffen und Spurenelementen.

Wenn Sie alle diese Stoffe Ihren Kräutern zuführen möchten, ohne auf Fertigmischungen zurückzugreifen oder unter die Chemielaboranten zu gehen, müssten Sie also nach natürlichem Material suchen, das diese Stoffe in guter Mischung enthält.

Fester Kräuterdünger

Die meisten Kräuter mögen eher magere Böden, die übliche Düngung über den Boden, indem man den Pflanzen einen schönen schweren Humusboden vorbereitet, wäre sogar eher kontraproduktiv. Die richtige Bodenvorbereitung
für die Kräuter macht den Boden eher noch nährstoffärmer: Unter zu schwere Böden sollte grober Sand oder kleine Bruchstücke von Ziegelsteinen gemischt werden, die bringen dann auch gleich noch den Kalk mit, den die meisten Kräuter mögen.  

duenger-kompost flWenn Sie aus dem Aussaatgefäß oder aus dem gekauften Topf in den Garten gesetzt werden, werden die Kräuter noch ein bis zwei Wochen in Ruhe gelassen, damit sie sich richtig anstrengen, die Erde gut zu durchwurzeln (bei Bedarf bekommen sie natürlich Wasser).

Wenn das geschehen ist, bekommen sie eine Nährstoffgabe, damit sie sich so richtig schön wuchsfreudig entwickeln werden. Sie können dazu einen gut verrotteten Kompost feinsieben und um die Kräuter auf die Beete geben. Er enthält die Hauptnährstoffe Phosphat, Kalium und Magnesium und die Spurenelemente meist in genügender Menge.

Nur Stickstoff ist in einem Kompost, der vorwiegend aus pflanzlichen Abfällen besteht, etwas zu wenig vorhanden. Den Stickstoff können Sie durch Hornspäne oder Hornmehl einbringen, oder kompostierten Tiermist auf die Erde geben.

Bei der gesamten Düngerversorgung der Kräuter hat jedoch das altbekannte Prinzip "weniger ist mehr" eines seiner Hauptanwendungsgebiete - die meisten Gartenböden enthalten zu viele Nährstoffe, nicht zu wenige.

Wenn Sie Kräuter in Mengen anbauen möchten und ernsthaft wissen wollen, welche Düngung die optimale ist, müssten Sie sich also erst einmal informieren, wie der Nährstoffgehalt in Ihrem Gartenboden eigentlich ist. Sie müssten Ihren Boden untersuchen lassen - bei Kräutern reicht meist die Untersuchung der obersten Bodenschicht von etwa 30 cm. Die Bodenproben können Sie bei verschiedenen staatlichen Stellen untersuchen lassen. Ihr örtliches Pflanzenschutzamt kann Ihnen sagen, wo die nächste Untersuchungsstelle in Ihrer Nähe ist. Die Untersuchung auf die Hauptnährstoffe und den pH-Wert kostet in der Regel unter 15 Euro.

Wenn es beim Düngen nach Gefühl bleibt, haben Sie bei den organischen Düngern wenigstens den Vorteil, dass sie langsam wirken, während ein auf sofortige Verfügbarkeit eingestellter künstlich erzeugter Mineraldünger auch sofort schadet bei Überdüngung.

duengen-gewaechshaus-tomaten flFlüssige Kräuterdünger

Eine Jauche aus grüner Pflanzenmasse ist ein flüssiger Dünger, der den Pflanzen alle benötigten Nährstoffe in guter Verteilung zuführt, auch Stickstoff ist genug enthalten. Zur Herstellung einer Dünger-Jauche mischen Sie die Grünpflanzen, die in Ihrer Umgebung zur Verfügung stehen. Das können z. B. Brennnesseln sein, eigentlich können Sie alle Kräuter und Wildkräuter verwenden, die ohne Rücksicht auf irgendwelche besonderen Inhaltsstoffe in größeren Mengen in einen Salat gegeben werden können.

Die Grünmasse wird in einen Eimer gegeben, etwa 1 kg auf 10 Liter Wasser, und darf dann ziehen. Sie können schon den frischen Auszug (nach einem Tag) auf die Kräuter geben, ein solcher Brennnessel-Auszug verscheucht dann auch gleich die Blattläuse.

Sie können die Jauche auch bis zu einem knappen Monat im verschlossenen Eimer gären lassen, dann wird der Dünger immer konzentrierter. Eine Jauche, die etwa einen Monat gegärt hat, muss vor Gebrauch 1:10 verdünnt werden, bevor sie auf die Pflanzen kommt. Es gibt viele Pflanzen, die in den Jauchenansatz auch noch verschiedene Inhaltsstoffe einbringen, die bei der Schädlingsbekämpfung helfen.