Blaukorn-Dünger für den Rasen - empfehlenswert oder nicht?

BlaukornEin samtig-grüner Rasenteppich gilt als Ritterschlag unter Hobbygärtnern. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen die blauen Kügelchen eines weithin bekannten Düngers bereit, um lahme Gräser auf Trab zu bringen. Als rein chemisches Präparat, wird Blaukorn-Dünger nach wie vor kontrovers diskutiert. Die rasche Wirkung von Stickstoff, Phosphor und Kalium auf eine Grünfläche ist ebenso wenig von der Hand zu weisen, wie die schädlichen Auswirkungen der rein chemischen Inhaltsstoffe auf die Natur. Stellt sich somit die Frage, ob Blaukorn-Dünger für den Rasen nun empfehlenswert ist oder nicht?

Zusammensetzung und Wirkungsweise

Um die Frage

nach dem Pro und Kontra fundiert beantworten zu können, muss die genaue Wirkung von Blaukorn-Dünger auf den Rasen bekannt sein und auf welchen Inhaltsstoffen diese beruht. Alle wichtigen Eigenschaften des Mehrnährstoffdüngers haben wir daher im Folgenden zusammengestellt:
  • Chemischer Volldünger, bestehend aus den Kernnährstoffen Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K)
  • Weitere Inhaltsstoffe: Magnesium und Spurennährstoffe auf chemischer Basis
  • Gängige Konzentration von NPK: 12+12+17 zuzüglich 2 für Magnesium
  • Zur besseren Identifizierung in Form blau eingefärbter, wasserlöslicher Körner
Im gewerblichen Garten- und Landschaftsbau ist Blaukorn der meist genutzte Dünger, da er innerhalb kurzer Zeit seine wachstumsfördernde Wirkung entfaltet. Etwa 2 bis 3 Tage nach der Verabreichung reagieren die Rasengräser auf die geballte Ladung an Nährstoffen. Mangelerscheinungen verschwinden, die Edelgräser nehmen eine saftig-grüne Farbe an und das Wachstum setzt sich rasant fort. Gleichwohl hält der Effekt 2 bis 3, maximal 4 Wochen an, ohne im Rasen eine dauerhafte, positive Reaktion hervorzurufen. Dies beruht auf der Tatsache, dass in Blaukorn keinerlei organische Materialien enthalten sind, sondern einzig sofort verfügbare, chemische Ingredienzien ohne Depotwirkung. Es sind indes genau diese pflanzlichen oder organischen Zutaten, von denen sich die Bodenorganismen ernähren, um diese in wertvollen Humus zu verwandeln, wovon das Erdreich auf lange Sicht profitiert.

Nachdüngen mündet in Überdosierung

BlaukornIn Anbetracht der kurzzeitigen Auswirkung auf den Rasen, liegt die Annahme auf der Hand, nach Rückgang des erwünschten Effektes auf den Rasen einfach nachzudüngen. An dieser Stelle offenbaren sich die negativen Seiten des chemischen Mehrnährstoffdüngers. Wird zeitnah nochmals mit Blaukorn gedüngt, kommt es zu einer Überdosierung im Boden und einer erheblichen Schädigung der Umwelt. Insbesondere wird der Überschuss in Form von Nitrat ins Grundwasser gespült, mit der Gefahr gesundheitlicher Risiken. Im Trinkwasser verwandelt sich Nitrat in Nitrit, das seinerseits im Darm zu krebserregenden Nitrosaminen mutiert. Insbesondere Babys, ältere Menschen sowie Haus- und Nutztiere sind davon betroffen. Darüber hinaus verursacht eine Überdüngung Verbrennungen an den Graswurzeln, sodass die Edelgräser absterben.
Frühestens 4 bis 6 Wochen nach der ersten Anwendung der blauen Körner könnte nachgedüngt werden. Bis dahin weist der Rasen indes wieder alle Mangelerscheinungen auf, die erst zum Griff in die chemische Trickkiste bewogen. Folglich tut sich hier ein Faß ohne Boden auf.

Als kurzzeitiger Problemlöser empfehlenswert

Wenngleich die wiederholte Ausbringung von Blaukorn bedenklich ist, fungiert der Mehrnährstoffdünger als rasch wirksamer Problemlöser. Verweigert der Rasen konsequent ein dichtes, samtig-grünes Wachstum, hat die Anschubwirkung der blauen Körnchen durchaus ihre Vorzüge. Das gilt in erster Linie für den Start in die diesjährige Gartensaison. Da das rein chemische Mittel nicht bei hohen Temperaturen und lang anhaltender Trockenheit angewendet werden darf, entfaltet es insbesondere im
März und April seine optimale Wirkung. So machen Sie es richtig:
  • Gut gewählt ist ein Termin mit warmer, bedeckter Witterung
  • Die Rasenfläche darf nicht vollkommen ausgetrocknet sein
  • Den Düngewagen auf die vom Hersteller empfohlene Dosierung einstellen
  • Den Rasen während der Düngung in Bahnen abschreiten, ohne dass es zu Überschneidungen kommt
Von höchster Relevanz ist die anschließende Beregnung der gedüngten Grünfläche. Bei Bedarf wiederholen Sie die Wässerung in den folgenden Tagen, bis sich alle Düngekörner aufgelöst haben. Erst dann kann zum ersten Mal gemäht werden.

