Brennnesseljauche selber herstellen

Brennnesseljauche selber herstellen Brennesseljauche aus BrennesselnBrennnesseljauche gehört zu den Düngemitteln, die im biologischen Gartenbau bevorzugt angewendet werden. Sie regt vor allem die Aktivität der Bodenlebewesen an und ist eine der wirkungsvollsten Jauchen überhaupt. Viele Kräuter und Pflanzen eignen sich zum Verjauchen, aber je nach Pflanze ist die Jauche dann für unterschiedliche Zwecke. So gibt es krankheitshemmende, schädlingsreduzierende und, aus Brennnesseln, die wachstumsfördernde Jauche.

Brennnesseljauche für gesundes Pflanzenwachstum

Die Brennnessel verfügt über wertvolle Inhaltsstoffe wie Kalium, Kalk, Kieselsäure, Eisen, Stickstoff, Magnesium u. a., die zur

Düngung anderer Pflanzen ideal sind. Diese Wirkstoffe lösen sich beim Verjauchen aus den Brennnesseln und reichern das zugesetzte Wasser an. Damit gegossene Pflanzen wachsen besser und sind widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Um Jungpflanzen die Umstellung beim Versetzen zu erleichtern, kann man auch ein Wurzelbad mit der verdünnten Jauche machen.

Brennnessel - ungeliebtes UnkrautDie Jauche muss stets am frühen Morgen, abends oder bei bedecktem Himmel ausgebracht werden. Dazu wird sie im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und direkt auf den Boden um die Pflanze herum gegossen, ohne die Blätter zu benetzen. Vorher muss der Boden gehackt und leicht angefeuchtet werden, sonst kommt es zu Verbrennungen an den Wurzeln oder bei verkrustetem Boden läuft die Jauche davon. Die Menge und der Zeitpunkt richten sich auch danach, ob auf dem Beet Kompost ausgebracht wurde. Ist dies der Fall, genügen 1-2 Nachdüngungen, je nachdem, ob es Starkzehrerpflanzen sind oder solche, die weniger Düngung brauchen. Pro Pflanze rechnet man etwa einen Joghurtbecher verdünnte Jauche. Wurde kein Kompost ausgebracht, kann das Beet vor dem Bepflanzen mit Brennnesseljauche begossen werden. Vorgezogene Jungpflanzen wachsen besser an, wenn man sie vor dem Einsetzen in ein Wurzelbad aus Brennnesseljauche taucht. Dazu wird die Jauche 1:20 mit lauwarmem Wasser verdünnt.

Die Herstellung der Brennnesseljauche

Als Gefäß für die Jaucheherstellung eignen
sich Ton- und Plastikfässer oder Eimer. Unverzinkte Metallgefäße sind nicht geeignet, da die einsetzende Rostbildung sich ungünstig auf die Jauche auswirkt, wie langjährige Erfahrungen gezeigt haben. Die Gefäße sollten während des Gärungsprozesses in der Sonne stehen, damit dieser schneller vor sich geht. Zur Zubereitung der Jauche werden benötigt:
  • Fass oder Eimer (aus Ton, Plastik)
  • Brennnesseln
  • Wasser, wenn möglich Regenwasser
  • Gesteins- oder Lavamehl
  • Gitter oder Holzrost zur Fassabdeckung
  • Stock zum Umrühren
Das Fass wird zur Hälfte mit den zerkleinerten Brennnesseln gefüllt. Durch die Zerkleinerung tritt der Saft und damit die Wirkstoffe besser aus. Dann füllt man mit dem Wasser bis etwa 10 cm unter den Rand auf. Während der Gärung schäumt die Jauche und läuft sonst über, vor allem während des Rührens. Nach etwa 2-3 Tagen fängt die Vergärung an. Ab diesem Zeitpunkt muss täglich 1-2 mal kräftig durchgerührt werden, damit Sauerstoff in die Flüssigkeit kommt. Die ersten zehn Tage gibt man vor dem Rühren jeweils eine Handvoll Gesteins- oder Lavamehl in die Jauche. Gerührt wird folgendermaßen: Mit dem Stock rührt man am inneren Rand des Fasses entlang, bis in der Mitte ein Trichter entsteht. Dann zieht man den Stock heraus, ohne dabei die sich drehende Jauche zu bremsen, da sonst die oben schwimmenden, Sauerstoff liebenden Mikroorganismen untergespült werden. Dadurch würde der Gärungsprozess verlangsamt und die

Jauche würde zu stinken beginnen. Das Fass sollte immer abgedeckt werden, damit keine Vögel oder Kleintiere in der Jauche ertrinken. Es darf aber nicht luftdicht abgedeckt sein. Die Jauche ist reif, wenn sie eine dunkelbraune Farbe hat und nicht mehr schäumt. An einen schattigen Platz gestellt, kann sie nach und nach aufgebraucht werden.

Wissenswertes zur Düngung

Die meisten organischen Stickstoffdünger sind langsam fließende Stickstoffquellen, da sie erst von Mikroorganismen umgesetzt werden müssen.

In Phasen stürmischen Pflanzenwachstums kommt die Nährstoffnachlieferung nicht immer mit. Glücklicherweise hat der Gärtner aber auch für diese Fälle eine Lösung parat: schnell wirkende Flüssigdünger aus Pflanzen, die verjaucht werden. Vor allem Gurken, Kohlarten, Lauch, Tomaten und Zucchini sind für solche nahrhaften Güsse dankbar. Besonders stickstoffreich ist eine Jauche aus Brennnesseln. Die Gemüsepflanzen sollten möglichst nicht direkt damit gegossen werden, und Gemüse, das roh gegessen wird und nur schlecht abgewaschen werden kann wie Kopf- und Pflücksalat, sollte gar nicht gejaucht werden.

Besonders kaliumreiche Jauchen lassen sich aus Beinwell (Symphytum officinalis9 bzw. aus dem nahe verwandten Comfrey (S. peregrinum) herstellen. Auch Wurmfarn (Dryopteris filix- mas) enthält viel Kalium und Stickstoff, daneben aber auch giftige Inhaltsstoffe. Der Umgang bedarf daher besonderer Sorgfalt. Beinwell, Brennnessel und mit etwas Geschick auch der Wurmfarn lassen sich im Garten ansiedeln. Die freie Natur sollte für Planzenjauchen nämlich nicht geplündert werden.