Tipp: Es ist nicht sinnvoll, Blaukorn in Wasser aufzulösen, um ihn als flüssigen Rasendünger zu verwenden. In diesem Fall läuft der erhoffte Effekt ins Leere, da die Nährstoffe nicht lange genug auf die Edelgräser einwirken können.

Organischer Dünger setzt den Blaukorn-Effekt fort

BlaukornWährend die Mehrnährstoffe von Blaukorn ihre wachstumsfördernde Wirkung auf den leidenden Rasen ausüben, schlägt die Stunde organischen Düngers mit seiner lang anhaltenden Stärkung der Gräser. Nachdem die blauen Körner infolge einer ausgiebigen Bewässerung im Boden versickert sind, wird organischer Dünger auf der Grünfläche ausgebracht. Geeignete Materialien für Ihren grünen Teppich sind:
  • Gesiebter, reifer Kompost
  • Hornspäne oder Hornmehl
  • Rhizinusschrot
  • Sojaschrot
  • Pflanzenjauchen, z. B. aus Brennnesseln und Beinwell
In der Kombination mit Blaukorn, setzt organischer Dünger dessen positive Auswirkung auf das Gräserwachstum für den Rest der Saison nahtlos fort. Jetzt vollbringen die emsigen Bodenorganismen ihr nutzbringendes Werk und schließen die natürlichen Materialien so auf, dass sie für die Rasengräser als Nährstoffe verfügbar sind. Bitte bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass es auch bei der Ausbringung von organischem Dünger zu einer Überdosierung kommen kann. Werden deutlich mehr als 3 Liter je Quadratmeter verabreicht, tummeln sich schlimmstenfalls bis zu 400 Regenwürmer je Quadratmeter. Das Resultat sind zerstörte Wurzeln und absterbende Edelgräser.

Bodenanalyse schafft Klarheit

Kümmerlicher Rasen, kahle Stellen und matte Farben deuten nicht zwangsläufig auf einen Düngebedarf hin. Im Gegenteil können dies durchaus Symptome einer mineralischen oder organischen Überdüngung sein. Stellen Sie daher zunächst alle Rahmenbedingungen auf den Prüfstand, bevor Sie zu Blaukorn-Dünger greifen. Entsprechen Standort, Bodenbeschaffenheit und Wasserhaushalt den Anforderungen eines Rasens und er gedeiht dennoch nicht, schafft eine professionelle Bodenanalyse letzte Gewissheit. Ein Spezial-Labor untersucht die von Ihnen entnommene Bodenprobe und gibt neben dem dezidierten Ergebnis hilfreiche Empfehlungen.

Innovatives Blaukorn Entec

Klassischer Blaukorn-Dünger für den Rasen ist mit dem Nachteil behaftet, dass innerhalb von 2 bis 3 Wochen der enthaltene Stickstoff ins Trinkwasser ausgewaschen wird, um Umwelt und Gesundheit zu belasten. Das neu entwickelte Produkt Blaukorn Entec zögert diesen unerwünschten Prozess auf bis zu 10 Wochen hinaus. Den Rasengräsern stehen somit die Nährstoffe sehr viel länger zur Verfügung, was in einer hochwirksamen Nutzung mündet. Bevor Stickstoff ausgewaschen wird, ist er zu einem großen Teil bereits verwertet, was die Nitratbelastung spürbar reduziert. Sollte ein kurzfristig wirksamer Mehrnährstoffdünger für den Rasen erforderlich sein, greifen daher immer mehr Hobbygärtner und gewerbliche Betriebe zu Blaukorn Entec.

Fazit
Die Frage, ob Blaukorn-Dünger für den Rasen empfehlenswert ist oder nicht, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Die Befürworter argumentieren mit der raschen Verfügbarkeit der Nährstoffe für die Edelgräser. Die Gegner begründen ihre Ablehnung mehrheitlich mit den schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Da beide Beweisführungen nicht von der Hand zu weisen sind, präferieren umsichtige Hobbygärtner den goldenen Mittelweg. Als kurzfristiger Problemlöser für einen leidenden Rasen ist die Turbo-Wirkung von Blaukorn-Dünger durchaus empfehlenswert. Einen wirklich nachhaltigen Effekt erzielt die Nährstoffversorgung indes erst in Kombination mit einem organischen Dünger, der die Anschubwirkung der blauen Körner in eine Langzeitwirkung umwandelt.